Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Medienwirtschaft und -standortförderung

Corona-Pandemie und Medienstandort

Der Freistaat Thüringen hat gemeinsam mit Bund und Ländern im Verlauf der Corona-Pandemie eine Reihe von Hilfsprogrammen gestartet, die auch von Unternehmen, Selbstständigen und Beschäftigten im Medienbereich in Anspruch genommen werden können. Bitte prüfen Sie regelmäßig zum Beispiel folgende Informationsquellen:

Hilfen des Freistaats Thüringen für Kulturschaffende finden Sie hier:

Wirtschaftshilfen für Thüringer Unternehmen und Selbständige im Zusammenhang mit COVID-19 finden Sie hier.

Der Freistaat Thüringen bietet zudem eine Absicherung privater Veranstalter gegen coronabedingte Terminabsagen an. Dazu beteiligt sich das Land an den Ausfallkosten, die einem Veranstaltungsunternehmen entstehen, wenn Veranstaltungen oder Messen aufgrund einer Verschärfung oder Verlängerung von Infektionsschutzbestimmungen abgesagt werden müssen. Weitergehende Informationen finden Sie hier.

Die Kulturstiftung Thüringen hat ein Sonderstipendienprogramm für Künstlerinnen und Künstler gestartet. Es betrifft die Bereiche Bildende und Darstellende Kunst, Musik, Film/Video sowie Literatur. Gefördert werden allgemeine Arbeitsvorhaben mit einem Betrag von 4.000 Euro. Mehr Infos gibt es hier.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie auch in Thüringen hat die Thüringer Staatskanzlei eine Sonderabspielförderung für Kinos eingerichtet, die unter erschwerten Öffnungsbedingungen die Aufrechterhaltung eines kuratierten Programmangebots unterstützen soll. Während der vollständigen Schließung der Kinos ist diese Förderung ausgesetzt.

Informationen über mögliche Wirtschaftshilfen der Bundesregierung, insbesondere über das Maßnahmepaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus („Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“), sind hier abrufbar.

Eine mitteldeutsche Übersicht zu Unterstützungsleistungen für den Medienbereich der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) finden Sie hier.

Förderangebote für audiovisuelle Medienproduktionen

Die landschaftliche Vielfalt und Schönheit, die facettenreichen Städte und Ortschaften des Freistaats bieten geeignete Locations für jedes Genre. Für die Unterstützung insbesondere großer audiovisueller Produktionen kommt der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH (MDM) als wichtigster Filmfördereinrichtung der Region eine besondere Bedeutung zu. Als gemeinsame Filmförderung von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist sie ein Motor, der die Entwicklung des Medienstandorts Mitteldeutschland vorantreibt. Zu ihren Aufgaben zählen, die regionale Produktionslandschaft zu stärken, nationale und internationale Produktionen für die Region zu gewinnen und bietet zudem auch eine Festival- und Talentförderung. Hervorragende Kinoprogrammreihen mitteldeutscher Kinos würdigt die MDM mit ihren jährlich vergebenen Kinoprogrammpreisen. Die MDM Film Commission bietet neben einem gut sortierten Location Guide auch ein Branchenverzeichnis für regionale Dienstleister und somit kompetente Beratung und Informationen für Medienproduzenten und Kreative, die in Thüringen Projekte umsetzen wollen.

Die Thüringer Staatskanzlei trägt mit einer eigenen Förderrichtlinie dazu bei, audiovisuelle Medienkultur in Thüringen zu erhalten und zu stärken. Insbesondere soll sich Thüringen als Standort audiovisueller Medienproduktion, einschließlich der Kindermedien, weiter entwickeln können. Gegenstand der Förderung ist das kreative audiovisuelle Medienschaffen in allen Phasen der Entstehung und Verwertung einschließlich des Abspiels. Es schließt Filme, Games, VR/AR-, Fulldome- und andere audiovisuelle Darstellungsformen ein. Gefördert werden insbesondere frühe Projektentwicklungsphasen und so genannte schwierige Werke ohne wirtschaftliche Auswertungschance. Gefördert wird auch die Entwicklung von innovativen Medientechnologien in Thüringen, die zum Ziel haben, kreative Inhalte mittels audiovisueller Medien darzustellen.

Ziel der Förderung ist es,

  • die audiovisuelle Film- und Medienkultur in Thüringen, insbesondere der innovative bzw. experimentelle Charakter sowie die künstlerische Qualität von Werken Thüringer Filmschaffender zu fördern,
  • die kulturwirtschaftliche Entwicklung des Medienstandorts im Bereich Bewegtbild, insbesondere audiovisuelle Kindermedien und Nachwuchs, zu fördern,
  • die Wahrnehmbarkeit Thüringens als Standort audiovisueller Medienproduktion auch über die Landesgrenzen hinaus zu erhöhen,
  • die Förderung der Medienbildung, insbesondere der Filmbildung aller Generationen,
  • den kulturellen Erlebnisort Kino besonders im ländlichen Raum zu bewahren.

Weitere Informationen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur audiovisuellen Medienförderung finden Sie hier:

  • Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Freistaats Thüringen zur Förderung des kulturellen Films und anderer kreativer audiovisueller Medien

    1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlagen
    2. Gegenstand der Förderung
    3. Zuwendungsempfänger
    4. Zuwendungsvoraussetzungen
    5. Art und Umfang der Zuwendungen
    6. Sonstige Zuwendungsbestimmungen
    7. Verfahren
    8. Inkrafttreten, Außerkrafttreten

    1. Zuwendungszweck, Rechtsgrundlagen


    1.1. Der Freistaat Thüringen gewährt Zuwendungen zur kulturellen Filmförderung und zur Medienförderung im audio-visuellen Bereich nach Maßgabe dieser Richtlinie und der jeweils geltenden Fassung der §§ 23, 44 Thüringer Landeshaushaltsordnung (ThürLHO) sowie der hierzu erlassenen Verwaltungsvorschriften (VV) und der §§ 48, 49 und 49 a des Thüringer Verwaltungsverfahrensgesetzes (ThürVwVfG) in der jeweils geltenden Fassung. Fördermittel nach dieser Richtlinie werden mit Ausnahme der Förderung für Games nach Maßgabe der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung der EU (Verordnung EU Nr. 651/2014 der Kommission; AGVO) zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABl. EU L 187 v. 26.06.2014, S. 1), insbesondere Art. 53 und 54 AGVO, ausgereicht. Auf die Berichterstattungspflichten der Zuwendungsbehörde als bewilligende Einrichtung gemäß Artikel 11 AGVO wird hingewiesen.
    Die Förderung von Games erfolgt nach Maßgabe der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen (De-minimis-VO).

