Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts / Staatssekretärin Dr. Babette Winter: „Aufarbeitung bleibt Kern unseres Regierungshandelns“

157/2018 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Seit zwei Jahren ist der 17. Juni in Thüringen der offizielle Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts. Morgen (Freitag, 15. Juni 2018, 14 Uhr) gibt es im Industriedenkmal Gasmaschinenzentrale in Unterwellenborn eine Gedenkveranstaltung, bei der die für die Aufarbeitung von SED-Unrecht zuständige Staatssekretärin Dr. Babette Winter als Vertreterin der Landesregierung ein Grußwort sprechen wird.

„Am 17. Juni 1953 haben die Menschen in der DDR gezeigt, dass es eine Freiheitsbewegung gegen Gewaltherrschaft gibt. Sie sind für Freiheit, Demokratie und die deutsche Einheit auf die Straße gegangen und haben ihr Leben riskiert oder gar verloren. Wir gedenken der Opfer von staatlicher Willkür und erinnern an die mehr als eine Million mutigen Frauen und Männer, die sich vor 65 Jahren an mehr als 700 Orten in der DDR gegen den SED-Staat erhoben“, erklärt die Staatssekretärin vorab.

Der 17. Juni 1953 sei Vorläufer des Ungarn-Aufstands von 1956 und des Prager Frühlings von 1968 gewesen, die nach dem gleichen Muster – durch die Gewalt sowjetischer Panzer niedergeschlagen wurden. Er sei aber auch der Vorläufer der Solidarnocz-Bewegung und Wegbereiter der Friedlichen Revolution von 1989 gewesen, so Dr. Winter.

Mit Veranstaltung in der Gasmaschinenzentrale in Unterwellenborn werde daran erinnert, dass es bereits vor 1953 Haftarbeitslager gab, in denen neben Kriminellen auch politische Häftlinge drangsaliert und eingeschüchtert wurden. „Aber die Geschichte lehrt uns: Keine Diktatur ist stärker als der Freiheitswille der Menschen. In diesem Sinne hat der 17. Juni seine Spuren im Gedächtnis unseres Volkes hinterlassen.“

Weiter erklärt die Staatssekretärin: „Mit der Vollendung der friedlichen Revolution und dem Sturz der SED-Diktatur wurde im Herbst 1989 das Vermächtnis der Freiheitskämpfer vom 17. Juni 1953 erfüllt. Der 30. Jahrestag im kommenden Jahr wird unsere Triebfeder sein, die Aufarbeitung der Diktatur der Sozialistischen Einheitspartei konsequent fortzusetzen. Sie bleibt Kern unseres Regierungshandelns, und auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs kann und wird es keinen Schlussstrich darunter geben.“

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