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Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff zum Tod von Hans-Peter Mader

125/2021
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

„Tief getroffen habe ich vom Tod Hans-Peter Maders erfahren. Er gehörte seit vielen Jahrzehnten zu den bedeutendsten Künstlern Thüringens, der weit über den Freistaat hinaus mit seinem vielfältigen keramisch-plastischen Schaffen Wirkung entfaltete“ so Kulturminister Hoff. Der bekannte Keramiker in Hohenfelden, der am 16. August diesen Jahres 70 Jahre alt wurde, verstarb am Dienstag, den 24. August 2021.

Minister Hoff weiter: „In Hohenfelden war sein Wohn- und Atelierhaus, der Garten und sein Schauraum ein lebendiger und sehr persönlicher Ort der Kunst und der Begegnung, den ich stets als Bereicherung empfunden habe. Der plötzliche Verlust hinterlässt tiefe Trauer, jedoch wird in jeder Figur, in jeder Raku-Keramik, in jedem künstlerisch ausdrucksstarken Objekt sein Leben und Wirken in zeitloser Erinnerung bleiben. Seiner Frau sowie der gesamten Familie spreche ich mein herzliches Beileid aus und wünsche ihnen Kraft für die schwere Zeit des Abschieds.“

Allgemeines

Hans-Peter Mader, Jahrgang 1951, war ein vielseitiger Thüringer Künstler, Keramiker, Architekt, Restaurator und Landschaftsgestalter. Er lebte und arbeitete gemeinsam mit seiner Frau in einem Atelier- und Wohnhaus in Hohenfelden mit einem Garten, wobei das Areal gleichsam einer großen, lebendigen Ausstellung seiner Werke gleicht. Seine Arbeitsfelder waren aufgebaute Plastiken, Torsi mit spröden Rissen und gesteinsartiger Oberfläche, Objekte mit Intarsien und Engobemalerei, Dosen in Kugel- oder Kegelform, keramische Wandbilder, aber auch Malerei und Grafik.

Er zeichnete sich durch seine künstlerisch und technisch anspruchsvollen Unikatplastiken aus, die zum Beispiel durch die alte japanische Technik des Raku-Brandes entstanden. Er verwendete oft geometrische Grundformen, die durch Malerei und Ritztechnik ihre unverwechselbaren Oberflächen erhielten, wodurch gleichermaßen ein Spannungsverhältnis zwischen Geometrik der Form und naturnahen Oberflächen entstand. Dadurch besitzen seine Arbeiten einen ganz eigenen Stil mit hohem Wiedererkennungswert, der sich durch sein gesamtes Werk hindurchzieht. Er beteiligte sich an mehr als 150 Ausstellungen im In- und Ausland. Seine Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum als Kunst am Bau, in öffentlichen Einrichtungen und Museen sowie bei privaten Sammlern. Der Künstler und sein Werk ist heute weit über die Grenze Thüringens bekannt.

Im Besitz der Kunstsammlung des Freistaats Thüringens sind sieben Werke Hans-Peter Maders, die 2005, 2009 und 2010 angekauft wurden.

Lebenslauf

Hans-Peter Mader wurde am 16. August 1951 in Nordhausen geboren. Er studierte von 1973 bis 1978 an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Nach dem Abschluss als Architekt im Jahr 1978 folgte ein Zusatzstudium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Fachgebiet Plastik und Keramik. Von 1978 bis 1981 war er Assistent im künstlerischen Bereich der Hochschule für Architektur in Weimar und Seminarleiter in der künstlerischen Grundlagenausbildung der Hochschule. Ab 1982 machte sich Mader selbständig und war seit 1989 freischaffend als Keramiker und Plastiker tätig. Seit 1994 war er Sprecher der Künstlergruppe Hohenfelden. Von 2004 bis 2006 war er zudem als Mitglied im Kunstbeirat des Freistaates Thüringen tätig. Er war Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen e.V., beim Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. sowie im Bund Thüringer Kunsthandwerker.

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