    1.2. Zweck der Förderung ist es, die audiovisuelle Medienkultur in Thüringen zu erhalten und zu stärken und somit unterstützend dazu beizutragen, Thüringen als Standort audiovisueller Medienproduktion, einschließlich der Kindermedien, zu präsentieren und weiter zu entwickeln. Gegenstand der Förderung ist das kreative audiovisuelle Medienschaffen in allen Phasen der Entstehung und Verwertung einschließlich des Abspiels. Gefördert werden insbesondere frühe Projektentwicklungsphasen sowie so genannte schwierige Werke ohne wirtschaftliche Auswertungschance. Gefördert wird auch die Entwicklung von innovativen Medientechnologien in Thüringen, die zum Ziel haben, kreative Inhalte mittels audiovisueller Medien darzustellen.


    1.3. Ziel der Förderung ist es,

    • die audiovisuelle Film- und Medienkultur in Thüringen, insbesondere der innovative bzw. experimentelle Charakter sowie die künstlerische Qualität von Werken Thüringer Filmschaffender zu fördern,
    • die kulturwirtschaftliche Entwicklung des Medienstandorts im Bereich Bewegtbild, insbesondere audiovisuelle Kindermedien und Nachwuchs, zu fördern,
    • die Wahrnehmbarkeit Thüringens als Standort audiovisueller Medienproduktion auch über die Landesgrenzen hinaus zu erhöhen,
    • die Förderung der Medienbildung, insbesondere der Filmbildung aller Generationen,
    • den kulturellen Erlebnisort Kino besonders im ländlichen Raum zu bewahren.

    Als Indikatoren für die Zielerreichung gelten zum Beispiel:

    • Festivalteilnahmen, Preise und Auszeichnungen für geförderte audiovisuelle Medienprojekte,
    • Anzahl der Kinos beziehungsweise Anzahl der Kinobesucher auf Grundlage der jährlichen Kinostatistik der Filmförderungsanstalt,
    • Anzahl der Teilnehmer an geförderten Veranstaltungen im Bereich der Medienbildung
    • Indikator ist auch der innovative Charakter des jeweiligen Projektes, der sich insbesondere auf Inhalte oder auf die Produktionstechnologien beziehungsweise die Produktionsprozesse beziehen kann, die zum Ziel haben, kreative audiovisuelle Inhalte darzustellen.

    1.4. Ein Anspruch des Antragstellers auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Vielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde auf Grund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

    2. Gegenstand der Förderung

    Die Förderung erstreckt sich auf folgende vornehmlich nicht-kommerzielle Vorhaben mit grundsätzlich deutlichem Bezug zum Freistaat Thüringen:


    2.1. Entwicklung von Treatments, Drehbüchern und Ähnlichem für kreative audiovisuelle Medienprojekte (Filme, Games, 360°, Full Dome, Augmented Reality, Virtual Reality etc.) sowie die Entwicklung innovativer Prozesse und Technologien im Sinne von Ziffer 1.2.

    2.2. Produktion, einschließlich aller Postproduktionsschritte, von kreativen audiovisuellen Medienprojekten. Gefördert werden in diesem Rahmen auch audiovisuelle Abschlussprojekte (Filme, Games etc.) von Studierenden Thüringer Hochschulen, die zur Erlangung eines akademischen Grades (Bachelor, Master/Diplom) als Leistungsnachweis erbracht werden müssen, sofern die Hochschule einen angemessenen Eigenanteil leistet. Auftragsproduktionen werden nur dann gefördert, wenn auch beim Produzenten mit Sitz oder Niederlassung in Thüringen als Antragsteller substantielle Rechte zur eigenen Auswertung  verbleiben. Die Rechteaufteilung ist nachzuweisen.


    2.3. Verleih, Vertrieb, Abspiel und Präsentation von Film und anderen audiovisuellen Medienproduktionen, insbesondere im Bereich des nichtkommerziellen  kulturellen Films in Thüringen.


    2.4. Projekte der Film- und Medienbildung, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.


    2.5. Veranstaltungen und andere Maßnahmen, die in besonderer Weise Thüringen als Medienstandort präsentieren bzw. dessen Wahrnehmbarkeit als Medienstandort erhöhen.


    2.6. Sonstige Maßnahmen, die den Zweck- und Zielbestimmungen dieser Richtlinie entsprechen.

    3. Zuwendungsempfänger

    3.1. Zuwendungsempfänger können natürliche und juristische Personen mit Ausnahme der unter 3.2 Genannten sein.

    3.2. Private Rundfunkveranstalter und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten können nicht Zuwendungsempfänger sein.

    3.3. Unternehmen, die einer Rückforderung aufgrund einer früheren Entscheidung der EU-Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen sind, werden gem. Art. 1 Abs. 4 Buchst. a) AGVO nicht gefördert. Ebenso nicht gefördert werden Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß Art. 1 Abs. 4 Buchst. c) i.V.m. Art. 2 Ziff. 18 AGVO.

    3.4. Im Falle der Gewährung einer De-minimis-Beihilfe darf der Gesamtbetrag aller De-minimis-Beihilfen, den der Antragsteller innerhalb von drei Steuerjahren erhalten hat, den Schwellenwert von 200.000 Euro nicht überschreiten. Dies gilt unabhängig von Art, Zielsetzung und Geber der Beihilfe. Hierzu ist mit dem Antrag eine vollständige Übersicht über die in den vorangegangenen zwei Steuerjahren sowie im laufenden Steuerjahr erhaltenen De-minimis-Beihilfen vorzulegen.

    4. Zuwendungsvoraussetzungen

    4.1. Voraussetzung der Förderung ist, dass der Antragsteller seinen Sitz oder Wohnsitz in Thüringen hat. Davon kann abgewichen werden, wenn das Vorhaben einen besonderen Bezug zum Medienland Thüringen aufweist oder in wesentlichen Teilen in Thüringen realisiert wird. Mit dem Vorhaben soll dem Interesse des Landes Thüringen entsprochen und eine möglichst hohe Ausstrahlkraft für die kulturelle Fortentwicklung des Films und der audio-visuellen Medien im Freistaat erreicht werden.


    4.2. Voraussetzung ist ferner der Nachweis, dass die Gesamtfinanzierung des Vorhabens gesichert ist. Zuwendungen dürfen nur solchen Empfängern bewilligt werden, deren ordnungsgemäße Geschäftsführung gesichert erscheint und die in der Lage sind, die Verwendung der Mittel bestimmungsgemäß nachzuweisen.

    4.3. Der Eigenanteil des Antragstellers bei Vorhaben im Sinne dieser Förderrichtlinie beträgt in der Regel mindestens 30 vom Hundert der zuwendungsfähigen Ausgaben. Der Eigenanteil kann auch durch unbare Eigenleistungen erbracht werden, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Projekt entstehen.

    4.4. Für Vorhaben mit ausländischer Beteiligung sind bei der Berechnung des Eigenanteils die auf den deutschen Antragsteller entfallenden zuwendungsfähigen Ausgaben zu Grunde zu legen. Dies gilt entsprechend für Filme, die anstelle eines ausländischen Kooperationspartners unter Beteiligung von Fernsehveranstaltern hergestellt werden sollen.


    4.5. Länderübergreifende Projekte sind förderfähig, wenn mindestens 50% der Kosten in Thüringen verausgabt werden.


    4.6. In der Regel nicht gefördert werden Projekte, die als Leistungsnachweis einer Ausbildung zu erbringen sind oder Teil einer Ausbildung sind. Förderfähig sind dagegen Abschlussarbeiten mit Prüfungscharakter gem. Ziffer 2.2.


    4.7. Nicht gefördert werden Projekte, die gegen das Grundgesetz oder in der Bundesrepublik Deutschland geltende Gesetze verstoßen. Ebenfalls nicht gefördert werden Vorhaben, deren Inhalt pornografisch, rassistisch, Gewalt verherrlichend oder Jugend gefährdend ist oder die offenkundig religiöse Gefühle tiefgreifend und unangemessen verletzen.


    4.8. Weiterhin nicht förderfähig sind Projekte und Maßnahmen, die einen werblichen Zweck haben.

    5. Art und Umfang der Zuwendung

    5.1. Die Zuwendung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss im Rahmen einer Projektförderung. Bagatellförderungen mit Antragssummen unter 500 Euro sind nicht möglich.


    5.2. In der Regel erfolgt die Förderung als Festbetragsfinanzierung. Bei der Kino-Abspielförderung und bei Veranstaltungen mit vorab nicht planbaren Einnahmen aus Eintrittskartenverkäufen erfolgt die Förderung als Anteilsfinanzierung. Es können grundsätzlich bis zu 70 vom Hundert der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben, u.a. für:

    • Personalausgaben
    • Honorare
    • Raum- und Technikmieten
    • Reisekosten
    • als Zuwendung gewährt werden.

    6. Sonstige Zuwendungsbestimmungen

    6.1. Die zuwendungsrechtlichen Voraussetzungen sind in den Verwaltungsvorschriften zu § 44 ThürLHO und in den jeweiligen Nebenbestimmungen sowie in dieser Förderrichtlinie geregelt.


    6.2. Auf die Förderung durch den Zuwendungsgeber im Rahmen dieser Richtlinie ist auf geeignete Weise hinzuweisen. Das aktuelle Logo wird dem Zuwendungsempfänger durch das für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Referat zur Verfügung gestellt.

    6.3. Ergeben sich in den drei Folgejahren nach Projektabschluss bei der Auswertung der im Rahmen dieser Richtlinie geförderten Film- bzw. audio-visuellen Medienproduktion wirtschaftliche Erfolge, so ist dieser Umstand dem Zuwendungsgeber unverzüglich anzuzeigen. In diesem Fall kann die Zuwendung
    vollständig oder teilweise zurückgefordert werden.

    7. Verfahren

    7.1. Antrag


    7.1.1. Die Förderung erfolgt auf schriftlichen Antrag. Der Antrag ist unter Verwendung der Antragsformulare des Fördermittelgebers für die entsprechenden Projekte im zuständigen Ressort der Thüringer Landesregierung einzureichen.
    Die Antragsfrist für die Förderung ist:

    • der 15.03. für das laufende Haushaltsjahr
    • bis zum 15.10. für das kommende Haushaltsjahr.

    Die Anträge nach Nr. 2.3 bis 2.6 dieser Richtlinie können auch bis zum 15.10. für das laufende Haushaltsjahr eingereicht werden.

    7.2. Juristische Personen haben entsprechend ihrer Rechtsform dem Antrag folgende Unterlagen beizufügen:

    • aktuelle Satzung bzw. Gesellschaftsvertrag,
    • aktueller Auszug aus dem Vereins- oder Handelsregister.
    • Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung

    7.2.1. Bei Antragstellung darf mit dem Vorhaben noch nicht begonnen worden sein. Soll mit dem Vorhaben vor der Bewilligung der Zuwendung begonnen
    werden (vorzeitiger Maßnahmebeginn), so bedarf dies der vorherigen Zustimmung der Bewilligungsbehörde.

    7.2.2. Jeder Antragsteller darf in der Regel maximal 2 Förderanträge pro Kategorie nach Nr. 2.1 bis 2.6 dieser Richtlinie je Kalenderjahr stellen.

    7.3. Bewilligung


    7.3.1. Bewilligungsbehörde ist das für Medienförderung zuständige Ressort der Thüringer Landesregierung. Die Bewilligung erfolgt durch Zuwendungsbescheid.


    7.3.2. Zur fachlichen Bewertung der Anträge der Projekte nach Nr. 2.1 und 2.2 dieser Richtlinie kann das für Medienförderung zuständige Ressort der Thüringer Landesregierung einen Fachbeirat berufen. Über die Anträge nach Nr. 2.3 bis 2.6 entscheidet das zuständige Ressort für Medienförderung entsprechend der Zieldefinitionen nach Nr. 1.3 dieser Richtlinie.


    7.4. Verwendungsnachweis


    7.4.1. Die Verwendung der Zuwendung ist innerhalb von sechs Monaten nach Erfüllung des Zuwendungszwecks, spätestens jedoch sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums der Bewilligungsbehörde nachzuweisen. Der Nachweis besteht aus einem Sachbericht gemäß Nr. 6.3 ANBest-P und einem zahlenmäßigen Nachweis entsprechend Nr. 6.4 ANBest-P zur VV Nr. 5.1 zu § 44 ThürLHO.
    Ist der Zuwendungszweck nicht bis zum Ablauf des Haushaltsjahres erfüllt, ist innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Haushaltsjahres über die in diesem Jahr erhaltenen Beträge ein Zwischennachweis zu führen.


    7.4.2. Die Fördermaßnahmen werden durch den Zuwendungsgeber einer Zielerreichungskontrolle (Controlling) gemäß den VV zu § 23 ThürLHO unterzogen.

    7.5. Prüfungsrechte


    7.5.1. Die Bewilligungsbehörde ist berechtigt, Bücher, Belege und sonstige Geschäftsunterlagen anzufordern und zu prüfen sowie die ordnungsgemäße Verwendung der Zuwendung durch örtliche Erhebungen zu prüfen oder durch Beauftragte prüfen zu lassen (§ 44 Abs. 1 Satz 3 ThürLHO).

    7.5.2. Die Prüfungsrechte des Thüringer Rechnungshofes (§ 91 ThürLHO) bleiben hiervon unberührt.


    7.5.3. Erhaltene Förderungen können im Einzelfall gemäß Artikel 12 AGVO von der Europäischen Kommission geprüft werden.

    7.6. Zu beachtende Vorschriften


    Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die ggf. erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die §§ 48 bis 49a ThürVwVfG, die §§ 23, 44 ThürLHO und die hierzu erlassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften, soweit nicht in dieser Förderrichtlinie Abweichungen zugelassen worden sind.


    8. Inkrafttreten, Außerkrafttreten

    Diese Richtlinie tritt mit Veröffentlichung im Thüringer Staatsanzeiger in Kraft und am 31. Dezember 2023 außer Kraft.

    Erfurt, den 19.08.2020
    gez. Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff
    Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei

  • Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Freistaats Thüringen zur Förderung des kulturellen Films und anderer kreativer audiovisueller Medien vom 14. September 2020

    1. Welche Fristen gibt es?

      Für die Filmförderung (Ziffern 2.1 und 2.2 der Förderrichtlinie) gibt es zwei Einreichtermine pro Jahr:

      - der 15. März für Projekte, die noch im laufenden Jahr umgesetzt werden sollen
      - der 15. Oktober für Projekte, die erst im darauffolgenden Jahr umgesetzt werden sollen.

      Für alle anderen Förderbereiche (Ziffern 2.3 bis 2.6 der Förderrichtlinie) endet die Einreichfrist am 15. Oktober des laufenden Jahres. Es gilt der Posteingangsstempel, für das Fristende § 193 BGB. Anträge können an Werktagen ggfs. auch persönlich am Haupteingang der Thüringer Staatskanzlei, Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt, abgegeben werden.
       
    2. Was ist und was macht der Fachbeirat?

      Die Thüringer Staatskanzlei lässt sich bei der Fördermittelvergabe im Bereich Drehbuch-, Produktionsförderung durch einen Beirat beraten, der mit externen Experten besetzt ist. Die Mitglieder des Beirats werden von der Thüringer Staatskanzlei berufen. Sie prüfen die eingereichten Anträge und geben ihr Votum unabhängig ab. Auf dieser Grundlage entscheidet abschließend der Chef der Staatskanzlei über die Förderanträge.

      Der Beirat tagt zweimal im Jahr in nicht-öffentlicher Sitzung. Eine Kontaktaufnahme von Antragstellern mit den Mitgliedern des Beirats mit Bezug zur Beiratssitzung wird als versuchte Einflussnahme gewertet und führt zur Ablehnung des Antrags!
       
    3. Warum muss ich die Unterlagen zu Drehbuch- und Produktionsförderung 8-fach einreichen?

      Die Kopien sind für die Sachbearbeitung und für die Mitglieder des Fachbeirates bestimmt. Im Vorfeld der Sitzung erhalten alle Beiratsmitglieder die Unterlagen etwa 4 Wochen vorab zur Sichtung. Bitte binden Sie die Anträge und Anlagen nicht in Spiralordner oder mit ähnlichen festen Verbindungen. Eine lose Sortierung, z.B. in Klarsichtfolien, ist ausreichend und erleichtert die Arbeit im weiteren Verfahren. Referenzprojekte können in Form von DVDs beigefügt oder per Weblink angegeben werden. Eine Rücksendung der Unterlagen ist nicht möglich.
       
    4. Welche Unterlagen muss ich für die Drehbuch- bzw. Produktionsförderung einreichen?

      In jedem Fall sind eine Projektbeschreibung, eine Kalkulation und ein aktueller Finanzierungsplan einzureichen. Bitte benutzen Sie das dafür vorgesehene Kalkulationsschema oder ein vergleichbar strukturiertes, mindestens ebenso ausführliches Schema.

      Die Form und der Umfang der Projektbeschreibung ist abhängig vom konkreten Vorhaben: Mit dem Antrag auf Treatmentförderung ist ein Exposé von max. drei Seiten und eine Writer’s Note zum Stoff einzureichen, aus der sich ergibt, warum der Antragsteller diesen Stoff gewählt hat. Sofern der Antragsteller bereits ein verfilmtes Drehbuch vorweisen kann, ist eine DVD oder ein Internetlink des verfilmten Drehbuchs beizufügen.

      Mit dem Antrag Drehbuchförderung ist eine Kurzzusammenfassung (max. 1 DIN A4-Seite), eine Charakterisierung der Hauptfiguren, ein ausgearbeitetes Treatment mit mindestens einer ausgearbeiteten filmischen Szenenfolge mit Dialogen sowie Angaben zur Zielgruppe und Auswertung einzureichen. Der Nachweis der Unterstützung durch einen für das Projekt qualifizierten Produzenten sowie die beabsichtigte Einbindung eines Dramaturgen/einer Dramaturgin erhöhen die Chance auf Förderung.

      Mit dem Antrag auf Projektentwicklungsförderung ist eine Kurzzusammenfassung (max. 1 DIN A4-Seite), eine Charakterisierung der Hauptfiguren, ein Drehbuch oder (insbesondere für Dokumentar- oder Animationsfilme) eine andere projektgerechte Beschreibung, eine Director’s Note/visuelles Konzept sowie eine vorläufige Cast-/Stabliste beizufügen.

      Mit dem Antrag auf Produktionsförderung ist eine Kurzzusammenfassung (max. 1 DIN A4-Seite), eine Charakterisierung der Hauptfiguren, das Drehbuch (bei Lang- oder Kurzfilm) bzw. Projektskizze/Treatment (bei Dokumentarfilm), eine Director‘s Note/visuelles Konzept, Angaben zur Zielgruppe und geplanten Auswertung sowie die vorläufige Cast-/Stab-Liste einzureichen.

      Weitere einzureichende Unterlagen ergeben sich aus dem Antragsformular.
       
    5. Wann und wie erhalte ich Nachricht über meinen Förderantrag?

      Nach erfolgter Eingangsprüfung und Registrierung erhält der Antragsteller eine Eingangsbestätigung per E- Mail mit einem Aktenzeichen. Etwa acht Wochen nach Ablauf der jeweiligen Frist für Förderanträge nach 2.1 bis 2. der Richtlinie tagt der Fachbeirat. Die Förderzusagen werden unverzüglich nach der Entscheidung durch den Chef der Staatskanzlei auf der Website veröffentlicht. Alle Antragsteller erhalten nach der Entscheidung Nachricht.

      Anträge zu allen anderen Förderbereichen werden nach Eingang und Durchführungszeitraum laufend bearbeitet und beschieden.

      Es wird gebeten, von telefonischen Nachfragen abzusehen.
       
    6. Lassen sich erteilte Förderbescheide auf andere Projekte übertragen?

      Nein. Für jedes Projekt ist ein eigener Antrag zu stellen. Sollte ein Projekt nicht zustande kommen oder können bereits zugesagte Fördermittel nicht zweckgemäß innerhalb des Bewilligungszeitraums ausgegeben werden, ist das zuständige Fachreferat unverzüglich zu benachrichtigen. Abgerufene und innerhalb eines Zeitraums von zwei Monaten nicht verwendete Mittel sind zurückzuzahlen. Auf Abschnitt 7. und 8. unten wird verwiesen.
       
    7. Lassen sich erteilte Förderbescheide auf das Folgejahr übertragen?

      Nein. Zugesagte Fördermittel sind bis spätestens 30. November eines laufenden Jahres abzurufen. Ein späterer Auszahlungswunsch (bis spätestens 31.12. des laufenden Jahres) kann auf dem Mittelabruf vermerkt werden. Bitte informieren Sie uns unverzüglich, wenn Fördermittel nicht abgerufen werden können. Eine überjährige Reservierung von Haushaltsmitteln ist systembedingt nicht möglich.
       
    8. In welchem Zeitraum sind die abgerufenen Mittel auszugeben?

      Abgerufene Fördergelder sind innerhalb von zwei Monaten nach Eingang auf dem Konto des Zuwendungsempfängers zweckgebunden auszugeben. Aus haushaltsrechtlichen Gründen ist die Zuwendungsbehörde verpflichtet, bei Verstößen Zinsen (derzeit: 6 Prozent pro Jahr!) zu verlangen, siehe Ziffer 8.5 ANBestP.
       
    9. Ist es möglich, mit der Umsetzung eines Projekts vor Zusage des Förderbescheides zu beginnen?

      Grundsätzlich können nur Projekte mit Steuermitteln gefördert werden, mit denen noch nicht durch Eigenleistung begonnen wurde (Subsidiaritätsgrundsatz, § 23 ThürLHO). Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn ist auf schriftlichen Antrag in Ausnahmefällen möglich. Damit verbunden ist jedoch keine Garantie für die spätere Erteilung eines Förderbescheides. Das Risiko für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn liegt in diesen Fällen beim Zuwendungsempfänger! Ein Antrag auf Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn ist bei der TSK formlos zu stellen und soll die Gründe benennen, warum mit dem Beginn der Maßnahme nicht bis zur Erteilung des Bescheides abgewartet werden kann.
       
    10. Was mache ich, wenn sich an meinen Antrag etwas ändert und ich noch keinen Bescheid habe?

      Jegliche Veränderungen der Planung in finanzieller und zeitlicher Hinsicht sowie erheblicher inhaltlicher Art, die nach Antragstellung und vor der Bescheiderteilung eintreten, sind unter Angabe des Aktenzeichens unverzüglich der Bewilligungsbehörde mitzuteilen.

      Für Veränderungen nach der Bescheiderteilung enthält der Bescheid bzw. Abschnitt 2 der ANBest-P und Zif. 5.2.3. der VV zu §44 ThürLHO entsprechende Regelungen.
       
    11. Welche Vorhaben werden nach 2.1 und 2.2 der Richtlinie gefördert?

      Grundsätzlich müssen Anträge auf Drehbuch- oder Produktionsförderung einen künstlerischen Anspruch erfüllen sowie eine erhebliche kulturelle Prägung aufweisen. Zif. 2.1 der Förderrichtlinie umfasst die Drehbuch-, Treatment- und Projektentwicklungsförderung, Zif. 2.2 die Produktionsförderung.

