Übergabe des ersten Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur

11/2019 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Erstmals wird in Thüringen der Landesgeschichtliche Preis für Industriekultur „Thüringens Aufbruch in die Moderne“ verliehen. Der Thüringer Kulturminister, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff wird die Preisverleihung am Montag, den 21. Januar 2019, um 18 Uhr, in der Schott-Villa in Jena mit einem Grußwort eröffnen und selbst vornehmen.

Vorab erklärt Hoff: „Die Industriegeschichte in Thüringen ist untrennbar mit der kulturellen und der politischen Geschichte verbunden und muss auch vor dem Hintergrund der Jubiläen der nächsten Jahre mitgedacht werden. Die Stärke der geschichtswissenschaftlichen Disziplin liegt gerade darin, gesellschaftliche Diskurse zu initiieren und zu bereichern. In diesem Sinne freue ich mich auf die Preisverleihung und hoffe auf eine breite Rezeption der drei ausgezeichneten Arbeiten, auf dass sie im Spannungsfeld von Globalisierung und Regionalisierung Schlaglichter auf aktuelle gesellschaftliche Probleme werfen.“

Die Thüringer Staatskanzlei und die Historische Kommission für Thüringen haben den Preis im Jahr 2018 gemeinsam ins Leben gerufen, um die regionale Industriegeschichte als wesentlichen und unverzichtbaren Teil der Geschichte noch stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Mit der Auszeichnung soll der wissenschaftliche und studentische Nachwuchs für Themen der Landes- und Regionalgeschichte sensibilisiert und der interdisziplinäre Austausch gefördert werden.

In Kategorie II werden mit einem Preisgeld in Höhe von 1500 Euro ausgezeichnet:

• Dr. Jürgen Schreiber für seine Dissertation „Uhren — Werkzeugmaschinen — Rüstungsgüter. Das Familienunternehmen Gebrüder Thiel aus Ruhla 1862-1972", die 2015 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der FSU Jena eingereicht wurde und 2017 in der Schriftenreihe der Historischen Kommission erschienen ist. Die Arbeit zeichnet die Geschichte des Familienunternehmens aus Ruhla bis in das Jahr 1972 nach.

• Dr. Marco Swiniartzki für seine Arbeit „Gewerkschaften in der Stadt des ‚Musterbetriebes'. Die Metallarbeiterbewegung in Jena 1890-1918", die im Rahmen des Bandes „Soziale Bewegungen in Jena 1869-1918" erschienen ist.

Einen Preis in der Kategorie III mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro erhält:

• Leonie lsmene Ehrler für ihre Bachelor-Arbeit „Nutzungskonzept für die alte Massenmühle in Kahla", die an der Bauhaus-Universität Weimar eingereicht wurde.

Die Auswahl der Arbeiten erfolgte durch eine Fachjury, der Prof. Dr. em. Hans-Werner Hahn, Historisches Institut der FSU Jena, PD Dr. Annegret Schüle, Erinnerungsort Topf & Söhne, sowie Prof. Dr. em. Rolf Walter, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der FSU Jena, angehörten.

Der Preis wird zunächst für die Jahre 2018 bis 2020 vergeben. Die Ausschreibung wurde über das geschichtliche Fachportal www.hsozkult.de  und Plakataushänge an Thüringer Universitäten bekannt gemacht. Die nächste Ausschreibung soll im dritten Quartal 2019 erfolgen.

Die Preisverleihung findet in der Schott-Villa in Jena und damit an einer Schnittstelle zwischen Industriegeschichte und moderner industrieller Entwicklung statt.

Diese Seite teilen:

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: