Medieninformation 148/2017 Ramelow und Hoff bei den 3. ACHAVA-Festspielen

148/2017 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Im dritten Jahr präsentieren die ACHAVA-Festspiele Thüringen neue Künstler, neue Ausstellungen, ein umfangreiches Schülerprogramm, eine Fortsetzung der Erfurter Religionsgespräche, die Verleihung des 1. ACHAVA Jazz Award und erstmalig ein großes Straßenfest an der Krämerbrücke. Der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Bodo Ramelow, und der Thüringer Kulturminister nehmen in diesem Jahr an verschieden Programmpunkten teil, über die wir an dieser Stelle informieren. 

Am Donnerstag, den 31. August 2017 starten die ACHAVA Festspiele Thüringen im Heizwerk Erfurt mit der Eröffnung der Ausstellung „Musik.Vernichtung.Widerstand“ gefolgt von einem Konzert der Band „MoZulu Art - Mozart meets Zulu“.

Der Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, wird heute bei der Vernissage der Ausstellung „Musik.Vernichtung.Widerstand“ gefolgt von einem Konzert der Band „MoZulu Art - Mozart meets Zulu.“ im Erfurter „Heizwerk“ Grußworte halten.

„Die ACHAVA-Festspiele und ihr auf Humanität ausgerichtetes Konzept der ‚Brüderlichkeit‘ ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft und des Thüringer Kulturkalenders“, so Hoff vorab. 

Die Ausstellung „Musik.Vernichtung.Widerstand, zeigt das Schicksal jüdischer Musiker aus Weimar während des Nationalsozialismus auf. Die Schau wird im Rahmen von ACHAVA an verschiedenen Orten zu sehen sein (Heizwerk, Topf & Söhne, Weimarhalle) und besteht aus 13 inhaltlichen Tafeln, die sich auf die Geschichte des Ghettos Theresienstadt, die Kultur im Ghetto, die Musik ebendort, die Aufführung des Stückes „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi und die Biographien von jüdischen Musikerinnen und Musiker aus dem Weimar der Vor- und Zwischenkriegszeit und ihrem Schicksal während des Nationalsozialismus beziehen.

Der Minister weiter: „Das jüdische Erbe ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Freistaats Thüringen. Dabei ist u.a. auf die Reste mittelalterlicher jüdischer Kultur in Erfurt zu verweisen, wie auch auf die Bedeutung jüdischer Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im 19. und 20. Jahrhundert. Dies ist umso mehr hervorzuheben, als Menschen jüdischen Glaubens über weite Zeitabschnitte hinweg die Ansiedlung in den überwiegenden Teilen Thüringens verwehrt geblieben ist. Im Bereich der Musik unterstützt der Freistaat Thüringen Forschungen durch die Einrichtung eines Lehrstuhls für die Geschichte der jüdischen Musik, an dem auch die Ausstellung „Musik. Widerstand. Vernichtung“ entstanden ist.“

Im Anschluss an die Vernissage findet (um 19:30 Uhr) ein Konzert mit „MoZuluArt“ statt. Einer Band, die ihre Wurzeln in Österreich und Zimbabwe hat und eine Verschmelzung traditioneller Zulu-Klänge mit klassischer Musik, vor allem Mozart-Kompositionen ist. Die Gruppe verbindet die zwei Musikstile so miteinander, dass die Originalmelodien und -rhythmen so weit möglich erhalten und damit authentisch bleiben und erschaffen damit den gemeinsamen Sound zweier sehr unterschiedlichen Kontinente.

Termin: Donnerstag, 31. August 2017
19:00 Uhr Ausstellungseröffnung „Musik.Vernichtung.Widerstand“ und 19:30 Eröffnungskonzert Achava „MoZuluArt“ - mozart meets zulu"
Ort: Erfurt, Maximilian-Welsch-Straße 6, Heizwerk

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow wird am Sonntag, 3. September (19:00 Uhr) beim Auftritt des Chors der Tatarischen Mönche aus Kasan ein Grußwort halten.
Der Männerchor des Kasaner Gottesmutter-Klosters wurde im Jahr 2005 gegründet und ist der einzige professionelle Männerchor in der autonomen Republik Tatarstan. Neben seiner Hauptaufgabe – der Teilnahme an der Liturgie – führt der Chor ein aktives Konzertleben, gewann mehrere Preise bei nationalen Festivals und Wettbewerben und nahm an zahlreichen Wohltätigkeitsveranstaltungen teil

Termin: Sonntag, 3. September 2017, 19:00 Uhr
Ort: Peterskirche auf dem Petersberg, Erfurt

Einen Tag später, am 4. September (12:30 Uhr), wird der Ministerpräsident und Schirmherr der ACHAVA-Festspiele, Bodo Ramelow, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Das Schülerforum ist Teil des ACHAVA-Festivalprogramms mit Workshop-Charakter. Für die Workshops konnten Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Gestaltungsrichtungen, aber auch gesellschaftlich relevante Personen wie der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, gewonnen werden. Am Forum nehmen ca. 60 Grundschülerinnen und Grundschüler und 160 Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen teil. Das Schüler-Forum ist ein Kooperationsprojekt der ACHAVA-Festspiele mit dem Thüringer Landtag, dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und der Yashar-Stiftung für deutsch-israelische Perspektiven.

„In der Gegenwart wird zunehmend der Einfluss von extremen Aus- und Abgrenzungspositionen deutlich, u.a. in einer Verschiebung dessen, was und wie etwas gesagt werden kann. Ein kritischer und reflektierter selbstständiger Blick in die Vergangenheit kann helfen, solche Veränderungen wahrzunehmen und zu bewerten“, so Ramelow vorab.
Neben dem Schülerforum finden zwischen dem 5. und 8. September 2017 Gesprächsveranstaltungen an mehreren Thüringer Schulen in Meiningen, Erfurt und Mühlhausen statt.

Termin: Montag, 4. September 2017, 12:30 Uhr
Ort: Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Str. 1, Erfurt

Am Donnerstag, den 7.September (19:00 Uhr), wird der Ministerpräsident anlässlich der diesjährigen Abschlussveranstaltung der Erfurter Religionsgespräche im Kontext des Thüringer Festspiele-ACHAVA am Religionsgespräch zum Thema „‚Von der Freiheit eines Christenmenschen‘. Martin Luther, 1520 – Freiheit und Rechtsstaat“ teilnehmen. Als weitere Gesprächsteilnehmer sind Herr Bundesverfassungsgerichtspräsident a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Jürgen Papier, LMU München, und Herr Dr. h.c. mult. Friedrich Schorlemmer, Wittenberg, eingeladen.

Termin: Donnerstag, 7.September 2017, 19:00 Uhr
Ort: Augustinerkloster, Augustinerstraße 10, Erfurt

Vor der Aufführung von Verdis „Messa da Requiem“ am 8. September (19:30 Uhr) wird Ministerpräsident Bodo Ramelow neben Weihbischof Reinhard Hauke ein Grußwort im Erfurter Dom halten. Eine Live-Übertragung durch Deutschlandfunk Kultur ist in Planung.

Zur Aufführung erklärt er vorab: „Das Konzert ist dem Andenken an die nach Theresienstadt deportierten Menschen jüdischen Glaubens gewidmet, darunter auch Bürgerinnen und Bürger aus Thüringen. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts lehrt uns, dass religiöse Toleranz, Respekt für individuelle Lebensentwürfe und gesellschaftliche Partizipation nie endgültig gesichert sind. Die Aufführung bietet deshalb einmal mehr Anlass zu kritischer Selbstbefragung. Wie steht es um unsere eigene religiöse Toleranz, um unseren Respekt der Verschiedenartigkeit in unserer Gesellschaft? Das Konzert ist deshalb einmal mehr Appell, allen Regungen von Fremdenhass und allen Angriffen auf die Menschenwürde konsequent und entschieden entgegenzutreten.“
Verdis „Messa da Requiem“ wird von der Staatskapelle Weimar und dem MDR-Rundfunkchor unter der Leitung von Kirill Karabits aufgeführt, der Sopran wird von Catherine Foster gesungen, der Alt von Nadine Weissmann, der Tenor von Jaesig Lee und der Bass von Wilhelm Schwinghammer.

Am Rande des Konzerts wird die o.g. Ausstellung „Musik.Vernichtung.Widerstand“ zu sehen sein.

Ort: Freitag, 8.September 2017, 19:30 Uhr
Zeit:  Mariendom, Domberg, Erfurt

Die ACHAVA-Festspiele finden vom 31. August bis 10. September 2017 in Erfurt statt. Verschiedenste kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Vorträge sollen den interreligiösen Dialog fördern und für interkulturelle Toleranz werben.
Das gesamte Programm finden Sie unter: www.achava-festspiele.de

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