Immaterielles Kulturerbe

Immaterielles Kulturerbe bezeichnet gelebte kulturelle Ausdrucksformen, die von Generation zu Generation weiter gegeben werden und beschreiben eine besondere Vielfalt: Traditionelle Gesänge, Heilwissen, Glasmacherei, Bräuche und Instrumentenbaukunst sind nur einige Beispiele. Sie alle sind genauso Ausdruck von Kreativität und Innovation, wie sie Identität und Kontinuität vermitteln, weil sie vom Meister zum Schüler, von Generation zu Generation weitergegeben werden. Zu den Ausdrucksformen gehören etwa Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen wie auch Feste und Handwerkskünste.

Damit dieses Wissen und Können erhalten bleibt, hat die UNESCO das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Mehr als 120 Staaten sind inzwischen der völkerrechtlich verbindlichen Konvention beigetreten. Die UNESCO führt drei Listen, auf denen das immaterielle Kulturerbe weltweit verzeichnet ist. Mit Stand April 2019 sind 508 kulturelle Ausdrucksformen aus allen Weltregionen bei der UNESCO verzeichnet.

Bundesweites Verzeichnis immaterielles Kulturerbe

Ein wesentlicher Bestandteil des UNESCO-Übereinkommens ist die Erstellung nationaler Verzeichnisse. Das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes wird in einem mehrstufigen Verfahren in Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Deutscher UNESCO-Kommission erstellt. Seit dem Beitritt Deutschlands zur UNESCO-Konvention 2013 haben insgesamt drei Ausschreibungsrunden stattgefunden. Das Bundesweite Verzeichnis umfasst 97 Einträge (Stand April 2019). Thüringen ist mit drei Einträgen vertreten:

  • Skatspiel aus Altenburg
  • der Eisenacher Sommergewinn
  • die Heiligenstädter Palmsonntagsprozession

Auswahlverfahren

Die vierte Bewerbungsrunde zum bundesweiten Verzeichnis immaterielles Kulturerbe beginnt am 1. April 2019. Bewerbungen können bis zum 30. Oktober 2019 eingereicht werden. An dem mehrstufigen Verfahren sind die Bundesländer, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Auswärtige Amt und die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligt. Jedes Bundesland kann insgesamt vier Bewerbungen vorschlagen, die es dann an die Kultusministerkonferenz weiterleitet. Grundlage für die Weiterleitung an die KMK ist in Thüringen die Empfehlung der Landesjury. Nach den Ländernominierungen erstellt das Sekretariat der Kultusministerkonferenz dann eine Vorschlagsliste, die dem Expertenkomitee bei der Deutschen UNESCO-Kommission zur fachlichen Begutachtung zugeleitet wird. Das Komitee spricht Auswahlempfehlungen für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis aus.

Weiterführende Informationen

Bundesweites Verzeichnis

Bewerbungsverfahren

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