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Förderungen

Im Kulturhistorischen Museum Mühlhausen wird viel Wert auf Museumspädagogik gelegt.
Im Kulturhistorischen Museum Mühlhausen wird viel Wert auf Museumspädagogik gelegt. © Mühlhäuser Museen/Anke Weisbrich

Die Thüringer Staatskanzlei fördert eine Vielzahl von kulturellen und gesellschaftsrelevanten Projekten. Hier finden Sie eine Übersicht aller Förderungsmöglichkeiten sowie sämtliche relevanten Dokumente, Richtlinien, Fristen und Antragsformulare.

Projektförderungen

Im Rahmen der Projektförderung können neue Initiativen und bewährte Projekte mit Zuschüssen unterstützt werden. Die Projektförderung erfolgt auf Grundlage der untenstehenden Richtlinie zur Förderung von Kultur und Kunst. Nach dieser Richtlinie können Zuwendungen für die Durchführung von Projekten in verschiedenen Förderbereichen gewährt werden. Projekte sind zeitlich befristete Vorhaben von überregionaler oder beispielgebender Bedeutung. Die Antragsfrist für Projektförderungen endet am 15.10. des Vorjahres. Im November und Dezember des jeweiligen Vorjahres treten spartenbezogene Fachbeiräte zusammen, welche die Förderwürdigkeit der Projektanträge votieren. Durch diese Verfahrensweise soll sichergestellt werden, dass eine vorläufige Förderentscheidung bereits vor dem Projektbeginn vorliegt. Aus haushaltstechnischen Gründen kann erst zu Beginn des Jahres, in dem das Projekt stattfinden soll, eine endgültige Förderentscheidung getroffen werden.

Der Antrag muss vollständig ausgefüllt werden. Hinweise dazu finden Sie im Leitfaden Antragstellung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der Kulturabteilung unter der Telefonnummer 0361-57 32 14 711.

Anträge zur zeitgenössischen Kultur und Kunst sind an die Kulturstiftung Thüringen zu richten (siehe unten). Hier endet die Antragsfrist für Projektförderungen am 01.10. des Vorjahres.

  • „Richtlinie zur Förderung von Kultur und Kunst“ vom 10.10.2013, veröffentlicht im Thüringer Staatsanzeiger Nr. 43/2013 S. 1660 ff, in der Neufassung vom 17.08.2015, Thüringer Staatsanzeiger Nr. 36/2015 S. 1479 ff., in der Neufassung vom 06.11.2015, Thüringer Staatsanzeiger Nr. 50/2015 S. 2201 ff., 1. Änderung vom 01.03.2017, Thüringer Staatsanzeiger Nr. 15/2017 S. 483 ff., 2. Änderung vom 09.09.2019 Thüringer Staatsanzeiger Nr. 40/2019 S. 1491, 3.

    Änderung vom 28.12.2021


    Inhaltsverzeichnis

    1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage
    2. Gegenstand der Förderung
    3. Zuwendungsempfänger
    4. Zuwendungsvoraussetzungen
    5. Art und Umfang, Höhe der Zuwendungen
    6. Besondere Zuwendungsbestimmungen
    7. Verfahren
    8. Inkrafttreten, Außerkrafttreten

    1    Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage

    1.1    Der Freistaat Thüringen gewährt gemäß §§ 23 und 44 Thüringer Landeshaushaltsordnung (ThürLHO), der entsprechenden Verwaltungsvorschriften, der §§ 48, 49 und 49 a des Thüringer Verwaltungsverfahrensgesetzes (ThürVwVfG) nach Maßgabe dieser Richtlinie und unter Beachtung der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der Kommission vom 17. Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt (AGVO) in Anwendung der Art. 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union sowie der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen Zuwendungen für die Durchführung von Projekten der Kultur und der Kunst, für Geschäftsstellen und Investitionen sowie für die individuelle Künstlerförderung. Bei Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gelten darüber hinaus die einschlägigen Verordnungen der Europäischen Union zur Strukturfondsförderung in der jeweils geltenden Fassung.

    1.2    Zweck der Zuwendung ist die Förderung von Kultur und Kunst durch die Finanzierung kultureller Einrichtungen, Projekte und die Unterstützung von Einzelpersonen sowie die Förderung der Beratung, Begleitung und sozialen Betreuung durch Opferverbände des SED-Unrechts für Opfer kommunistischer Verfolgungsmaßnahmen in der ehemaligen DDR. Zur Erreichung der Zielstellung wird als Hauptindikator die Anzahl der geförderten Einrichtungen, Projekte und Personen im Vergleich zum Vorjahreswert erfasst.

    1.3    Zur Erfüllung des in Nummer 1.2 genannten Zuwendungszwecks soll pro Vorhaben mindestens eines der folgenden allgemeinen Leistungsziele umgesetzt werden:

    1.3.1    Schaffung bzw. Konsolidierung der kulturellen Infrastruktur
    Indikator: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.2    Förderung kultureller Bildung und Teilhabe
    Indikator: Anzahl der Teilnehmenden

    1.3.3    Erhalt des kulturellen Erbes und identifikationsstiftende Wirkung
    Indikator: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.4    Förderung des künstlerischen Nachwuchses sowie Aufbau und Erweiterung von Fachkompetenz
    Indikator: Anzahl der geförderten Personen

    1.3.5    Förderung künstlerischer und kultureller Vielfalt (z.B. Kreativität, Originalität, Authentizität und interkultureller Kompetenz)
    Indikator: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.6    Förderung von Interkulturalität und interkulturellen Kompetenzen
    Indikator: Anzahl der Teilnehmenden

    1.3.7    Erhöhung der öffentlichen Wirkung (z.B. überregionale Ausstrahlung) oder Verbesserung der touristischen Vermarktung (z.B. Einbindung in touristisches Gesamtkonzept, herausragende Einzelvermarktung)
    Indikatoren: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.8    Schaffung und Ausbau barrierefreier Zugänge
    Indikator: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.9    Ausgleich regionaler Benachteiligung
    Indikator: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.10    Bildung oder Aufrechterhaltung von Netzwerken
    Indikator: Zahl der Geschäftsstellenförderungen

    1.3.11    Einbindung / Anerkennung ehrenamtlichen Engagements
    Indikator: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.12    Digitalisierung
    Indikator: Anzahl der geförderten Vorhaben

    1.3.13    Förderung der Beratung, Begleitung und sozialen Betreuung durch Opferverbände des SED-Unrechts für Opfer kommunistischer Verfolgungsmaßnahmen in der ehemaligen DDR
    Indikator: Anzahl der Beratungsgespräche

    1.4    Die Zuwendungen können als Beihilfen für Kultur und die Erhaltung des kulturellen Erbes nach Maßgabe des Artikels 53 AGVO gewährt werden. In den einschlägigen Fällen müssen die Beihilfen den Vorgaben der AGVO genügen.

    2    Gegenstand der Förderung

    2.1    Gefördert werden

    2.1.1    kulturelle, künstlerische und kulturgeschichtliche Projekte    
    Dies sind zeitlich befristete Vorhaben von überregionaler oder beispielgebender Bedeutung mit Schwerpunkten in den Bereichen Archive, Bibliotheken, Bildende Kunst, Brauchpflege, Breitenkultur, Darstellende Kunst, Gedenkstätten, Jugendkultur, Landes- und Kulturgeschichte, Literatur, Museen, Musik, Soziokultur, Spartenübergreifendes, Themenjahre.

    Darüber hinaus können auch Projekte zur Bewahrung und Aneignung des kulturellen Erbes und zur Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses gefördert werden.

    2.1.2    Bau- und Sanierungsmaßnahmen, Erhaltung, Erneuerung, Erweiterung und Verbesserung der Ausstattung von kulturellen Einrichtungen     
    Gefördert werden beispielsweise Theater, Museen, Galerien, Jugendkunstschulen, Orchester, Musikschulen, öffentliche Bibliotheken, soziokulturelle Zentren, Kulturhäuser, Kultur- und Begegnungsstätten.

    2.1.3    Erweiterung des Medienbestandes in öffentlichen Bibliotheken bzw. der Sammlungen in Museen und Galerien.   
     
    2.1.4    Tätigkeit und Ausstattung der Geschäftsstellen von kulturellen Verbänden mit überörtlicher oder vernetzender Wirkung oder sonstigen Trägern freier Kulturarbeit, die kulturpolitisch bedeutsame Maßnahmen durchführen.

    2.1.5    Digitalisierungsleistungen, bei denen im Ergebnis ein Digitalisat entsteht.

    2.1.6    die Anschaffung von IT-Infrastruktur (Hardware- und Softwarekomponenten), soweit die Investitionen geeignet sind, die Schnittstellen für die Herstellung von Digitalisaten zu gewährleisten.

    2.1.7    Projekte von landesweit wirkenden Verbänden, Vereinen und Selbsthilfegruppen mit Sitz in Thüringen, die Opfer kommunistischer Verfolgungsmaßnahmen beraten, begleiten und soziale Betreuung anbieten.

    Der Förderschwerpunkt liegt immer auf dem kulturellen / künstlerischen Aspekt des Projektes. Gleichwohl können zusätzliche Faktoren positiv auf die Förderentscheidung wirken. Dazu gehören insbesondere:

    • Nachhaltigkeit
    • Einsatz von ressourcenschonenden Techniken
    • Förderung der europäische Zusammenarbeit
    • Interkulturalität
    • Einbeziehung lokaler Partner

    2.2    Nicht gefördert werden:

    • Maßnahmen, die vorwiegend gewerblichen Zwecken dienen
    • Karnevalsprojekte
    • Fertigung und Beschaffung von Einheitskleidung
    • Stadt- / Gemeindejubiläen und -feste
    • Herstellungskosten für kommerzielle Publikationen, Medien und Tonträger
    • Kunst im öffentlichen Raum

    3    Zuwendungsempfänger

    3.1    Antragsberechtigt sind:

    • natürliche Personen
    • als gemeinnützig anerkannte juristische Personen (z. B. eingetragene Vereine, Ge-sellschaften, Stiftungen)
    • Kultureinrichtungen in kommunaler Trägerschaft
    • Gebietskörperschaften
    • sonstige Träger nicht-kommerzieller kultureller Projekte

    Antragsberechtigt ist nur, wer seinen Sitz bzw. Wohnsitz in Thüringen hat oder wessen Projekt einen besonderen Bezug zu Thüringen nachweist.
    Die Weiterleitung der Förderung an Dritte kann im Rahmen der Bestimmungen von § 44 ThürLHO von der Bewilligungsbehörde zugelassen werden. Näheres regelt der Bewilligungsbescheid.

    3.2    Einem Unternehmen, das einer Rückforderungsanordnung aufgrund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen ist, dürfen keine Einzelbeihilfen gewährt werden.

    3.3    Eine Zuwendung ist in den Fallgruppen des Artikels 1 Abs. 2 bis 5 AGVO ausgeschlossen.

    4    Zuwendungsvoraussetzungen

    Im Einvernehmen mit dem für Finanzen zuständigen Ministerium wird gemäß der VV Nr. 1. 3 Satz 2 zu § 44 Abs. 1 ThürLHO dem vorzeitigen Beginn mit Datum der Antragstellung bei allen Maßnahmen im Sinne von Ziffer 2.1.1 dieser Richtlinie eingewilligt, für die fristgerecht ein Förderantrag bei der für Kultur zuständigen obersten Landesbehörde gestellt wurde. Mit dieser Einwilligung ist kein Rechtsanspruch auf eine Landesförderung verbunden; vielmehr handelt es sich hierbei ausschließlich um eine verfahrensbedingte Maßnahme, die zur Herstellung der Fördervoraussetzungen dem Grunde nach beiträgt, die aber keine der für eine Landesförderung noch zu erfüllenden Voraussetzungen ersetzen kann.

    Voraussetzung für eine Zuwendung ist, dass
    4.1    an der Durchführung des Vorhabens ein erhebliches Landesinteresse besteht. Kulturelle und kulturgeschichtliche Projekte müssen von überregionaler Bedeutung oder beispielgebend sein. Künstlerische Projekte müssen sich durch Innovation, künstlerische Eigenständigkeit, Kreativität, Originalität und Authentizität auszeichnen. Gefördert werden können darüber hinaus Projekte zur kulturellen Teilhabe im ländlichen Raum. Bau- und andere Investitionsmaßnahmen (Ziffer 2.1.2) müssen kulturellen Zwecken dienen und für die kulturelle Infrastruktur bedeutsam sein.

    4.2    die jeweilige kommunale Gebietskörperschaft (Gemeinde, Stadt oder Landkreis) das Vorhaben befürwortet. Ausgenommen davon sind Anträge von Landesarbeitsgemeinschaften, überregionalen Gesellschaften und Verbänden sowie Anträge ohne örtlichen Bezug. Darüber hinausgehende Ausnahmen können von der Bewilligungsbehörde im Einzelfall gewährt werden.

    5    Art und Umfang, Höhe der Zuwendungen

    5.1    Die Zuwendung wird im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss zu den zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt. Zuwendungsfähig sind alle unmittelbar mit dem Vorhaben entstehenden notwendigen Ausgaben. In Hochbaumaßnahmen sind die Kostengruppen nach DIN 276 maßgeblich.

    5.2    Die Zuwendung wird je nach Lage im Einzelfall und gegebenenfalls in Abstimmung mit weiteren Zuwendungsgebern als Anteil- oder Fehlbedarfsfinanzierung gewährt.

    In begründeten Ausnahmefällen ist eine Vollfinanzierung möglich.

    Zuwendungen bis einschließlich 8.000 EUR können in geeigneten Fällen als Festbetragsfinanzierung gewährt werden. Geschäftsstellenförderungen werden unabhängig von der Höhe der Zuwendung grundsätzlich als Festbetragsfinanzierung vergeben.

    5.3    Zuwendungen an Gebietskörperschaften werden in begründeten Ausnahmefällen (insbesondere für Restaurierungen und Ankäufen von Kulturgut) auch gewährt, wenn die zuwendungsfähigen Ausgaben 7.500 EUR nicht übersteigen.

    5.4    In geeigneten Fällen kann eine Verwaltungskostenpauschale nach entsprechender Einzelfallprüfung gewährt werden. Die Höhe der Pauschale bemisst sich an dem Umfang der zuwendungsfähigen Ausgaben und soll 5 % nicht übersteigen.
    Als geeignete Fälle gelten Förderungen an Gebietskörperschaften oder an Einrichtungen und Vereine, die weder institutionell noch im Rahmen einer Geschäftsstellenförderung unterstützt werden.

    5.5    Im Rahmen von EFRE-geförderten Vorhaben können Personalkosten mit Hilfe von vereinfachten Kostenoptionen (VKO) als Kosten je Einheit gem. Art. 53 Abs. 1 Buchstabe b VO (EU) 2021/1060 pauschaliert abgerechnet werden.
    Bei der Feststellung der zuwendungsfähigen Kosten sind die Voraussetzungen des Artikels 53 AGVO und die gemeinsamen Bestimmungen des Kapitel I, insbesondere die Anmeldeschwellen des Artikels 4 Abs. 1 lit. z AGVO (Investitionsbeihilfen bis 100 Mio. EUR pro Projekt, Betriebsbeihilfen bis 50 Mio. EUR pro Unternehmen und Jahr) einzuhalten.

    5.6    Die Zuwendung darf nach Artikel 8 AGVO nicht mit anderen staatlichen Beihilfen - einschließlich Beihilfen nach der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen (ABl. L 352 vom 24. Dezember 2013, S. 1) - kumuliert werden, es sei denn, die andere Beihilfe bezieht sich auf unterschiedliche bestimmbare beihilfefähige Kosten, oder es wird die höchste nach der AGVO für diese Beihilfen geltende Beihilfeintensität bzw. der höchste nach der AGVO für diese Beihilfen geltende Beihilfebetrag nicht überschritten.

    6    Besondere Zuwendungsbestimmungen

    Besondere Zuwendungsbestimmungen im Sinne dieser Richtlinie sind vornehmlich die Nebenbestimmungen, die förderspezifischer Natur sind und als besondere Nebenbestimmungen in den jeweiligen Zuwendungsbescheid aufzunehmen sind.

    6.1    Förderung von Geschäftsstellen
    Geschäftsstellen werden grundsätzlich im Rahmen einer Festbetragsfinanzierung gefördert. Voraussetzungen dafür sind:

    • Wahrnehmung von Aufgaben von überregionaler oder besonderer kultureller Bedeutung für den Freistaat Thüringen
    • befürwortendes Votum des zuständigen Fachbeirats
    • Vorlage der Jahresabschlüsse der der Antragstellung vorangehenden drei Jahre

    Der geforderte Umfang des Verwendungsnachweises wird im Bewilligungsbescheid geregelt. Es sind aber mindestens folgende Unterlagen gegenüber der Bewilligungsbehörde vorzulegen:

    • geprüfter Jahresabschluss über den Förderzeitraum
    • Zusammenfassung aller Einnahmen und Ausgaben des Trägers im Abrechnungszeitraum
    • Einzelnachweis aller im Rahmen der Geschäftsstellenförderung bezuschussten Ausgaben
    • Sachbericht mit Aussagen zu Aktivitäten im Abrechnungszeitraum

    6.2    Ausschreibungen
    Für Projekte, für die gesonderte Fördervoraussetzungen und –bedingungen gelten (z.B. Sonderprogramme für Musikschulen), können gesonderte Ausschreibungen und ggf. Antragsformulare veröffentlicht werden.

    7    Verfahren

    Bewilligungsbehörde ist die für Kultur zuständige Oberste Landesbehörde. Ein Rechtsanspruch des Antragstellenden auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Vielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde auf Grund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

    7.1    Antragsverfahren
    Der Antrag auf Förderung ist unter Verwendung des Antragsformulars bei der Bewilligungsbehörde vorzulegen. Das Schriftformerfordernis wird durch die Verwaltungsvorschriften grundsätzlich vorgegeben. In Abweichung von dem Schriftformerfordernis gemäß Ziffer 3.1 der Verwaltungsvorschriften (VV) zu § 44 ThürLHO kann auch eine elektronische Antragstellung über das EFRE-Portal (https://portal.efre20-thueringen.de/) oder dem Thüringer Antragssystem für Verwaltungsleistungen (ThAVEL) erfolgen. Das Schriftformerfordernis wird durch den im Freistaat Thüringen zentral bereitgestellten Identifizierungsdienst abgebildet. Für die Fälle der elektronischen Abwicklung kann insoweit von der in den Ziffern 4.1 und 8.1 der VV zu § 44 ThürLHO geregelten Schriftform ebenfalls abgewichen werden.

    7.1.1    Antragsfrist ist im Regelfall    
    der 31.03. des Vorjahres für Zuwendungen über 50.000 EUR
    der 15.10. des Vorjahres für Zuwendungen bis 50.000 EUR

    Gebietskörperschaften, deren Haushalt bei Ablauf der Antragsfrist noch nicht bestätigt ist, müssen diese Antragsfristen einhalten, stellen aber den Antrag „unter Vorbehalt der Bestätigung ihres Haushaltes“.

    7.1.2    Anträge für Projekte der zeitgenössischen Kunst sind bei der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen zu stellen.

    7.2    Bewilligungsverfahren
    Zur Entscheidung über den Antrag werden durch die Bewilligungsbehörde regelmäßig Fachbeiräte konsultiert.

    Die Bewilligung der Zuwendung erfolgt durch einen Bescheid. Dieser wird in der Regel elektronisch erstellt und übermittelt und ist ohne handschriftliche Unterschrift gültig.

    Im Falle der Gewährung einer De-minimis-Beihilfe darf der Gesamtbetrag aller „Demini-mis“- Beihilfen, den der Antragsteller innerhalb von drei Steuerjahren erhalten hat, den Schwellenwert von 200.000 EUR nicht überschreiten. Hierzu ist mit dem Antrag eine vollständige Übersicht über die in den vorangegangenen zwei Steuerjahren sowie im laufenden Steuerjahr erhaltenen „De-minimis“- Beihilfen vorzulegen.

    7.3    Auszahlungsverfahren
    Die Zuwendung wird vom Zuwendungsempfänger durch Mittelabruf bei der Bewilligungsbehörde, gegebenenfalls auch in Raten, angefordert. Die Auszahlung erfolgt durch die Bewilligungsbehörde.

    7.4    Verwendungsnachweisverfahren / Controlling
    Der Verwendungsnachweis ist gegenüber der Bewilligungsbehörde entsprechend den Regelungen des Bewilligungsbescheides zu führen. Er besteht aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis. Soweit in dieser Richtlinie (Ziffer 6) oder im Bewilligungsbescheid keine abweichenden Regelungen getroffen ist, ist der zahlenmäßige Nachweis zu erbringen gemäß

    • Nr. 6.4 ANBest-P oder
    • Nr. 6.5 ANBest-P iVm. Nr. 14 der Verwaltungsvorschriften zu § 44 ThürLHO bei einer Förderung mit einem Gesamtbetrag der Zuwendungen von weniger als 25.000 EUR oder
    • Nr. 6.4 ANBest-Gk bei Projektförderung an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften oder
    • Nr. 8.1 ZBau nach Muster 2 ZBau.

