Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – Ramelow: „Wir dürfen uns die Wahrheit nicht ersparen.“

16/2018 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

„Wir gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. Es ist unsere Verpflichtung und unsere Verantwortung, aktiv an diese Zeit zu erinnern und die tiefen Verstrickungen sichtbar zu machen. Nur so wird Versöhnung möglich sein. Nur so können wir die Mechanismen der Unmenschlichkeit erkennen. Und nur so können wir daran arbeiten, dass sich Ausgrenzung und Vernichtung von Mitmenschen und ideologischer Wahn nicht wiederholen.“ Das erklärt Ministerpräsident Bodo Ramelow zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Dazu wird es am morgigen Freitag (26. Januar 2018, 9 Uhr) eine Gedenkstunde im Thüringer Landtag geben, zu der Ministerpräsident Bodo Ramelow und Landtagspräsident Christian Carius gemeinsam einladen. Daran schließt sich um 12 Uhr die Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald an.

„Die Grundlage für Versöhnung ist, dass wir klar und deutlich benennen, was geschehen ist, was Menschen anderen Menschen angetan haben“, so Ramelow weiter. „Der Weg zur Versöhnung führt über die Erinnerung. Auch und gerade dann, wenn sie schmerzhaft ist. Eine Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen werden wir nicht zulassen. Wer den Holocaust relativiert oder einen Schlussstrich fordert, steht einer Versöhnung im Weg. Wir dürfen uns die Wahrheit nicht ersparen.“

„Wir müssen über diese Zeit und über diese Verbrechen reden – nicht nur am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Sprachlosigkeit führt zum Vergessen und macht Versöhnung unmöglich. Auch in Zukunft müssen wir beharrlich an den Fragen arbeiten: Wie war ein solches Morden möglich? Was können wir tun, damit sich dieses Grauen niemals wiederholt?“

Zur Wahrheit gehöre aber auch, in der Gegenwart zu erkennen, dass die Notwendigkeit unserer Erinnerungskultur und des Gedenkens, die Notwendigkeit zur Versöhnungsarbeit nicht von allen geteilt werde. Zu oft noch breche sich Hass die Bahn. Dagegen stünden die vielen großen und kleinen Initiativen, Schulen, Verbände, Vereine, Kirchengemeinden, Firmen und Einzelpersonen, die sichtbar, laut und sehr erfolgreich für ein buntes, tolerantes und weltoffenes Thüringen eintreten.

"Wir alle verneigen uns vor den Millionen Ermordeten und versprechen: In unserem Land ist nie wieder Platz für Rassismus und Ausländerfeindlichkeit, nie wieder Platz für Ausgrenzung, Verachtung und Hass.“

Hinweis:

Ministerpräsident Bodo Ramelow, Minister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Staatssekretärin Dr. Babette Winter und Staatssekretär Malte Krückels nehmen an den Gedenkveranstaltungen am morgigen Freitag (26. Januar 2018) teil:

9 Uhr – Gedenkstunde im Plenarsaal des Thüringer Landtags

12 Uhr – Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald


Malte Krückels, Staatssekretär und Bevollmächtigter beim Bund, wird die Thüringer Landesregierung am 31. Januar um 13 Uhr bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag vertreten.

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