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Gemeinsame Medieninformation der Thüringer Staatskanzlei und der Stadt Erfurt Pressegespräch zur Abgabe des UNESCO-Antrags Jüdisch-mittelalterliches Erbe

16/2021
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Im Anschluss an das heutige virtuelle Pressegespräch zur Abgabe des Welterbe-Antrags für das jüdisch-mittelalterliche Erbe der Thüringer Staatskanzlei und der Stadt Erfurt erklärt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow:

„Der Welterbeantrag zum jüdischen Erbe der Landeshauptstadt Erfurt rückt ein wichtiges Kapitel der Geschichte Thüringens in den Mittelpunkt. Die Bauwerke stehen für jüdischen Ritus, jüdisches Alltagsleben und ein friedliches christlich-jüdisches Zusammenleben im Mittelalter, aber auch für die Vertreibung und Verfolgung der Juden aus Erfurt. Im Themenjahr ‚Neun Jahrhunderte Jüdisches Leben in Thüringen‘, welches das reichhaltige jüdische Erbe in allen Landesteilen ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, bildet die Einreichung des UNESCO-Antrages den Höhepunkt."

Der Erfurter  Oberbürgermeister Andreas Bausewein ergänzt: "In Erfurt besitzen wir nicht nur die außergewöhnlichen jüdischen Bauwerke. Wir haben auch reichlich schriftliche Überlieferungen sowie Historikerinnen, die diese deuten und bewerten können. Insofern sind wir in der Lage, die Geschichte des jüdischen Mittelalters in der Stadt spannend und hautnah zu erzählen. Ich glaube ganz fest, dass das ein riesiger Pluspunkt bei der UNESCO-Bewerbung ist. Nun heißt es: Daumen drücken!"

Hintergrund: Der 1. Februar 2021 ist der Abgabetermin für die von der Stadt Erfurt erarbeitete Bewerbung um eine Eintragung als UNESCO-Welterbestätte. Der Freistaat als Vertreter des UNESCO-Vertragstaats reichte den Antrag bereits im vergangenen Dezember bei der Kulturministerkonferenz (KMK) ein, von dort wird er über das Auswärtige Amt an das UNESCO-Sekretariat des Welterbekomitees in Paris weitergeleitet.

Jetzt erfolgt zunächst eine Prüfung auf Vollständigkeit. Anschließend reicht die UNESCO den Antrag an ICOMOS, den Internationalen Rat für Denkmalpflege weiter, der den Antrag prüft, aber auch vor Ort die Situation evaluiert und anschließend sein fachliches Votum abgibt. Das wird wiederum die Grundlage der Entscheidung der UNESCO-Kommission im Sommer 2022 sein.

 

In Thüringen gibt es drei Stätten des Weltkulturerbes: die Stätten des Bauhaus in Weimar (seit 1996), das Klassische Weimar (seit 1998) und die Wartburg (seit 1999). 2011 wurde der Nationalpark Hainich zum Weltnaturerbe erklärt.

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