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Eröffnung des Themenjahres „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“

106/2020
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen. Seit Jahrhunderten ist die jüdische Gemeinde mit ihrer vielfältigen Kultur, ihren Traditionen und ihrem Brauchtum fest in Thüringen verankert. Auch wenn dies nicht an einem „Jubiläum“ festgemacht werden kann, feiert der Freistaat dieses Miteinander in einem Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“. Das facettenreiche Programm enthält Veranstaltungen, Kooperationen und Ausstellungen in allen Regionen Thüringens, in den Städten ebenso wie in den Gemeinden im ländlichen Raum.

Thüringens Ministerpräsident, Bodo Ramelow, sagte bei der heutigen Pressekonferenz zur Eröffnung des Themenjahres „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“: „Mit dem Themenjahr ‚Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen‘ laden wir alle ein, jüdisches Leben heute und dessen jahrhundertealte Traditionen mit großartigen Beiträgen aus Kultur, Wissenschaft und Geistesgeschichte zu erfahren und zu entdecken. Natürlich darf und wird dieses Themenjahr die gewaltgeprägte Dimension des Zusammenlebens zwischen Nichtjuden und Juden nicht ausblenden: Das jährliche Gedenken an jüdisches Leid, an die Shoa, an die Verbrechen der Nationalsozialisten ist und bleibt fester Bestandteil der Thüringer Erinnerungskultur. Das Themenjahr möchte unseren Blick weiten und auf die wunderbare Bereicherung zeigen, die jüdisches Leben mitten unter uns bedeutet.“

In diesem Jahr soll es daher im Wesentlichen um den Einfluss jüdischer Kultur über die Jahrhunderte in Thüringen gehen, um die wechselvolle Geschichte des Aufblühens und des Niedergangs sowie um jüdisches Leben in den Städten und auf dem Land, abseits der großen Metropolen, so Ministerpräsident Ramelow weiter. „Der Blick auf den kulturellen, geistigen und auch ökonomischen Mehrwert für die ganze Gesellschaft, der ein gutes Miteinander zwischen Nichtjuden und Juden bedeutet, eröffnet zugleich die Sicht auf den Gewinn, wenn wir alle unabhängig von Glaube und Herkunft offen und mit gleichen Rechten zusammenleben. Christen und Nichtchristen, Juden und Nichtjuden, Muslime und Nicht-Muslime. “

Die Idee des Themenjahres geht auf eine gemeinsame Initiative der jüdischen Landesgemeinde Thüringen und der beiden großen christlichen Kirchen zurück. „Dafür gebührt ihnen mein großer Dank!“ Ebenso sei allen zu danken, die sich für das Themenjahr engagieren, die kleinen und die großen Institutionen und Vereine, private und öffentliche Einrichtungen, so Ramelow.

 

Hintergrund zum Programmheft und Veranstaltungshöhepunkte

Im Programmheft sind die Hauptprojekte „Tora ist Leben“, die Musikfestivals „Jüdisch-israelische Kulturtage“, „Yiddish Summer“ und „Achava“ sowie die virtuelle Rekonstruktion der Großen Synagoge Erfurt beschrieben. Die drei Festivals bilden jeweils einen eigenen Kosmos mit zahlreichen Veranstaltungen. Von diesen sind einige exemplarisch in das Programmheft aufgenommen. Im Kalendarium, das angelehnt und angenähert an den jüdischen Kalender ist, sind rund 150 Einzelhinweise auf diese und weitere Veranstaltungen zu Bildungsprojekten, darunter etwa auch Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Lesungen sowie Musik, Ausstellungen und Führungen aufgenommen. Ebenso sind im Programmheft weiterführende Hinweise mit Verlinkungen zu buchbaren Veranstaltungen auf Anfrage, Fortbildungs- und universitäre Angebote ausgewiesen. Die Thüringer Staatskanzlei beteiligt sich über die Landeszentrale für Politische Bildung mit verschiedenen Kooperationspartnern an einer Vielzahl von Veranstaltungen im Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ und unterstützt im Rahmen der Kulturförderung zahlreiche Veranstaltungen und Projekte.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bildungsbereich: universitäre Programme gehen in Forschung und Lehre gerade im Themenjahr speziell auf das jüdische Leben ein. Lehrerfortbildung und Schülerbildungsprogramme erfahren durch das Themenjahr einen spürbaren Auftrieb. Im Bildungsprojekt „Jüdisches Leben erfahren“ in der Trägerschaft der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen (LKJ Thüringen e. V.) werden in Zusammenarbeit mit dem Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V. im Rahmen des Themenjahres zwei Modellprojekte und weitere Vorhaben an Schulen in ganz Thüringen durchgeführt.

Das Veranstaltungsprogramm des Programmheftes ist ab dem 1. Oktober auf der Themenseite www.juedisches-leben-thueringen.de in einem Veranstaltungsmodul zu sehen. Am 2. November erfolgt dann der offizielle Launch des Portals.

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