    Im Nachweis muss für Zwecke der Zielerreichungskontrolle zwingend auf mindestens eines der unter Nr. 1.3 dieser Verwaltungsvorschrift genannten Kriterien eingegangen werden.

    Die Verwendung der Zuwendung ist gemäß Ziffer 6.1 ANBest-P innerhalb von sechs Monaten nach Erfüllung des Zuwendungszwecks, spätestens jedoch mit Ablauf des sechsten auf den Bewilligungszeitraum folgenden Monats der Bewilliugngsbehörde nach-zuweisen.
    Bei der Gewährung von Zuwendungen an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüs-sen von Gebietskörperschaften ist die Verwendung der Zuwendung gemäß Ziffer 6.1 ANBest-Gk innerhalb von einem Jahr nach Erfüllung des Zuwendungszwecks, spätestens jedoch ein Jahr nach Ablauf des Bewilligungszeitraums der Bewilligungsbehörde nachzuweisen.

    Wird der Verwendungsnachweis nicht ordnungsgemäß geführt oder nicht rechtzeitig vorgelegt, so kann der Zuwendungsbescheid widerrufen und die Zuwendung zurückgefordert werden. Außerdem kann der Zuwendungsempfänger von der Bewilligung weiterer Zuwendungen so lange ausgeschlossen werden, bis der Verwendungsnachweis erbracht ist.

    Die geförderten Maßnahmen werden einem Controlling gemäß den Verwaltungsvorschriften zu § 23 ThürLHO unterzogen. Erhaltene Förderungen können im Einzelfall gemäß Artikel 12 AGVO von der Europäischen Kommission geprüft werden.

    7.5    Zu beachtende Vorschriften    
    Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die ggf. erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheids und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die VV zu § 44 ThürLHO, soweit nicht in dieser Förderrichtlinie Abweichungen zugelassen worden sind. Der Thüringer Landesrechnungshof ist berechtigt, bei dem Zuwendungsempfänger zu prüfen (§ 91 ThürLHO). Gleiches gilt bei Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland oder die Europäische Union für den Bundes- bzw. den Europäischen Rechnunghof.

    7.6    Auf die Berichterstattungspflichten der für Kultur zuständigen Obersten Landesbehörde als bewilligende Einrichtung gemäß Artikel 11 AGVO wird hingewiesen.

    7.7    Gemäß § 6 Abs. 3 Nr. 2 lit. m) Thüringer Transparenzgesetz (ThürTG) werden Informationen über alle gewährten Förderungen über 1.000 EUR veröffentlicht. Aufgrund europarechtlicher Vorgaben werden ab dem 01.07.2016 gewährte Einzelbeihilfen über 500.000 EUR veröffentlicht, vgl. Artikel 9 AGVO.

    8    Inkrafttreten, Außerkrafttreten

    Diese Richtlinie tritt am Tag ihrer Veröffentlichung in Kraft und mit Ablauf des 31.12.2027 außer Kraft.

    Erfurt, den 28.12.2021

    Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff
    Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten
    und Chef der Staatskanzlei

Förderprogramm für kulturelle Leitungskräfte und Fachkräfte im jugendkulturellen Bereich

Am 01.01.1998 wurde das Förderprogramm für kulturelle Leitungskräfte (früher: Projektmanagerprogramm) ins Leben gerufen. Das Land Thüringen fördert Personalkosten für Leitungskräfte bei kulturellen Verbänden mit überörtlicher oder vernetzender Wirkung oder sonstigen Trägern freier Kulturarbeit, die kulturpolitisch bedeutsame Maßnahmen durchführen. Es werden insbesondere Landesarbeitsgemeinschaften und die großen (Landes-) Verbände unterschiedlicher kultureller Sparten (Musik, Soziokultur, Freie Theater, Literatur, Bildende Kunst, Jugendkultur und Tanz), aber auch kulturelle Leuchtturmprojekte im ländlichen Raum unterstützt. Das Förderprogramm soll ein landesweites breitenkulturelles Netz sichern.

Außerdem können seit 01.01.2004 Personalkosten für Fachkräfte im jugendkulturellen Bereich für überregionale Maßnahmen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit gefördert werden. Die Vorhaben müssen sich besonders an die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen wenden und diese in angemessener Form in die Arbeit einbeziehen.

Die Förderung erfolgt zeitlich befristet.Auf die Gewährung der Zuwendung besteht kein Rechtsanspruch. Über die Vergabe der Fördermittel wird unter Beteiligung eines Fachbeirats im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel entschieden.

  • Die Abteilung Kultur und Kunst der Thüringer Staatskanzlei vergibt wieder Fördermittel für die Beschäftigung von kulturellen Leitungskräften und Fachkräften im jugendkulturellen Bereich. Gefördert werden Personalausgaben entsprechend folgender Förderrichtlinien:

    • Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Freistaats Thüringen
    • zur Beschäftigung von Leitungskräften bei Trägern kulturpolitisch bedeutsamer Maßnahmen
    • Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Freistaats Thüringen
    • zur Beschäftigung von Fachkräften im jugendkulturellen Bereich

    Die Förderprogramme richten sich an kulturelle Verbände mit überörtlicher oder vernetzender Wirkung und sonstige Träger freier Kulturarbeit, die kulturpolitisch bedeutsame Maßnahmen in Thüringen durchführen. Das Förderprogramm für Fachkräfte im jugendkulturellen Bereich unterstützt Maßnahmen, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richten und diese in angemessener Form in die Arbeit einbeziehen.
    Es ist geplant, für die Haushaltsjahre 2022 und 2023 erneut zweijährige Förderentscheidungen zu treffen. Es können deshalb Förderanträge für den Zeitraum von zwei Jahren gestellt werden.

    Die Anträge sind schriftlich unter Verwendung des Antragsformulars bis spätestens 30. Juni 2021 (Einsendeschluss) an die

    Thüringer Staatskanzlei,
    Abteilung Kultur und Kunst
    Regierungsstraße 73
    99084 Erfurt

    zu richten.

    Über die Vergabe der Fördermittel wird wieder nach Beratung durch den Fachbeirat entschieden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass kein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht. Vielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde auf Grund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Die Förderrichtlinien und Antragsformulare sind im Download-Bereich veröffentlicht.

    Hinweis: Die Eingangspost wird für die elektronische Akte digitalisiert. Bitte reichen Sie nur Standard-A4-Formate ein und verzichten Sie auf festverbundene Unterlagen oder Heftungen (Heftklammern), Klarsichtfolien, Mappen, etc.

    Für Fragen zum Ausschreibungsverfahren steht Ihnen Frau Grützmacher (Jana.Gruetzmacher@tsk.thueringen.de, Telefon: 0361/57 32 14 775) zur Verfügung.

Zuweisungen zum Ausgleich kommunaler Belastungen im kulturellen Bereich

An Gemeinden und Landkreise, die überdurchschnittliche Aufwendungen für Kultur erbringen.

Die Berechnung der Zuschussbedarfe erfolgt jährlich durch das Thüringer Landesamt für Statistik und wird durch schriftlichen Bescheid der für Kultur zuständigen obersten Landesbehörde festgesetzt und ausgezahlt.  Ein Antrag ist nicht erforderlich.

Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Frau Beiler zur Verfügung:

Telefon 0361-573214846
E-Mail Tina.Beiler@tsk.thueringen.de

Förderprogramm für Volontariate in Thüringer Museen

Im Rahmen der Förderung von Volontariaten können Zuwendungen für wissenschaftliche Volontariate auch mit museumspädagogischem Schwerpunkt in Thüringer Museen gewährt werden.  Die Förderung von Volontariaten erfolgt auf Grundlage der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Freistaats Thüringen für Volontäre in Thüringer Museen. Die Förderung eines Volontariats muss bei der für Kultur zuständigen Behörde beantragt werden. Mit dem Antrag sind ein für den Gesamtzeitraum des Volontariats inhaltlich ausgearbeiteter Ausbildungsplan und Vorstellungen zu einem in dieser Zeit zu realisierenden konkreten musealen Projekt vorzulegen.

 

Förderungen im Bereich der Denkmalpflege

Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege

Jugendbauhütte Mühlhausen

Seit 2003 können Jugendliche im Rahmen des "Thüringen Jahres" ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich der Denkmalpflege absolvieren. In der ersten Jugendbauhütte des Landes mit Standort in Mühlhausen erlernen jedes Jahr 20 bis 25 Jugendliche handwerkliche Fähigkeiten und tragen durch ihre Arbeit gleichzeitig zur Denkmalpflege bei. Thüringen ist das fünfte Bundesland, in dem eine Jugendbauhütte eröffnet wurde.

Mit dem Projekt sollen Jugendliche einen Einblick in die spannenden Arbeitsfelder der Denkmalpflege gewinnen und beispielsweise in Handwerksbetrieben traditionelle Handwerkstechniken erlernen, den Blick für Stilelemente und Baugeschichte schärfen, Kontakte zu Betrieben, Einrichtungen und Unternehmen in der Denkmalpflege und im Handwerk knüpfen und zudem eine Möglichkeit des persönlichen Engagements für die Gesellschaft kennen lernen.

Für die Jugendlichen gibt es eine Vielzahl von Einsatzstellen, unter anderem Plätze in Architektur- und Planungsbüros, Denkmalbehörden, in der Bodendenkmalpflege, in denkmalpflegeorientierten Vereinen, in Handwerksbetrieben (als Tischler, Maurer, Steinmetz, Zimmermann), in Museen und kulturellen Einrichtungen. Bildungsseminare beispielsweise über traditionelle Handwerkstechniken, Bauen mit Naturmaterialien, Baustilkunde und Bauphysik runden das Angebot ab.

Initiatoren der Thüringer Jugendbauhütte sind das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Deutsche Nationalstiftung, die Hermann Reemtsma Stiftung und die Stadt Mühlhausen.

Jugendbauhütte Mühlhausen
Herr Jens Hasert
Ratsstraße 19
99974 Mühlhausen
Tel.: 03601-889123

Denkmalförderrichtlinie

Die Denkmalförderrichtlinie (PDF, nicht barrierefrei, 63,7 MB) ist am 01.01.2004 in Kraft getreten. Auf der Grundlage der Denkmalförderrichtlinie können Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen bei der Erhaltung  und Pflege ihres Denkmals finanziell unterstützt werden. Förderfähig sind dabei neben wissenschaftlichen Untersuchungen, Zielstellungen, Studien und Projekten, die im direkten Zusammenhang mit der Erhaltung des Kulturdenkmals stehen, Leistungen zur Sicherung wirtschaftlich nicht genutzter Denkmale (z. B. Stadtmauern, Ruinen, Mahnmale, Standbilder, Kleinarchitektur usw.), Aufwendungen für die Wiederherstellung von teilzerstörten Kulturdenkmalen bei Sicherung der originalen Substanz, und Aufwendungen für die rekonstruierende Wiederherstellung, soweit untergegangene, aber für das Verständnis oder die Erscheinung unverzichtbare Teile eines noch bestehenden Kulturdenkmals ergänzt werden sowie Aufwendungen für die Rekonstruktion archäologischer Denkmale.

Außerdem können Regenerierungsmaßnahmen am objekttypischen Pflanzenbestand im Interesse der Erhaltung und Wiederherstellung von Denkmalen der Landschafts- und Gartengestaltung, insbesondere die Pflege und Kultivierung historischer Parkanlagen gefördert werden.

Ebenso sind Fortbildungsmaßnahmen, wenn sie im direkten Zusammenhang mit der Erhaltung von Kulturdenkmalen stehen, förderfähig.

Die Antragstellung erfolgt bis zum 30. September eines Jahres für das Folgejahr bei der Unteren Denkmalschutzbehörde. Über die Vergabe der  Fördermittel entscheidet das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie nach Prüfung der eingereichten Anträge.

Kulturstiftung des Freistaats Thüringen

Anträge und Formulare zur Förderungen von kulturell bedeutsamen Projekten erhalten Sie stets aktuell auf der Website der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen.

Die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen hat zum 01.01.2005 ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Erfurt. Der Zweck der Stiftung ist die Förderung und Bewahrung von Kunst und Kultur in Thüringen. Ihr obliegt insbesondere die Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur der in Thüringen lebenden Künstlerinnen und Künstler. Dieser Stiftungszweck wird erfüllt durch die Gewährung von Stipendien und die Förderung von Projekten.

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: