Europastaatssekretärin Dr. Winter im EU-Ausschuss der Regionen in Brüssel: Kultur und Kulturerbe müssen eine hohe Priorität in der EU-Politik bekommen

130/2018 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

„Das Kulturerbe und die Kultur insgesamt stärken den Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger in Europa auf einzigartige Weise: Jenseits von nationaler Abgrenzung vermögen sie unmittelbar die Herzen zu berühren“, sagte Thüringens Staatssekretärin für Kultur und Europa, Dr. Babette Winter, am Donnerstag in der Plenardebatte im Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR) in Brüssel.

In der Debatte anlässlich des Europäischen Kulturerbe-Jahres 2018 positionierte sich Staatssekretärin Winter gemeinsam mit dem zuständigen EU-Kommissar für Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics, für eine stärkere Förderung von Bildung und Kultur. Schließlich seien „gemeinsame Werte der Schlüssel zur europäischen Identität“, so Navracsics. Die EU-Kommission habe deswegen vorgeschlagen, das Budget für das Programm Erasmus-Plus deutlich zu erhöhen.

„Kultur und kulturelles Erbe müssen eine hohe Priorität in der EU-Politik bekommen – und zwar auf allen politischen Ebenen. Ein starkes Hemmnis für die Weiterentwicklung der Kultur insgesamt sei nach wie vor – neben dem fehlenden Geld – mangelndes politisches Bewusstsein“, appelliert Winter nicht nur an die Regierungen der Mitgliedsstaaten und die Regionen, sondern auch an die EU-Kommission und das Europäische Parlament.

„Kultur kann dazu beitragen, dass sich die Menschen mit ihren jeweiligen Regionen und deren Geschichte identifizieren. Das Kulturerbe und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen in den europäischen Regionen sind ähnlich. Gerade auf regionaler Ebene kann das Kulturerbe zum sozialen Zusammenhalt und zur Lebensqualität beitragen. Es bietet darüber hinaus Entwicklungsmöglichkeiten für diejenigen Regionen, die vom demografischen Wandel und der Entvölkerung betroffen sind“, sagte Winter weiter.

Aus den genannten Gründen müssten auch nach Ablauf des Europäischen Kulturerbe-Jahres 2018 Folgemaßnahmen ergriffen werden. Winter spricht sich unter anderem für die Fortsetzung und Erweiterung des Programms „Creative Europe“ aus. Mobilität von Künstlerinnen und Künstlern trage schließlich zur europäischen Integration bei. Aufgrund der Kulturhoheit der Länder müsse der Schwerpunkt der Förderung auf europäischer Ebene auf Erfahrungsaustausch, Informationskampagnen und Unterstützung bei der Erstellung von Kulturkonzepten zur regionalen Entwicklung liegen. Im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen soll mindestens ein Prozent des Haushalts für das Kulturerbe und die kulturelle Vielfalt bereitgestellt werden, damit zum Beispiel die Infrastrukturförderung mit Fokus auf die soziokulturelle Bindekraft fortgesetzt werden kann, forderte die Europastaatssekretärin.

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