Staatssekretärin Dr. Babette Winter bei Zentraler Gedenkfeier des Freistaats Thüringen zum Volkstrauertag

250/2018

„Wir gedenken am Volkstrauertag der Toten zweier Weltkriege und der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in ganz Europa – unabhängig von ihrer nationalen, ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit. Weil wir wissen: Nichts ist dauerhafter Versöhnung abträglicher als der verengte Blick auf das eigene Leid und die eigenen Opfer. Der Volkstrauertag duldet keine Ignoranz gegenüber Leiden anderer, keine mangelnde Sensibilität im Umgang mit der deutschen und der europäischen Geschichte.“ Das sagt die Staatssekretärin für Kultur und Europa, Dr. Babette Winter, anlässlich der Zentralen Gedenkfeier des Freistaats Thüringen zum Volkstrauertag am Sonntag (18. November 2018, 14 Uhr) in Gotha.

Die Staatssekretärin weiter: „Der Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts entbindet uns nicht davon, nach aktuellen Bezügen des Volkstrauertages zu fragen. Die Frage nach der dauerhaften Sicherung des Friedens hat auch im 21. Jahrhundert Berechtigung. Wir wissen: Frieden und die Wahrung der Menschenrechte sind, weltgeschichtlich betrachtet, nicht der Normalfall – sie müssen jeden Tag aufs Neue ersehnt, erarbeitet und errungen werden. Wir Europäer behaupten, aus unserer Geschichte gelernt zu haben. Den Beweis sind wir unserem Kontinent jedoch noch schuldig. Wir können ihn erbringen, indem wir den anti-europäischen Populismus unserer Tage als Kindeskind jenes engstirnigen Nationalismus entlarven, der unseren Kontinent im 20. Jahrhundert an Rand der Selbstauslöschung brachte.“

Zugleich würdigt Dr. Winter das Engagement des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „Der Gedanke der Versöhnung der Trauernden verschiedener Völker prägt bis heute seine Arbeit. Seit 1991 auch in Thüringen und den neuen Ländern aktiv, setzt der Volksbund ein Zeichen für Versöhnung, Verständigung, Toleranz und Mitmenschlichkeit.“ Dabei bilde eine rege Jugendarbeit mit zahlreichen internationalen Projekten einen wichtigen Bestandteil seines Engagements.

Termin: Sonntag, 18. November 2018, 14 Uhr
Ort: Hauptfriedhof Gotha, Langensalzaer Straße 98, Trauerhalle und Kriegsgräberstätte 1. WK

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