Bauhaus-Jubiläum 2019

Die Wiege des Bauhaus

2019 begeht Deutschland mit Partnern in aller Welt das 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses. In Weimar 1919 gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand die Hochschule für Gestaltung nur 14 Jahre. Dennoch wirkt das Bauhaus weltweit bis in die Gegenwart fort. Das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses bietet die einmalige Chance, alle Facetten der Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte sowie der Gegenwärtigkeit des Bauhauses für eine breite Öffentlichkeit sichtbar und erfahrbar zu machen und damit gleichzeitig Impulse für Neues zu geben. Das Bauhaus Jubiläum wird und soll daher von einer Vielzahl von Akteuren, Initiativen und Institutionen gestaltet werden.

Der Freistaat Thüringen ist seit dem 05.11.2012 Mitglied im Bauhaus Verbund 2019. Der Bauhaus Verbund 2019 ist eine Arbeitsgemeinschaft der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie des Bundes. Der Verbund ist offen für den Beitritt weiterer Bundesländer. Darüber hinaus sind die drei sammlungsführenden Bauhaus-Institutionen in Deutschland – Klassik Stiftung Weimar, Stiftung Bauhaus Dessau und Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung e.V., Berlin – Mitglied im Verbund. Ergänzend tritt im Auftrag des Bundes die Kulturstiftung des Bundes fördernd und unterstützend hinzu. Aufgabe des Verbundes ist die bundesweite Vernetzung, Vorbereitung und Durchführung des Bauhaus Jubiläums 2019. Der Verbund hat eine Geschäftsstelle, die 2016 in Weimar eröffnet wurde. Der Vorsitz im Bauhaus Verbund wechselt jährlich zwischen den Ländern Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für das Jahr 2019 wird wieder der Freistaat Thüringen den Vorsitz übernehmen.

Das Bauhaus kommt aus Weimar und Thüringen, ist ohne die Region mit ihrem kulturellen und kreativen Potential nicht zu denken. Hier steht die Wiege des Bauhauses, im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Zahlreiche Spuren der frühen, ersten Phase der Schule sind über Weimar hinaus z.B. im Weimarer Land, in Erfurt, Jena, aber auch Apolda, Arnstadt, Dornburg oder Probstzella zu finden. Der kritische und ehrende Blick anlässlich des Jubiläums soll nicht nur 100 Jahre zurück gerichtet werden, sondern auch und besonders den Innovations-Charakter der Bauhaus-Gedanken in die heutige Zeit transportieren und übersetzen. Die schon damals dringend gestellte Frage „Wie wollen wir wohnen“ erweitern wir heute und fragen „Wie wollen wir leben?“. Wie wollen wir arbeiten, lernen, kommunizieren, wie bauen, gestalten und feiern? Was machen die Menschen mit den Dingen, was die Dinge mit den Menschen? Unter welchen praktischen, aber auch gesellschaftspolitischen Bedingungen kann sich Avantgarde entfalten, unter welchen verkümmert sie? Die künstlerischen, architektonischen und gesellschaftspolitischen Impulse, die von jener Zeit und den Thüringer Orten ausgingen, werden weitergedacht.

Video - Ein kurzer Blick ins Bauhaus

Weimar 1919: Alles auf Anfang. Stunde Null. Das Land und die Menschen sind geprägt von den traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges, von revolutionären Aufständen und andauernden politischen Unruhen, von wirtschaftlichen Nöten und Unsicherheit. Vor diesem Hintergrund soll eine neue, eine bessere, lebenswertere Gesellschaft entstehen. Das Staatliche Bauhaus in Weimar und die Weimarer Verfassung, beide im Jahr 1919 begründet, stehen für den Mut zum Neubeginn, für den Wunsch und den Willen, die Welt neu und demokratisch zu denken.

