Welt- und Kulturerbe Thüringens

Besucher vor der Wartburg bei Sonnenschein

Die Kulturabteilung der Thüringer Staatskanzlei koordiniert als oberste Denkmalschutzbehörde landesseitig das Antragsverfahren für die UNESCO-Welterbeliste und ist gemeinsam mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Ansprechpartner gegenüber der UNESCO für die Welterbestätten.  

Welterbestätte in Thüringen

In Thüringen gibt es derzeit drei Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes:

Wartburg
Zur Webseite der UNESCO zur Wartburg

Bauhaus-Stätten in Weimar
Zur Webseite der UNESCO zu den Bauhaus-Stätten in Weimar

Klassisches Weimar
Zur Webseite der UNESCO zum Klassischen Weimar

Der Nationalpark Hainich (Zur Webseite der UNESCO) ist Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes "Alte Buchenwälder".

Insgesamt gibt es in Deutschland aktuell 46 Welterbestätten.

#DailyDrone

#DailyDrone ist der tägliche Blick auf Deutschland aus der Vogelperspektive. Die #DailyDrone zeigt alle 46 UNESCO-Natur- und Kulturerbestätten in Deutschland.

#DailyDrone der Wartburg

#DailyDrone der Bauhaus-Stätten

#DailyDrone "Alte Buchenwälder"

Bauhaus-Universität Weimar, Hauptgebäude von außen
Bauhaus-Universität Weimar

Verfahren UNESCO-Welterbe

Für die UNESCO-Liste des Weltkultur- und Weltnaturerbes qualifizieren sich Stätte, die von außergewöhnlich universellem Wert („outstanding universal value“) sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen.

Die Auswahl von Welterbestätten gliedert sich in ein mehrstufiges Verfahren. Im ersten Schritt erfolgt auf nationaler Ebene die Bewerbung um die Aufnahme in die Tentativliste. Die Tentativliste ist eine Vorschlagliste für zukünftige Nominierungen zur Aufnahme in das Register der UNESCO-Welterbestätten. Da in Deutschland Kulturhoheit Ländersache ist, liegt das Vorschlagrecht für die Tentativliste bei den für Denkmalschutz zuständigen Landesministerien. Die aus den Ländern kommenden Vorschläge werden dann durch die Kulturministerkonferenz (KMK) zusammengeführt. Die Tentativliste dient als Grundlage für die künftigen Anmeldungen für die Nominierung für  die UNESCO-Welterbeliste.

Deutschland hat seine aktuelle Tentativliste fast abgearbeitet. 2024 wird der letzte Eintrag auf der deutschen Vorschlagliste für ein UNESCO-Welterbe von Deutschland eingereicht werden. Die Gremien der Kulturministerkonferenz haben das Verfahren für die Fortschreibung der Tentativliste vorbereitet. Jedes Bundesland kann bis zu zwei Güter nominieren, Abgabetermin für die Bewerbungen der Tentativliste ist der 31.10.2021. Nach der Begutachtung durch ein Fachgremium wird Ende 2024 der Beschluss über die Aufnahme auf die Tentativliste gefällt. 2025 kann Deutschland dann den ersten Eintrag der aktualisierten Tentativliste einreichen. Thüringen prüft mit dem Grünen Band und der Thüringer Residenzkultur derzeit zwei mögliche Nominierungen für die Tentativliste.

Weitere Informationen:

Zur Webseite der Kultusministerkonferenz

Zur Webseite der UNESCO

Bewerbung Jüdisch-mittelalterliches Erbe

2021 reicht Thüringen den von der Stadt Erfurt vorbereiteten Antrag zum jüdisch-mittelalterlichen Erbe als Bewerbung um ein weiteres Weltkulturerbe bei der UNESCO ein. Nominiert sind die Alte Synagoge, die Mikwe sowie das Steinerne Haus. Diese Bauwerke sind seltene Zeugnisse eines christlich-jüdischen Zusammenlebens im Mittelalter, das mit Pogromen und Vertreibungen zu einem abrupten Ende gekommen ist.

Zur Webseite der Bewerbung

Lichterfest Chanukka

Europäisches Kulturerbe-Siegel

Das Europäische Kulturerbe-Siegel zeichnet Stätten aus, die in besonderer Weise mit der Geschichte Europas und der Entwicklung der Europäischen Union verbunden sind. Bewerben können sich Kulturdenkmale, Kulturlandschaften oder Gedenkstätten. Stätten, die das Europäische Kulturerbe-Siegel tragen, bieten Vermittlungsangebote an, die Besucherinnen und Besucher für den europäischen Gedanken sensibilisieren. Beim Europäischen Kulturerbe-Siegel handelt es sich um eine Initiative einzelner europäischer Staaten. Bis 2011wählten EU-Mitgliedsstaaten nach jeweils eigenen Kriterien Stätten für das Europäische Kulturerbe-Siegel aus. 2012 erfolgte die Umwandlung in eine formelle EU-Initiative. Alle zwei Jahre startet nun eine Ausschreibungsrunde, bei dem jedes der 27 EU-Länder bis zu zwei Stätten vorschlagen kann. Es handelt sich um ein zweistufiges Auswahlverfahren. Zunächst muss auf nationaler Ebene eine Auswahl erfolgen. Im zweiten Schritt prüft dann eine  unabhängige Jury die Vorschläge. Die Zuerkennung erfolgt durch die EU-Kommission. Seit 2012 wurden in Deutschland insgesamt fünf Stätten ausgezeichnet: Das Hambacher Schloss, Stätten des musikalischen Erbes der Stadt Leipzig, Stätten des Westfälischen Friedens, das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler (zusammen mit Frankreich) sowie die Werkbundsiedlungen. Nach dem alten System (2006 - 2011) wurden im Rahmen des Netzwerks „Stätten der Reformation“ und „Stätten des Eisernen Vorhangs“ Orte in Thüringen mit dem Vorläufer des heutigen Europäischen Kulturerbe-Siegels ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Verfahren Europäisches Kulturerbe-Siegel finden Sie in den Leitlinien für Bewerberstätten.

Leitlinien für Bewerberstätten

Zur Webseite des Europäischen Kulturerbe-Siegels der Europäischen Kommission

Georgenkirche in Eisenach
Georgenkirche in Eisenach

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: