Kulturminister übergibt Notfallcontainer an die Feuerwehr in Altenburg

278/2018 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Schaufeln, Besen, Äxte, Nasssauger, Verpackungsmaterial – vom Umzugskarton bis zum Seidenpapier - sowie Stromerzeuger und Beleuchtungselemente sind nur einige Komponenten des Ausrüstungssatzes Kulturgutschutz, das der Thüringer Kulturminister, Prof. Benjamin-Immanuel Hoff, am kommenden Dienstag, 18. Dezember, um 14:30 Uhr, im Schloss in Altenburg an die Feuerwehr übergibt. Der Ausrüstungssatz, auch Notfallcontainer genannt, besteht aus neun Rollwagen und einem Palettenwagen.

Hoff erklärt vorab: „Erfolgreich hat die Thüringer Landesregierung Gespräche mit Kommunen und Kulturverbänden geführt, um die Rahmenbedingungen für den Kulturgutschutz zu verbessern. Die enge Kooperation der Feuerwehren, Investitionen in die bauliche Unterhaltung, die Denkmalpflege und Kulturgutdigitalisierung sind langfristige Instrumente, die wirksam sind. Mit dem Doppelhaushalt 2018/2019 wurden nicht nur die Investitionen in die Kulturbauten spürbar erhöht, sondern auf gemeinsames Betreiben der für Kultur zuständigen Staatskanzlei und des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales die Rahmenbedingungen für den Zusammenschluss kultureller Einrichtungen mit den Gebietskörperschaften zu Notfallverbünden verbessert und umgesetzt.“

Der Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, von Schloss Ehrenstein in Ohrdruf sowie das Hochwasser 2013 in Thüringen verdeutlichen, dass die Bewahrung und Sicherung des Kulturguts nur in Zusammenwirkung der kulturellen Einrichtungen möglich ist. Die kulturellen Einrichtungen sollen sich in Initiativen zusammenschließen und Vereinbarungen zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen abschließen (Notfallverbund) und vorhandenes Personal und die Sachmittel der Einrichtungen für die notwendigen Maßnahmen zum Schutz des Kulturguts bündeln, um einen Notfall in gegenseitiger Unterstützung zu bewältigen.

Als vorbildlicher Notfallverbund gilt Weimar, der sich bereits 2007 zusammenschloss und der mit seinen bisherigen Erfahrungen die gesammelten Informationen in Schulungen und bei Anfragen an die anderen Notfallverbünde weitergibt. Dazu findet am 24. Januar 2019 in Eisenach eine Fachtagung zur Notfallkonferenz statt, an der neben Kulturminister Prof. Hoff die Kulturbehörden und die Kultureinrichtungen teilnehmen, um ein Netzwerk für die weitere Zusammenarbeit abzuschließen und um Erfahrungen im Umgang mit Notfällen zu sammeln.

Der Freistaat hat zur Unterstützung dieser Notfallverbünde und um in Notfällen über technische Mittel zur Abwehr von Gefahren zu verfügen, die Anschaffung von einem Feuerwehrsonderfahrzeug für den Kulturgutschutz finanziert. Dieses Spezialfahrzeug, ein LKW mit einem Spezialaufbau, der vergleichbar einem Umzugswagen über besondere Befestigungsmöglichkeiten sowie zusätzlich über eine Kühlung für den sachgerechten Transport z. B. nasser Bücher verfügt, wird bei der Feuerwehr in Weimar angesiedelt und zum Einsatz im gesamten Freistaat Thüringen zur Verfügung stehen. Die Kosten des Fahrzeugs von etwa 150.000 Euro werden vom Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales getragen.

Die Thüringer Staatskanzlei hat die Anschaffung von vier Ausrüstungssätzen Kulturgutschutz für rund 100.000 Euro finanziert. Die vier Sätze mit jeweils neun Notfallcontainern, sind in den Regionen West-Eisenach, Süd-Meiningen, Ost-Altenburg, Nord-Nordhausen und in der Region Mitte-Weimar bei den städtischen Feuerwehren angesiedelt. Die Notfallcontainer stehen sämtlichen Kultureinrichtungen in den entsprechenden Regionen zur Verfügung.

Zur Absicherung und Unterstützung werden die Thüringer Staatskanzlei und das Innenministerium mit dem Gemeinde- und Städtebund Thüringen, dem Thüringer Landkreistag und dem Thüringer Kulturrat eine Vereinbarung treffen, in der die Beteiligten ihre Unterstützung an der Notfallplanung im Kulturbereich zusichern.

 

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