Video - Ein kurzer Blick ins Bauhaus

Jubiläum in Thüringen

Peter Keler, Kinderwiege / Cradle, 1922, Klassik Stiftung Weimar, © Jan Keler

Das Spektrum des Jubiläumsprogramms ist so vielfältig wie das Bauhaus selbst. Zahlreiche Angebote sind in Planung und schon zum Teil in der Umsetzung, die das Bauhaus und seine gesellschaftliche Relevanz im Jetzt und in der Zukunft in den unterschiedlichen Feldern der Architektur und Stadtplanung, der Gestaltung und des Designs, von bildender Kunst, Film und Fotografie sowie Tanz und Performance thematisieren. Auch einen Bauhaus Marathon wird es geben. Allen eigen ist der Ansatz, zu, zeigen, wie der revolutionäre Umbruch und Neubeginn jener Jahre bis heute unser Leben prägt, durchaus auch kritisch weitergedacht und lebendig entwickelt wird.

Pünktlich zum Jubiläum und in zeitlicher Nähe zum historischen Gründungstag wird mit der Eröffnung des neuen bauhaus museums weimar einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahrs stattfinden. Hier engagieren sich Bund und Land in hohem Maße finanziell. Mit dem Neubau des Bauhaus Museums wird der ältesten Bauhaus-Sammlung der Welt, die auf den Gründer Walter Gropius selbst zurückgeht, ein neues und angemessenes Zuhause gegeben.

In Februar und März folgen Ausstellungseröffnungen u. a. in Altenburg, Gera und Erfurt, bevor im April die Vorbereitungen in einem ersten Höhepunkt kulminieren: Mit dem Jubiläumsprogramm „Das Bauhaus lebt in Weimar“ wird vom 1. bis 12. April auch in Thüringen der Startschuss für die Jubiläumsfeierlichkeiten gegeben, symbolisch markiert durch die Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums in Weimar, das am 6. April offiziell eröffnet wird. Ein reichhaltiges kulturelles Programm flankiert diesen Höhepunkt.

Im weiteren Verlauf des Jahres werden an zahlreichen Orten im Freistaat Ausstellungen die Geschichte des Bauhauses und der Moderne in Thüringen erlebbar machen: Neben Jena, Weimar und Erfurt wird man auch in Gera, Apolda und Gotha, in Arnstadt, Eisenach und Dornburg nicht um das Bauhaus herumkommen. Im September findet die Triennale der Moderne in Weimar statt, die in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des israelischen Botschafters Jeremy Issacharoff steht. Auch die großen Festivals im Freistaat – allen voran die Thüringer Bachwochen, das Kunstfest Weimar sowie die ACHAVA Festspiele und der Yiddish Summer Weimar – widmen sich 2019 dem Bauhaus.

Die Kulturabteilung der Thüringer Staatskanzlei als maßgebliche Fördermittelgeberin für das Bauhaus Jubiläum 2019 koordiniert die Aktivitäten. Die Landesregierung stellt insgesamt rund 29 Millionen Euro für das Bauhaus-Jubiläum zur Verfügung. Gemeinsam mit wichtigen Partnern wie der Thüringer Tourismus GmbH, dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft und der Impulsregion wurden bisher wichtige Meilensteine erreicht. Die Grand Tour der Moderne als wesentliches kulturtouristisches Projekt wird ebenfalls mit dieser App erlebbar sein. Die Tour wurde von der Staatskanzlei und der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) entworfen und lässt Kulturinteressierte direkt am Smartphone rund 30 Architekturobjekte der Moderne in Thüringen entdecken.

Bauhaus-Filmreihe von Spiegel TV

Entdecken Sie die Menschen, die vor 100 Jahren in Thüringen Geschichte geschrieben haben: in sechs kurzen Filmen, die in Zusammenarbeit mit Spiegel TV entstanden sind.

Veranstaltungen und Ausstellungen

Folgen Sie den Pfaden des Bauhauses, das als moderne Kunst und Architekturbewegung weltweit Furore machte. Gegründet wurde es 1919 in Weimar, dem Ort, an dem im selben Jahr auch eine der modernsten demokratischen Verfassungen der Welt verabschiedet wurde. Was die Avantgarde von damals inspirierte und wie sie noch heute nachwirkt — all das lässt sich bei einer Reise nach Weimar, Jena, Erfurt, Gera und andere Thüringer Wirkungsstätten der Moderne eindrucksvoll erfahren.

Ausstellungstipps

Ausstellung „Vier Bauhausmädels“

Als zentralen Beitrag der Landeshauptstadt Erfurt anlässlich des Bauhaus-Jubiläums präsentiert das Angermuseum die Ausstellung „Vier Bauhausmädels“. Gertrud Arndt, Marianne Brandt, Margarete Heymann und Margaretha Reichardt stehen im Mittelpunkt dieser Schau. Das Projekt im Angermuseum thematisiert das Bauhaus als Möglichkeitsraum für die künstlerische und persönliche Entfaltung der weiblichen Jugend. Die Ausstellung befragt die damalige Euphorie aus der sicheren Entfernung einiger Jahrzehnte und mit dem Wissen um die späteren Schicksale nicht nur der weiblichen Bauhausangehörigen. Die Ausstellung präsentiert über 335 Objekte aus zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen und Archiven und vermittelt anschaulich die künstlerischen Wege der ausgewählten Gestalterinnen aus der Zeit am Bauhaus und danach.

eine Raumaufnahme aus der Ausstellung, Fotografie und Bauhaus-Objekte zu sehen
Raumaufnahme aus der Ausstellung

Informationen

Laufzeit

23.März 2019 bis 16. Juni 2019

Ort

Angermuseum Erfurt
Anger 18, 99084 Erfurt

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag von 10 – 18 Uhr
Außerdem:
Ostermontag, 22. April: 10 – 18 Uhr
Pfingstmontag, 10. Juni: 10 – 18 Uhr

 

Weitere Informationen (externer Link zum Angermuseum)

App: Thuringia.MyCulture

Mit der Thüringen-App Kultur-Highlights interaktiv entdecken: Erleben Sie mit der kostenlosen App Thüringens Kultur-Highlights interaktiv und gehen Sie auf eine „Zeitreise ins Mittelalter“, eine „Grand Tour der Moderne“, oder lernen Sie „Thüringer Persönlichkeiten“ kennen und stellen Sie sich Ihren individuellen Reiseführer zusammen.

Download

App „Thuringia.MyCulture.“ für iOS
App „Thuringia.MyCulture.“ Android

(jeweils zweisprachig – auf Deutsch und in Englisch)

Interview zum Thema "Bauhaus" mit dem Ministerpräsidenten Bodo Ramelow

Rund 40 Millionen Euro, davon allein rund 21 Millionen Euro aus der Thüringer Staatskanzlei, werden für Kulturinvestitionen- und -projekte im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums 2019 in Thüringen bereitgestellt. Warum ist das Bauhaus von solch zentraler Bedeutung für Ihr Bundesland, Herr Ramelow?

Thüringen ist die Wiege des Bauhauses und untrennbar mit dessen Geschichte verbunden. Das moderne Denken, nicht nur in Kunst und Architektur, hat hier einen seiner bedeutendsten Ursprünge. Es ist uns daher wichtig, authentische Bauhausorte wie das Musterhaus „Am Horn“ und die Bauhaus-Keramikwerkstatt Dornburg im Jubiläumsjahr in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und darüber hinaus der umfangreichen Bauhaus-Sammlung der Klassik Stiftung Weimar ein Zuhause zu geben, was wir mit dem Neubau des Bauhaus Museums tun. Darüber hinaus entsteht in Weimar ein ganzes „Quartier der Moderne“, das die Ambivalenzen des frühen 20. Jahrhunderts, die sich in Weimar ganz besonders exemplarisch darstellen lassen, zeigt. Wir wollen aber nicht nur zurück blicken, sondern unseren Mitbürgern ganz ausdrücklich zeigen: die Moderne lebt in Thüringen – und sie hat hier Tradition. Daher ist es uns wichtig, das Jahr mit Leben zu füllen, das Bauhaus und seine Zeit erlebbar zu machen. Das Programm soll dabei ebenso facettenreich sein wie das Bauhaus selbst, um eine Auseinandersetzung mit der Moderne und ihren Ideen, die auch dezidiert kritisch sein soll, zu ermöglichen. 

Das Bauhausjubiläum soll nicht nur Vergangenes ins Bewusstsein rücken, sondern auch Impulse für Neues liefern. Wo lässt sich dieser Bauhaus-Impuls in Thüringen besonders erfahren?

Zunächst einmal wird das Erbe des Bauhauses natürlich von der Bauhaus-Universität Weimar gepflegt, die sich ganz bewusst als Nachfolge-Institution versteht. Wir haben mit der Internationalen Bauausstellung Thüringen aber auch einen weiteren interessanten Anknüpfungspunkt für neue Impulse im Bauen. Es ist kein Zufall, dass die Zwischenpräsentation der IBA im Jahr 2019 stattfinden wird – in den historischen Hallen des Eiermannbaus in Apolda.

Die Moderne hat viele bedeutende Persönlichkeiten nach Thüringen geführt. Wer fasziniert Sie besonders und warum?

In der Vielzahl der interessanten Köpfe einen einzigen auszusuchen ist natürlich keine leichte Aufgabe. Gern begegnet wäre ich aber dem Bauhäusler Alfred Arndt. Er hat uns das größte Bauhaus-Ensemble Thüringens in Probstzella hinterlassen, wo man noch heute dem Flair des Bauhauses nachspüren kann. So etwas vermutet man wohl zu allerletzt an den Hängen des Thüringer Waldes. Das Gebäude ist eine Wucht, man kann dort auch übernachten, das kleine Museum besuchen und am Thüringer Meer endlos wandern – perfekt für wanderfreudige Menschen! Ich würde mich mit Alfred Arndt gern (vielleicht bei einer kleinen Wanderung) über dieses Projekt unterhalten, oder auch über seine Bemühungen nach 1945, das Bauhaus in Weimar wiederzueröffnen.

Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff zum Bauhaus-Jubiläum

„Wie wollen wir leben?“ – Das Bauhaus als ganzheitlichen Anspruch und Bildungsreform, so nähert sich der Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff im Video dem Phänomen „Bauhaus“. Willkommen im Jubiläumsjahr 2019 #Bauhaus100!

Thüringen. Die Wiege des Bauhauses. Weimar, Gera, Erfurt, Jena..bekommen Sie einen Überblick über die Orte, die das Bauhaus prägten.
Begeben auch Sie sich auf die Grand Tour der Moderne durch Thüringen und erfahren Sie hautnah, was den Arnstädter Milchhof mit der Geraer Architektur der Moderne, dem Margaretha-Reichardt-Haus in Erfurt-Bischleben oder dem Bauhaus-Welterbe in Weimar verbindet.
Was genau machte das Bauhaus so revolutionär und anziehend für die einen und so ungeheuerlich für die anderen? Und wie kam es überhaupt zur Gründung in Weimar?
2.250 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf drei Geschossen. Die Sammlung der Klassik Stiftung Weimar zählt zu den weltweit bedeutendsten Kollektionen zum Bauhaus. Sie ist der älteste Bauhaus-Bestand weltweit, dessen Grundstock Walter Gropius persönlich legte. 2019 eröffnet das bauhaus museum weimar.
Das frühe Bauhaus lebte neben den Ideen auch von den Menschen, die sie prägten. Vier Künstler werden im Porträt vorgestellt.

Corporate Design zum Jubiläum

Der Bauhaus Verbund 2019 hat zur Vorbereitung des Jubiläums eine starke Marke „bauhaus100“ eingeführt. Um mit dem Bauhaus Jubiläum assoziierte Projekte im Freistaat Thüringen kenntlich zu machen, wurde ein Corporate Design entwickelt, das auf dieser Marke aufsetzt.

Die Staatskanzlei arbeitet eng mit dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft sowie der Thüringer Tourismus GmbH zusammen, um ein einheitliches Auftreten des Freistaats zu ermöglichen.

Kontakt

Das Logo unterliegt dem Markenschutz und darf nicht frei verwendet werden. Sie erhalten die druckfähigen Dateien auf Antrag bei:

Thüringer Staatskanzlei
Referat 41

Dr. Marita Kasper
Marita.kasper@tsk.thueringen.de

Karla Holzheu
Karla.holzheu@tsk.thueringen.de
Tel.: 0361-573214732

Diese Seite teilen:

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: