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Welt- und Kulturerbe Thüringens

Besucher vor der Wartburg bei Sonnenschein

Die Kulturabteilung der Thüringer Staatskanzlei koordiniert als oberste Denkmalschutzbehörde landesseitig das Antragsverfahren für die UNESCO-Welterbeliste und ist gemeinsam mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Ansprechpartner gegenüber der UNESCO für die Welterbestätten.  

Welterbestätte in Thüringen

Die Welterbestätte Klassisches Weimar ist ein einzigartiges Zeugnis der Kulturepoche der Weimarer Klassik. In dieser Zeit entstanden literarische Werke von außergewöhnlicher Bedeutung, geprägt von Weltoffenheit, universellem Bildungsanspruch und humanistischem Streben. Weimar wurde zu einem Brennpunkt europäischer Geistesströmungen.

Zu den 12 separaten Gebäuden und Ensembles, die die Welterbestätte bilden, gehören das Barockhaus am Frauenplan, in dem Goethe fast 50 Jahre lebte, Garten und Gartenhaus Goethes, das Wohnhaus Herders, die alte Universität und das Schillerhaus. Ebenfalls Teil der Welterbestätte sind Herders Kirche, das Ensemble aus Residenz und Bastille, das Wittumspalais, der Park an der Ilm mit dem Römischen Haus, das Schloss Belvedere und sein Park mit der Orangerie, die Schlösser Ettersburg und Tiefurt mit ihren Parks und der historische Friedhof mit den Fürstengräbern. Auch die Anna Amalia Bibliothek mit ihrem berühmten Rokokosaal gehört zur Welterbestätte.

Blick auf Schloss Belvedere in Weimar, blühende Sträucher im Vordergrund

Zur 1996 in Weimar und Dessau anerkannten Welterbestätte gehören die ehemalige Kunstakademie, die Kunstgewerbeschule und das Haus am Horn in Weimar, das Bauhausgebäude und die sieben Meisterhäuser in Dessau. In Weimar nahm das Bauhaus 1919 seine Arbeit auf und veranstaltete 1923 seine erste Leistungsschau. 

Das Bauhaus repräsentiert den Wunsch, eine moderne Architektur mit den neuen Materialien der Zeit, wie Stahlbeton, Glas, Stahl, und Bauverfahren wie Skelettbau und Glasfassaden zu entwickeln. Die Bauwerke basieren auf dem Funktionsprinzip. Die Form der Gebäude verweigert sich den traditionellen, historischen Repräsentationssymbolen. In einem stark abstrahierenden Prozess werden die architektonischen Formen – sowohl die unterteilte Struktur des Baus als auch die einzelnen Strukturelemente – auf ihre primären Grundformen reduziert. Sie leiten ihren Ausdruck aus einer Komposition ineinander verschlungener Würfel ab.

Bauhaus-Universität Weimar, Hauptgebäude von außen

Obwohl die Wartburg einige sehr alte Teile umfasst, entstand ihre heutige Form im Zuge des Wiederaufbaus im 19. Jahrhundert. Das wiedererwachte Interesse beruhte auf dem Symbolcharakter der Burg für die deutsche Bevölkerung: Seit Beginn ihres Bestehens war die Festung der thüringischen Landgrafen Ort und Zeuge historischer Ereignisse und Veranstaltungen, die sie zu einem Monument nationalen Gedenkens und der Weltgeschichte machen. Im ausgehenden 16. Jahrhundert war die Wartburg Ort des Aufenthalts und Wirkens Martin Luthers. Von Mai 1521 bis März 1522 hatte der gebannte und geächtete Reformator auf der Wartburg Zuflucht gefunden und im Dezember mit der Übertragung des Neuen Testaments aus der griechischen Fassung ins Deutsche begonnen. Das von ihm bewohnte Kavaliersgefängnis, die Lutherstube, wurde zum Ziel unzähliger Pilger. Sie wurde 1999 als ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Einst wuchsen sie überall in Mitteleuropa, nun müssen wir sie schützen - alte, naturnahe Buchenwälder. Der Mensch hat den mitteleuropäischen Urwald bedrohlich zurückgedrängt.  Ihre Ausbreitung in Europa nach der letzten Eiszeit macht Buchenwälder einmalig. 2011 wurden daher fünf Buchenwälder in Deutschland, darunter der Hainich, auf die Liste des Welterbes gesetzt. Die wertvollsten Relikte naturbelassener alter Buchen­wälder in Deutschland sind Teil der gemeinsamen Welterbestätte – "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas". Der 530 Meter lange Baumkronenpfad ist ein Besuchermagnet und führt vom unteren Kronenbereich hinauf bis zu den Spitzen der Urwald-Baumkronen. Seit 2011 zählt der Nationalpark Hainich zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Zahlreiche Besucher laufen am 15.10.2017 bei sonnigen Herbstwetter auf dem Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich nahe Bad Langensalza (Thüringen).

In Thüringen gibt es derzeit drei Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes:

Insgesamt gibt es in Deutschland aktuell 46 Welterbestätten.

#DailyDrone

#DailyDrone ist der tägliche Blick auf Deutschland aus der Vogelperspektive. Die #DailyDrone zeigt alle 46 UNESCO-Natur- und Kulturerbestätten in Deutschland.

#DailyDrone "Klassisches Weimar"

#DailyDrone der Wartburg

#DailyDrone der Bauhaus-Stätten

#DailyDrone "Alte Buchenwälder"

Thüringer Residenzkultur

Potential zum Weltkulturerbe?

Thüringen. Land der Residenzen

Ständestaat und Monarchie haben in Thüringen ein vielschichtiges, differenziertes und an Realien reiches Erbe hinterlassen. Hier sind die aus fürstlichen Sammlungen hervorgegangenen Stücke des Weltdokumentenerbes „Schriften der frühen Reformation“ ebenso zu nennen wie Kunstsammlungen oder das für die deutsche Geschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit bedeutsame Ernestinische Gesamtarchiv. Die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar und die Forschungsbibliothek Gotha, die drei bedeutendsten Bibliotheken des Freistaats, jeweils mit internationalem Anspruch, gehen auf fürstliche Hofbibliotheken zurück.

Das bauliche Erbe der Thüringer Residenzkultur prägt weithin sichtbar die Kulturlandschaft. In seiner Dichte ist es Zeugnis adliger Baukultur und ihrer Nachnutzung in demokratischen und diktatorischen Kontexten. Der Freistaat Thüringen prüft daher die Nominierung der Thüringer Residenzkultur für die Vorschlagsliste, die sogenannte Tentativliste, zum UNESCO-Welterbe.

Mit der Wartburg in Eisenach und dem Weimarer Schloss gehören bereits zwei herausragende Bestandteile der Thüringer Residenzkultur zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Rahmen des touristischen Jahresschwerpunkts „Parks und Gärten“ werden auch die den Schlössern nicht selten zugehörigen Parkanlagen in das öffentliche Bewusstsein gehoben.

  • Der Weg zu einer erfolgreichen Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO ist lang. Ziel dieses Verfahrens ist es, die Qualität der Eintragungen auf der Liste zu sichern. Herausragendes Kriterium ist der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte, die eingetragen werden soll.

    Die Situation heute. Welterbe in Thüringen

    In Thüringen gibt es mit den Bauhaus-Stätten in Weimar (Aufnahme 1996), dem Klassischen Weimar (1998) sowie der Wartburg (Aufnahme 1999) derzeit drei Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Nationalpark Hainich ist seit 2011 Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes Alte Buchenwälder. 2021 wird Thüringen den von der Stadt Erfurt vorbereiteten Antrag zum Jüdisch-mittelalterlichen Erbe als Bewerbung um ein weiteres Weltkulturerbe bei der UNESCO einreichen.

    Das Welterbeverfahren

    Mit dem Eintrag auf die UNESCO-Welterbeliste wird anerkannt, dass die entsprechenden Güter „Teile des Kultur- und Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen“ (Präambel Welterbekonvention 1972). Grundvoraussetzungen für die Aufnahme auf die Welterbeliste sind neben dem außergewöhnlich universellen Wert (outstanding universal value) die historische Echtheit (Authentizität) sowie die Unversehrtheit (Integrität) des Gutes. Die Bewerbung muss darüber hinaus mindestens eines von den insgesamt zehn in den „Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz  des Kultur- und Naturerbes“ festgelegten Kriterien erfüllen. In diesen vom UNESCO-Welterbezentrum herausgegebenen „Durchführungsrichtlinien“ sind neben den Kriterien Grundsätze für das Nominierungsverfahren auch Anforderungen an Schutz und Verwaltung von anerkannten Welterbestätten festgelegt.

    Die Auswahl von Welterbestätten gliedert sich in ein mehrstufiges Verfahren. Im ersten Schritt erfolgt auf nationaler Ebene die Bewerbung um die Aufnahme in die Tentativliste. Die Tentativliste ist eine Vorschlagsliste für zukünftige Nominierungen zur Aufnahme in das Register der UNESCO-Welterbestätten. Da in Deutschland die Kulturhoheit bei den Ländern angesiedelt ist, liegt das Vorschlagsrecht für die Tentativliste bei den für Denkmalschutz zuständigen Landesministerien. Die Länder tragen auch die finanziellen Verpflichtungen, die sich aus einer Nominierung ergeben. Mit einer Anerkennung als Kultur- oder Naturerbestätte ist keine finanzielle Zuwendung durch die UNESCO oder den Bund verbunden. Anträge werden von den Trägereinrichtungen eines potentiellen Welterbes vorbereitet. Die aus den Ländern kommenden Vorschläge werden dann durch die Kultur-Ministerkonferenz unter dem Dach der Kultusministerkonferenz (KMK) zusammengeführt. Die Tentativliste dient als Grundlage für die künftigen Anmeldungen für die Nominierung für die UNESCO-Welterbeliste. Deutsche Anträge werden vom zuständigen Landesministerium über die KMK dem Auswärtigen Amt zugeleitet, das die Übermittlung über die Ständige Vertretung Deutschlands bei der UNESCO an das UNESCO-Welterbezentrum in Paris vornimmt. Das Welterbezentrum prüft die Anträge auf förmliche Richtigkeit. Pro Jahr kann ein Mitgliedsstaat ein Gut nominieren.

    Repräsentativität, Ausgewogenheit, Glaubwürdigkeit. Prämissen für die Welterbeliste

    Deutschland gehört mit aktuell 46 Einträgen zu den auf der UNESCO-Welterbeliste sehr gut repräsentierten Staaten. Die Region Europa und Nordamerika zählt trotz ihrer geographisch geringen Größe zu den Regionen mit dem am Abstand meisten Welterbestätten (47%). Die UNESCO betrachtet die Kulturen der Welt als gleichrangig und bemüht sich um eine ausgewogene Liste. Dazu wurden in der fortlaufend aktualisierten Globalen Strategie wichtige Eckpunkte festgelegt. Demzufolge sollen Nominierungen aus Zeitepochen und Regionen Vorrang haben,  die bisher eher unterrepräsentiert sind. Stätten, die einem auf der Liste besonders häufig vertretenen Gut zugehörig sind (wie zum Beispiel historische Altstädte, Schlösser, Parkanlagen) sind herausgefordert, ihren Antrag besonders gut zu begründen. 

    Fortschreibung der deutschen Tentativliste

    Deutschland hat seine aktuelle Tentativliste fast abgearbeitet. 2024 wird der letzte Eintrag auf der deutschen Vorschlagsliste für ein UNESCO-Welterbe von Deutschland eingereicht werden. Die Gremien der KMK haben nun das Verfahren für die Fortschreibung der Tentativliste vorbereitet. Jedes Bundesland kann bis zu zwei Güter nominieren, Abgabetermin für die Bewerbungen der Tentativliste ist der 31.10.2021. Nach der Begutachtung durch ein Fachgremium wird Ende 2024 der Beschluss über die Aufnahme auf die Tentativliste gefällt. 2025 kann Deutschland dann den ersten Eintrag der aktualisierten Tentativliste einreichen.

    Thüringer Beitrag zur Tentativliste

    Thüringen und die Fortschreibung der deutschen Tentativliste

    Der Freistaat prüft derzeit eine mögliche Nominierung der Thüringer Residenzkultur als Weltkulturerbe. Damit wird eine Anregung des Sachverständigenbeirats der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten aus dem Jahr 2019 aufgegriffen. Der Prüfprozess steht am Anfang. Unterstützt von einem Expertengremium aus dem Museumsbereich und der Landesdenkmalpflege und begleitet durch die Kulturabteilung der Staatskanzlei liegt die fachliche Federführung bei der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Da Schlösser und Gärten zu den überrepräsentierten Gütern auf der Welterbe-Liste zählen, ist eine zentrale Herausforderung dieses Prozesses die Formulierung eines überzeugenden outstanding universal values in Abgrenzung zu den bereits eingetragenen vergleichbaren Gütern. Entschieden werden muss zudem, welche Güter nominiert werden.

    Antrag Jüdisch-mittelalterliches Erbe

    Im Februar 2021, während des Themenjahres „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“, wird der Freistaat Thüringen den Antrag der Stadt Erfurt auf Aufnahme des jüdisch-mittelalterlichen Erbes als UNESCO-Welterbe einreichen. Das ist ein großer Schritt einer langen Wegstrecke. Bei der letzten Fortschreibung der Tentativliste 2012 hatte Thüringen die Bewerbung Erfurts eingereicht. 2014 erfolgte die Aufnahme auf die Tentativliste. In den vergangenen Jahren wurden ein umfangreicher Antrag sowie ein Managementplan erarbeitet. Diese Dokumente sollen im Februar 2021 eingereicht werden. Der Antragsprozess sieht folgende Stationen vor: Die Stadt Erfurt übergibt den Antrag an das Land. Das Land leitet zur Vorprüfung  an die KMK weiter, von dort geht der Antrag an das Auswärtige Amt und schließlich an das UNESCO-Sekretariat des Welterbekomitees nach Paris. Ab der offiziellen Übergabe, also ab Februar 2021, erfolgen dann Prüfung und Beurteilung durch ein international besetztes Gremium. Eine Entscheidung über die Aufnahme als UNESCO-Welterbestätte wird im Rahmen der Jahrestagung des Komitees für das Erbe der Welt im Juni/Juli 2022 gefällt.

     

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    Der Weg zur Antragseinreichung

    Zeitplan

    Verfahrensschritt

    31.10.2021

    Abgabe der Bewerbungsunterlagen durch die Länder

    03/2021 – 10/2021

    Auswahl und Beschluss über die Mitglieder des Fachbeirats

    10/2021

    Einrichtung Geschäftsstelle des Fachbeirats

    01.01.2022 - 28.2.2023

    Evaluation der Vorschläge und Vorlage des Abschlussberichts des Fachbeirats an den Kulturausschuss 

    31.12.2022

    Eingang von Vorschlägen aus dem Naturschutzbereich bei der KMK

    03/2023 – 10/2023

    Beratungen Beschlussfassung durch die Gremien der KMK und Abstimmung mit den für das Naturerbe zuständigen Bundesbehörden über die Reihenfolge der Tentativliste (sofern erforderlich)

    01/2024

    Einreichung der neuen Tentativliste bei der UNESCO

    01/2025

    Einreichung des 1. Antrags der neuen Tentativliste beim Welterbezentrum

Statement von Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff über die aktuelle Debatte um die Aufnahme der Thüringer Residenzlandschaft in die #UNESCO-Weltkulturerbeliste:

Zum Statement (externer Link)

 

Sommerpalais und Fürstlich Greizer Park
Sommerpalais und Fürstlich Greizer Park
Schloss Friedenstein mit Herzoglichem Park
Schloss Friedenstein mit Herzoglichem Park
Schloss Heidecksburg in Rudolstadt
Schloss Heidecksburg in Rudolstadt
Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden
Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden

Verfahren UNESCO-Welterbe

Für die UNESCO-Liste des Weltkultur- und Weltnaturerbes qualifizieren sich Stätte, die von außergewöhnlich universellem Wert („outstanding universal value“) sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen.

Die Auswahl von Welterbestätten gliedert sich in ein mehrstufiges Verfahren. Im ersten Schritt erfolgt auf nationaler Ebene die Bewerbung um die Aufnahme in die Tentativliste. Die Tentativliste ist eine Vorschlagliste für zukünftige Nominierungen zur Aufnahme in das Register der UNESCO-Welterbestätten. Da in Deutschland Kulturhoheit Ländersache ist, liegt das Vorschlagrecht für die Tentativliste bei den für Denkmalschutz zuständigen Landesministerien. Die aus den Ländern kommenden Vorschläge werden dann durch die Kulturministerkonferenz (KMK) zusammengeführt. Die Tentativliste dient als Grundlage für die künftigen Anmeldungen für die Nominierung für  die UNESCO-Welterbeliste.

Deutschland hat seine aktuelle Tentativliste fast abgearbeitet. 2024 wird der letzte Eintrag auf der deutschen Vorschlagliste für ein UNESCO-Welterbe von Deutschland eingereicht werden. Die Gremien der Kulturministerkonferenz haben das Verfahren für die Fortschreibung der Tentativliste vorbereitet. Jedes Bundesland kann bis zu zwei Güter nominieren, Abgabetermin für die Bewerbungen der Tentativliste ist der 31.10.2021. Nach der Begutachtung durch ein Fachgremium wird Ende 2024 der Beschluss über die Aufnahme auf die Tentativliste gefällt. 2025 kann Deutschland dann den ersten Eintrag der aktualisierten Tentativliste einreichen. Thüringen prüft mit dem Grünen Band und der Thüringer Residenzkultur derzeit zwei mögliche Nominierungen für die Tentativliste.

Weitere Informationen:

Zur Webseite der Kultusministerkonferenz

Zur Webseite der UNESCO

Bewerbung Jüdisch-mittelalterliches Erbe

2021 reicht Thüringen den von der Stadt Erfurt vorbereiteten Antrag zum jüdisch-mittelalterlichen Erbe als Bewerbung um ein weiteres Weltkulturerbe bei der UNESCO ein. Nominiert sind die Alte Synagoge, die Mikwe sowie das Steinerne Haus. Diese Bauwerke sind seltene Zeugnisse eines christlich-jüdischen Zusammenlebens im Mittelalter, das mit Pogromen und Vertreibungen zu einem abrupten Ende gekommen ist.

Zur Webseite der Bewerbung

Lichterfest Chanukka

Europäisches Kulturerbe-Siegel

Das Europäische Kulturerbe-Siegel zeichnet Stätten aus, die in besonderer Weise mit der Geschichte Europas und der Entwicklung der Europäischen Union verbunden sind. Bewerben können sich Kulturdenkmale, Kulturlandschaften oder Gedenkstätten. Stätten, die das Europäische Kulturerbe-Siegel tragen, bieten Vermittlungsangebote an, die Besucherinnen und Besucher für den europäischen Gedanken sensibilisieren. Beim Europäischen Kulturerbe-Siegel handelt es sich um eine Initiative einzelner europäischer Staaten. Bis 2011wählten EU-Mitgliedsstaaten nach jeweils eigenen Kriterien Stätten für das Europäische Kulturerbe-Siegel aus. 2012 erfolgte die Umwandlung in eine formelle EU-Initiative. Alle zwei Jahre startet nun eine Ausschreibungsrunde, bei dem jedes der 27 EU-Länder bis zu zwei Stätten vorschlagen kann. Es handelt sich um ein zweistufiges Auswahlverfahren. Zunächst muss auf nationaler Ebene eine Auswahl erfolgen. Im zweiten Schritt prüft dann eine  unabhängige Jury die Vorschläge. Die Zuerkennung erfolgt durch die EU-Kommission. Seit 2012 wurden in Deutschland insgesamt fünf Stätten ausgezeichnet: Das Hambacher Schloss, Stätten des musikalischen Erbes der Stadt Leipzig, Stätten des Westfälischen Friedens, das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler (zusammen mit Frankreich) sowie die Werkbundsiedlungen. Nach dem alten System (2006 - 2011) wurden im Rahmen des Netzwerks „Stätten der Reformation“ und „Stätten des Eisernen Vorhangs“ Orte in Thüringen mit dem Vorläufer des heutigen Europäischen Kulturerbe-Siegels ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Verfahren Europäisches Kulturerbe-Siegel finden Sie in den Leitlinien für Bewerberstätten.

Leitlinien für Bewerberstätten

Zur Webseite des Europäischen Kulturerbe-Siegels der Europäischen Kommission

Georgenkirche in Eisenach
Georgenkirche in Eisenach

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