Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

240/2018

Doris Elfert, Annette Projahn, Dr. Hans-Joachim Schinkel und Christoph Schuchert werden am kommenden Dienstag (13. November 2018 um 15 Uhr) mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrung in der Thüringer Staatskanzlei vornehmen.

Termin: Dienstag, 13. November 2018, 15 Uhr
Ort: Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei, Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Bei Interesse an Fotos wenden Sie sich bitte an Bernd Edelmann (bernd.edelmann@tsk.thueringen.de bzw. 0361-57 3211410).

In den Laudationes auf die Ausgezeichneten heißt es u. a.:

Doris Elfert aus Weimar wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Sie engagiert sich seit 25 Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen und Stiftungen. Hervorzuheben ist die Bürgerstiftung in Weimar, die unter ihrer Federführung vor 14 Jahren gegründet wurde. Die Bürgerstiftung Weimar entwickelte sich unter der Leitung von Frau Elfert zu einer der projektmäßig umfangreichsten Bürgerstiftungen, die wir hier in Thüringen kennen. Auch im deutschlandweiten Vergleich kann sich die Bürgerstiftung Weimar sehen lassen – ihr gehören etwa 120 Stifter an!

Unter Doris Elferts Initiative wurde im Jahr 2005 ein Kinder- und Jugendfonds gegründet, mit dem über private Spenden Projekte, die von Kindern und Jugendlichen eigenständig initiiert werden, unterstützt werden. Wie zum Beispiel der Ferienpass für Kinder, die ohne finanzielle Hilfe nicht in den Urlaub fahren könnten, weil sich ihre Familien diesen nicht leisten können. Doris Elfert ist zudem Mitglied in der Lenkungsgruppe und im Vergabeausschuss des Kinder- und Jugendfonds in Weimar.

Eine weitere Idee von Doris Elfert ist das Projekt „Paten gesucht“. Dank ihres Engagements werden bei „Paten gesucht“ Geldspenden für Einzelfallhilfen, zum Beispiel für Hilfsmittel oder Therapiekosten, eingeworben. Eine weitere Initiative ist das Projekt „Weimars Gute Nachbarn“ – eine Nachbarschaftshilfe für Seniorinnen und Senioren zu Hause. Seniorenbegleiter sollen dabei helfen, alte oder kranke Menschen vor der Isolation in den eigenen vier Wänden zu bewahren. Unter der Leitung von Doris Elfert kümmern sich Mitarbeiterinnen um die Betreuung von Senioren-Partnerschaften.

Ein weiteres Projekt der Bürgerstiftung Weimar, das Doris Elfert kraftvoll betreut, ist die Ehrenamtsagentur, die sich seit vielen Jahren in Weimar etabliert hat. Die Agentur ist Anlaufstelle für alle, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. 260 Vereine sind in der Ehrenamtsagentur gelistet. Dank Doris Elfert konnte eine Personalplanstelle dauerhaft gesichert werden. Neben der Vermittlungsarbeit werden von der Agentur auch der Freiwilligentag, der Schülerfreiwilligentag, die Flüchtlingshilfe und Weiterbildungsprogramme organisiert. Unter dem Dach der Bürgerstiftung wurde vor mehreren Jahren auch ein Fonds für Kinder mit Lernhandicaps eingerichtet. Hier werden Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie unterstützt.

Doris Elfert hat drei weitere Ehrenämter inne: Sie ist Regionalkuratorin für die Region Mitteldeutschland im Deutschen Fundraising-Verband, wo Fortbildungsveranstaltungen organisiert werden, sowie Mitbegründerin der BLITZ-Stiftung und Gründungsmitglied im Förderverein Blitz e.V. und im Freundeskreis der Stiftung Dr. Georg Haar.

Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Was Doris Elfert aus auszeichnet, ist ihr Ideenreichtum, ihre angenehme Art zu kommunizieren und ihre charmante Beharrlichkeit, wenn es darum geht, Aktionen anzuschieben. Ich danke ihr herzlich für ihr über Jahrzehnte währendes ehrenamtliches Engagement und wünsche ihr weiterhin beste Ideen und Tatkraft – Wohlergehen, Glück und Gesundheit.

 

Annette Projahn aus Weimar wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich: für die Industrie- und Handelskammer Erfurt als Vizepräsidentin, als Vorsitzende im Wirtschaftsbeirat Weimar/Weimar-Land und als Vorsitzende im Handelsausschuss. Darüber hinaus ist sie Stadträtin in Weimar und arbietet im Weimar-Werk Bürgerbündnis aktiv mit. Im April 1999 hat Frau Projahn die Geschäftsführung des Schiller-Modehauses Magnus übernommen, bis sie sich vor zwölf Jahren in Weimar selbstständig machte.

Heute trägt sie als Geschäftsführerin eines Modehauses in Weimar Verantwortung für elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die positive Entwicklung des Unternehmens ist im hohen Maße dem persönlichen Einsatz von Annette Projahn zu verdanken. Sie engagiert sich nicht nur in Weimar, sondern auch über die Grenzen der Kulturstadt hinaus.

Annette Projahn hat sich als Handelsexpertin über Weimar hinaus einen Namen gemacht. Davon zeugt auch ihr Beitrag auf der Tagung „Zukunft-Handel: Digitalisierung ist kein Hexenwerk“. Sie initiierte zudem die Werbe- und Imagekampagne „Heimatshoppen“, an der sich viele Händler und Gewerbetreibende aus Nord- und Mittelthüringen beteiligten.

Ein Meilenstein auf dem ehrenamtlichen Erfolgsweg von Annette Projahn – hier als Initiatorin und Schirmherrin – war die 2015 gegründete Netzwerkinitiative „Innenstädte erfolgreich machen“ von IHK Erfurt, Verwaltungsspitzen und Gewerbevereinen. Dank des ehrenamtlichen Wirkens von Annette Projahn konnte der Handel in Thüringer Innenstädten, wie in Apolda, Eisenach, Sondershausen oder Sömmerda, angeregt werden. Ihr war es dabei immer wichtig, anhand von Alleinstellungsmerkmalen in diesen Städten besondere Akzente und wirtschaftliche Impulse zu setzen.

Annette Projahn ist vielen Akteuren in ihrer Funktion als Vorsitzende des Handelsausschusses der IHK Erfurt bekannt – auch deshalb, weil sie sich für eine Veranstaltung mit den wirtschaftspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen stark gemacht hat: den „Thüringer Branchendialog“.

Neben ihrem unternehmerischen Engagement vor Ort in Weimar organisiert Annette Projahn Sitzungen des Wirtschaftsbeirats und Veranstaltungen zu aktuellen Themen, wie die Podiumsdiskussion im Vorfeld der letzten Bundestagswahl. Als Vizepräsidentin der IHK Erfurt hat sie vor zwei Jahren in den Emiraten Dubai und Sharjah wichtige wirtschaftliche Kontakte geknüpft. Gemeinsam mit Unternehmerverbänden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen führte sie intensive Gespräche mit Vertretern der dortigen Industrie- und Handelskammern. Mit Erfolg: Es sind enge, länderübergreifende Kooperationen der Industrie-Kammern entstanden.

Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Ich danke Ihnen, verehrte Frau Projahn, und all Ihren Unterstützern, sehr herzlich für Ihr vielfältiges und immerwährendes Engagement – für den Einsatz für die Schwachen in unserer Gesellschaft und sowie als Unternehmerin und Initiatorin –insgesamt für Ihre Thüringer Tatkraft.“

 

Dr. Hans-Joachim Schinkel aus dem Ortsteil Schallenburg in Sömmerda wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Er ist der Gründer und der 1. Vorsitzende des Vereins „Dentists for Africa“ – einer humanitären Hilfsorganisation, die sowohl zahnmedizinische als auch soziale Projekte in Kenia initiiert und weiter unterstützt.

Seit der Verein im Oktober 1999 in Sömmerda gegründet wurde, sind 13 vollfunktionsfähige Zahnarztpraxen in Kenia aufgebaut worden. Bei seinem ersten Einsatz Anfang 2000 in Kenia führte Dr. Schinkel selbst Zahnbehandlungen durch und machte sich ein Bild vom Behandlungsbedarf, den Gegebenheiten und Voraussetzungen für den Aufbau einer Zahnarztpraxis.

Seit 2001 ist die Hauptstation Nyabondo kontinuierlich durch deutsche Zahnärzte besetzt. 2002 wurden Praxis und Zahntechnik im Krankenhaus Kasarani in Nairobi eröffnet. Es wurde einheimisches Personal eingestellt, eingewiesen und geschult.

Bis heute wurden viele weitere Zahnstationen eröffnet.

Darüber hinaus hat Dr. Schinkel weitere Projekte über den Verein in Afrika initiiert – so das Patenschaftsprojekt, bei dem seit 2002 rund 850 Waisenkindern eine Schul- und Berufsausbildung ermöglicht wurde und viele danach angefangen haben, für Projekte von „Dentists for Africa“ zu arbeiten. Einem weiteren wichtigen Problem in Afrika hat sich Dr. Schinkel mit dem Unterstützungsprogramm für Witwen angenommen.

Dabei kam es Dr. Schinkel und seinen Unterstützern stets auf eines an: Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Immer mehr Frauen und Männer aus Kenia übernehmen seither Aufgaben in den Projekten des Vereins. Es konnten verlässliche Strukturen aufgebaut werden, auf deren Basis sich diese mit zunehmender Eigendynamik entwickeln.

Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Es muss Dr. Schinkel mit Glück erfüllen zu sehen, wie erfolgreich seine ehrenamtliche Arbeit ist: Patenschaften für Collegeabschlüsse, Soziale Hilfe für Witwen, Zahnarztpraxen und Zahnarztstationen über ganz Kenia verteilt sowie der Aufbau eines zentralen Lagers für die Zahnarztpraxen.

Als Ministerpräsident danke ich für dieses großartige und nachhaltige Wirken im Ehrenamt. Ich danke Dr. Schinkel für seine Lebensleistung.“

 

Christoph Schuchert aus Vacha erhält das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland als Dank und Anerkennung für sein langjähriges und vielfältiges Engagement in den verschiedensten Bereichen.

Seit 1974 führt er das vor hundert Jahren von seinem Großvater seiner Frau gegründete Speditionsunternehmen „Gebrüder Rost“. Seit 1993 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Kabeltrommelwerk Vacha GmbH. Zudem gründete Christoph Schuchert im September 1997 die Vachaer Fahrzeugbau GmbH. Alle drei Firmen zusammen sichern etwa 180 Menschen aus der Region die Arbeit; außerdem wurden sie in den vergangenen Jahren mehrfach als hervorragende Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet.

Christoph Schuchart zählt zu den Gründern des Landesverbandes Thüringen des Verkehrsgewerbes und ist seit 1998 dessen Präsident. Darüber hinaus ist er seit 1998 Aufsichtsratsmitglied der Straßenverkehrs-Genossenschaft Sachsen und Thüringen eG.; außerdem war er zehn Jahre lang – von 1998 bis 2008 – Präsidiumsmitglied im Deutschen Speditions- und Logistikverband.

Auch über sein berufliches Spektrum hinaus ist Christoph Schuchert vielfältig engagiert: politisch und gesellschaftlich.

33 Jahre lang, bis 2009, war er im Stadtrat der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Vacha ehrenamtlich tätig. Gesellschaftlich engagiert sich Christoph Schuchert im Lions Club Bad Salzungen „Rhön-Werra“, dessen Präsident er seit 2007 ist.

Des Weiteren ist er Vorsitzender des Verkehrsausschusses der IHK Erfurt und Vollversammlungsmitglied der IHK Suhl sowie der IHK Erfurt. In diesen Gremien berät Christoph Schuchert fachlich das Präsidium und die Vollversammlung der IHK und ist Ansprechpartner auf Kommunal- wie auch auf Landesebene, wenn es um Verkehrsfragen geht.

Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Als Thüringer Ministerpräsident danke ich Christoph Schuchert in seiner Rolle als Unternehmer herzlich, er hat viel für den Wirtschafts- und Industriestandort Thüringen getan. Ich freue mich, ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zu überreichen zu dürfen. Für die Summe all seiner Verdienste und sein großes ehrenamtliches Engagement.“

 

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