      In der Produktionsförderung werden ausschließlich so genannte „schwierige audiovisuelle Werke“ gemäß EU-Beihilfenrecht berücksichtigt. Dazu zählen Kurzfilme, Erst- und Zweitfilme von Regisseuren, Dokumentarfilme, Kinder- und Jugendfilme, Experimentalfilme, Low-Budget-Produktionen sowie sonstige kommerziell schwierige Werke.

      Die Produktionsförderung umfasst die Förderung aller Produktionsschritte zur audiovisuellen Umsetzung eines Filmprojekts einschließlich der Postproduktion. Eine von der Produktion unabhängige Postproduktionsförderung ist grundsätzlich nicht möglich.

      Werbefilme, auch mit Bezug zu Thüringen, werden nicht gefördert.
       
    12. Welche weiteren Förderbereiche gibt es (Ziffern 2.3 bis 2.6 der Förderrichtlinie)?

      Verleih, Vertrieb, Abspiel, Präsentation
      Auf Grundlage der Richtlinie ist es auch möglich, Förderung für Verleih, Vertrieb, Abspiel und Präsentation von Filmen und anderen audiovisuellen Medienproduktionen zu erhalten. Dieses Angebot richtet sich vornehmlich an Betreiber von Film-Abspielstätten und soll dazu beitragen, den kulturellen Erlebnisort Kino zu bewahren, besonders im ländlichen Raum. Gefördert werden insbesondere Verleih, Vertrieb, Abspiel und Präsentation von audiovisuellen Werken,

      - die keine kommerziell erfolgreiche Auswertung erwarten lassen,
      - die einen Beitrag zur audiovisuellen Film- und Medienkultur in Thüringen leisten,
      - die sich durch einen innovativen bzw. experimentellen Charakter auszeichnen und/oder
      - die Verbreitung und Bekanntheit von audiovisuellen Werken Thüringer Künstler in Thüringen fördern.

      Projekte der Film- und Medienbildung, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen
      Gefördert werden Projekte, die zur Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten im Bereich der Film- und Medienbildung beitragen. Zielgruppe können alle Generationen vom Vorschulkind bis zum Senior sein. Förderfähig sind im Einzelfall auch Vorhaben, die eine berufliche Weiterbildung zum Ziel haben. Nicht förderfähig sind der Erwerb einer beruflichen Ausbildung, eines Studiums und Maßnahmen, die über andere staatliche Förderangebote förderfähig sind bzw. für die ein gesetzlicher Anspruch auf Unterstützung besteht.

      Veranstaltungen
      Gefördert werden Maßnahmen, die dazu beitragen,

      - die audiovisuelle Film- und Medienkultur in Thüringen zu befördern, insbesondere Filmfestivals
      - Thüringer Akteure der audiovisuellen Medienbranche in Thüringen und darüber hinaus vernetzt,
      - die Vermittlung von Wissen und Austausch über audiovisuelle Medien befördert und/oder
      - die Wahrnehmbarkeit Thüringern als Standort audiovisueller Medienproduktion auch über die Landesgrenzen hinaus erhöht.
       
    13. Kann ich meinen Antrag auf Drehbuch-/Produktionsförderung nach Zif. 2.1 bis 2.2 der Richtlinie auch nach Verstreichen der Frist einreichen?

      Einreichungen nach Zif. 2.1 und 2.2. sind grundsätzlich laufend möglich. Die Bearbeitung und Entscheidung über eine Förderung erfolgt aus Gründen der Gleichbehandlung aber erst nach Ablauf der nächsten Einreichfrist. Dies ist vor allem beim geplanten Projektzeitraum zu berücksichtigen und ggf. ein Antrag auf vorzeitigen Maßnahmebeginn beizufügen.
       
    14. Wie hoch ist die Förderung maximal für Projekte im Bereich Treatment-, Drehbuch-, Projektentwicklungs-, Produktionsförderung für audiovisuelle Medienproduktionen (Filme, Games etc.)?

      Die Förderung beträgt grundsätzlich anteilsmäßig bis maximal 70 Prozent der anerkennungsfähigen Gesamtkosten eines Projekts. Mindestens 30 Prozent der Kosten sind durch Eigenleistungen, weitere Förderinstitutionen, Sponsoren, Eintrittsgelder etc. je nach Projektgruppe zu erbringen.

      Im Regelfall kann die Herstellung von Treatments mit bis zu 8.000 Euro, eine allgemeine Medien-Projektentwicklung mit bis zu 15.000 Euro gefördert werden. Die Drehbuchförderung für Langfilme kann bis zu 25.000 Euro betragen, für originäre Kinderfilme (Langfilm) bis zu 30.000 Euro.

      Die Produktion von Kurzfilmen wird mit einer Fördersumme von bis zu 30.000 Euro gefördert. Kurzfilme haben eine Vorführdauer von nicht mehr als 30 Minuten Dauer. Die Produktion von Langfilmen (Vorführdauer: > 30 Minuten) kann mit bis zu 50.000 Euro gefördert werden.

      Die Förderung von Games ist möglich im Rahmen der Konzeptionierungsphase mit bis zu 15.000 Euro, in der Produktionsphase mit bis zu 50.000 Euro. Zu beachten ist, dass die Games-Förderung auf Grundlage der De-Minimis-Regelung erfolgt. Demzufolge darf ein Zuwendungsempfänger innerhalb eines Drei-Jahres-Zeitraums max. 200.000 Euro an Fördermitteln der öffentlichen Hand erhalten.
       
    15. Was bedeutet „Thüringen-Bezug“?

      Grundsätzlich muss bei den geförderten Projekten ein starker kultureller Bezug zu Thüringen gegeben sein („kulturelle Prägung“). Diese Bedingung kann nachgewiesen werden durch einen entsprechenden Inhalt, aber ebenso durch einen ständigen Wohnsitz der Antragsteller und mindestens eines Teils der Beteiligten (Produzent, Autor, Regisseur, Head of Departments).
       
    16. Wie viele Projekte darf man pro Jahr gleichzeitig einreichen?

      Pro Jahr können je Förderbereich (Zif. 2.1 bis 2.6) zwei Projekte pro Zuwendungsempfänger eingereicht werden.
       
    17. Können auch andere audiovisuelle Werke als Filme gefördert werden?

      Ja. Möglich und gewünscht sind auch Einreichungen von Projekten mit einem kreativen Inhalt, die sich anderer audiovisueller Medien bedienen (nach Zif. 2.1 und 2.2 der Förderrichtlinie). Darunter fallen insbesondere Produktionen, die sich Technologien wie 360 Grad, Virtual Reality, Augmented Reality, Full Dome etc. bedienen.
       
    18. Wieviel Geld steht für die kulturelle Filmförderung insgesamt zur Verfügung?

      Der Landesgesetzgeber legt die Höhe der zur Verfügung stehenden Fördermittel für jedes Haushaltsjahr fest (Haushaltsplan Kapitel 02 01 Titel 685 75). Die Förderung von Projekten auf Grundlage der „Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Freistaats Thüringen zur kulturellen Filmförderung und zur Medienförderung im audio-visuellen Bereich“ erfolgt im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und nach pflichtgemäßen Ermessen im Einklang mit den definierten Förderzielen und in Abwägung der jeweils eingereichten Projekte. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung.
       
    19. Was sollte ich sonst noch beachten?

      Bitte achten Sie darauf, dass die Antragsunterlagen vollständig sind. So sind insbesondere bei Vereinen als Antragssteller immer die Vereinssatzung und ein Vereinsregisterauszug notwendig beizufügen, der die den Verein vertretenden Personen benennt. Bitte fügen Sie diese Unterlagen jedem Antrag erneut bei, auch wenn Sie bereits im Vorjahr Zuwendungen erhalten haben.

      Bei den Anträgen für Filmprojekte ist darauf zu achten, dass der bereits erreichte Stand des Vorhabens dem Antrag beigefügt ist. Wird also ein Drehbuch beantragt, ist das fertige Treatment als Antragsgrundlage beizufügen. Wird eine Produktion beantragt, so ist das Drehbuch beizufügen und ggf. ein Teaser, eine Cast-Liste etc.
       
    20. Projekte, die durch die Kulturelle Filmförderung der TSK unterstützt werden, müssen dies durch ein Logo kenntlich machen. Wo erhalte ich dieses?

      Das Logo wird auf Anfrage vom Referat PÖ2 „Öffentlichkeitsarbeit und Corporate Design“ der TSK zur Verfügung gestellt. Ansprechpartner ist Frau Marx, Tel.: 0361 / 57 32 11 426, Mail: Regina.Marx@tsk.thueringen.de
       
    21. An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?

      Insbesondere für Erstantragssteller dringend zu empfehlen ist die Inanspruchnahme eines Beratungsgesprächs mit den für die kulturelle Filmförderung zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Thüringer Staatskanzlei – vor Einreichung eines Förderantrags.

      - Frau Jana Jaritz, Tel. 0361 / 57 32 11 474, Mail: Jana.Jaritz@tsk.thueringen.de
      - Frau Patricia Trommer-Schwarz, Tel.: 0361 / 57 32 11 473, Mail: Patricia.Trommer-Schwarz@tsk.thueringen.de
      - Herr Christoph Schweitzer, Tel. 0361 / 57 32 11 472, Mail: Christoph.Schweitzer@tsk.thueringen.de

Für Gründer und Investoren steht zudem ein umfangreiches Förder- und Beratungsangebot der Thüringer Aufbaubank und der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen zur Verfügung.

Die Kinos in Thüringen

Kinos sind Kulturorte und Kulturträger. Besonders im ländlichen Raum sind sie auch wichtige soziale Treffpunkte. Die Thüringer Staatskanzlei fördert das Abspiel von kulturell anspruchsvollen Filmen oder von Filmen mit regionalen Bezug im Rahmen der Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Freistaats Thüringen zur Förderung des kulturellen Films und anderer kreativer audiovisueller Medien.

Mit der Investitionsförderung der Thüringer Staatskanzlei wird landesseitig das Zukunftsprogramm Kino der Filmförderungsanstalt FFA flankiert. Die Landesförderung zielt darauf ab, Kinos in ganz Thüringen zu stärken und die Sichtbarkeit des kulturell anspruchsvollen Kinofilms in der Fläche zu sichern. Die Förderung erfolgt im Rahmen der hierfür verfügbaren Haushaltsmittel.

Ansprechpartner in der Thüringer Staatskanzlei

Herr Dr. Oliver Laqua
Tel.: 0361 / 57321 1520
Oliver.Laqua@tsk.thueringen.de

Herr Christoph Schweitzer 
Tel.: 0361 / 57 321 1472
Christoph.Schweitzer
@tsk.thueringen.de

Frau Jana Jaritz (Antragsberatung)
Tel.: 0361 / 57 321 1474
Jana.Jaritz@tsk.thueringen.de

Frau Patricia Trommer-Schwarz (Verwendungsnachweise)
Tel.: 0361 / 57 321 1473
Patricia.Trommer-Schwarz@tsk.thueringen.de

Der Medienstandort Thüringen

Thüringen hat sich seit der Wiedergründung als Freistaat im Jahr 1990 zu einem dynamischen Medienstandort entwickelt. Im Freistaat gibt es einer Studie der Bauhaus-Universität Weimar zufolge über 840 Medienunternehmen. Insbesondere in der Landeshauptstadt Erfurt haben sich in den letzten Jahren im Umfeld von MDR und gemeinsam von ARD und ZDF getragenen Kinderkanal KiKA und seit 2007 auch im und um das KinderMedienZentrum und den Studiopark einige Produktions-, Technik- und IT-Firmen angesiedelt. Das KinderMedienZentrum bietet nicht allein Studioflächen verschiedener Größen für Kino-, TV- und Show-Produktionen, sondern auch Existenzgründern, Spin-offs, kleinen und mittleren Unternehmen ein eigenes Gründerzentrum.

Darüber hinaus gibt es eine lebendige Film- und Festivalkultur, wie zum Beispiel das Kindermedienfestival Goldener Spatz Gera/Erfurt, das Internationale Kurzfilmfestival cellu l’art Jena, die FilmTHUER oder das Film Leben Festival in Ilmenau zeigen. Das breite filmische Spektrum wird bereichert durch das international viel beachtete Genius Loci-Festival in Weimar, das sich der Fassadenprojektion widmet, und dem Fulldome-Festival in Jena, das im Zeiss-Planetarium neueste Trends der Kuppelprojektion zeigt.

Staatssekretär Malte Krückels im GEspräch mit drei weiteren Personen. Im Hintergrund eine Interviewumgebung.

Das Kindermedienland Thüringen – Standort für junge Medien

Mit einer klaren Schwerpunktsetzung auf die Entwicklung qualitätvoller Kindermedien hat Thüringen ein in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft nahezu einmaliges Profil als Kindermedienland entwickelt. Wichtige Akteure sind neben den in diesem Segment aktiven Unternehmen auch Erfurter Institutionen wie der bundesweit aktive Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V., insbesondere als Träger der renommierten Akademie für Kindermedien und der Initiative „Der besondere Kinderfilm“, sowie die Deutsche Kindermedienstiftung GOLDENER SPATZ. Letztere verantwortet auch die international orientierte Initiative KIDS Regio. Das renommierte KinderMedienFestival GOLDENER SPATZ, das jährlich in Gera und Erfurt stattfindet, zählt zu den größten Kinderfilmfestivals in Europa und ist ein wichtiger Branchentreff für die deutschsprachige Kinderfilmszene.

Der Mediennachwuchs – Fachkräfte in Thüringen

An den Thüringer Universitäten und Fachhochschulen gibt es mehr als 50 unterschiedlich ausgerichtete Medienstudiengänge. Dazu zählen u.a. die medienwissenschaftlichen und –künstlerischen Studiengänge der Bauhaus-Universität Weimar, der Friedrich Schiller Universität Jena, der TU Ilmenau, der Universität Erfurt und das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von außeruniversitären, praxisorientierten Weiterbildungsangeboten, wie zum Beispiel der gemeinsam von der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH (MDM) und der Thüringer Staatskanzlei getragene „Talentpool 2“, eine Talentschmiede für junge Regisseure und Produzenten aus Mitteldeutschland. Mit der Springschool Thüringen ist es zudem gelungen, ein universitätsübergreifendes Seminarangebot für Medien-Studierende in Thüringen zu etablieren. Ergänzt wird dieses Portfolio durch das Angebot zahlreicher Workshops und Seminare – insbesondere zum Thema „Kinder und Medien“. Die Akademie für Kindermedien, die der bundesweit tätige Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V. mit Sitz in Erfurt trägt, hat sich zu einer Talentschmiede für Autoren und Entwicklern von Kindermedien entwickelt.

Gründerinitiative MEDIAstart

Zum 1. Januar 2021 hat die Gründerinitiative MEDIAstart unter dem Dach der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll jährlich bis zu zehn neue Medienunternehmen aus Mitteldeutschland dabei unterstützen, rasch und dauerhaft auf dem Markt Fuß zu fassen. Unternehmen, die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen, können sich ab sofort bis zum 28. Februar 2021 schriftlich bewerben.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite der MDM

Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) ist eine von allen Ländern mit der Kulturförderung beauftragte Obere Landesbehörde des Landes Hessen. Sie bewertet auf Antrag deutsche und internationale Filme aller Genres auf ihre Qualität. Herausragende Werke zeichnet sie mit den Prädikaten „wertvoll“ und „besonders wertvoll“ aus. Die Jurybegründungen, Trailer und weitere Infos werden umgehend auf der Homepage veröffentlicht. Die seit 1951 vergebenen Prädikate sind Empfehlungen vor Kinostart und schaffen Orientierung im vielfältigen Angebot. Darüber hinaus qualifizieren die Auszeichnungen der FBW für die bundesweite Film- und Medienförderung.

Aus einem Pool von 85 ehrenamtlichen Experten aus den unterschiedlichsten Filmbereichen kommen für die Sichtungswochen jeweils fünf Juroren im FBW Kino zusammen, diskutieren und entscheiden nach Kriterien der Filmanalyse.

Vor dem Hintergrund der zunehmend komplexer werdenden Medialisierung der Gesellschaft hat sich die FBW immer stärker dem Thema Filmbildung verschrieben. Gemeinsam mit der Thüringer Staatskanzlei setzt sie eine altersgerechte Ansprache und die Einbindung der Zielgruppe erfolgreich in mehreren Projekten mit bundesweiten Partnern um.

Deutschlandweit vergeben FBW-Jugend Filmjurys seit 2015 für das gesamte aktuelle Kinoangebot ein eigenes Siegel für Kinderfilme ab 5 und ein weiteres für Jugendfilme ab 14 Jahren.

Mit der DVD „Kurzfilme für Kinder – Mit Prädikat“ (drei Ausgaben) schafft die FBW ein nichtkommerzielles Angebot für KiTas und Grundschulen. Das medienpädagogische Arbeitsmaterial ist für verschiedene Altersstufen aufbereitet. Über die bewusste Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Inhalt und Gestaltung kann so auf spielerische Weise Medienkompetenz vermittelt werden.

Die FBW ist seit über 30 Jahren Veranstaltungsort für die mit dem Hessischen Kinokulturpreis ausgezeichnete Reihe „Filme im Schloss“ sowie das „Internationale Trickfilmwochenende“. Seit 2015 ist die FBW darüber hinaus mit weiteren Partnern beim „Kino für Flüchtlingskinder“ in Wiesbaden engagiert.

Thüringen ist mit einem Sitz im FBW-Verwaltungsrat der FBW vertreten und entsendet insgesamt 5 Gutachter und Gutachterinnen in die FBW-Jurys.

Weiterführende Links

Weitergehende Informationen finden Sie hier:

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: