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Verdiente Thüringerinnen und Thüringer werden mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet – Übergabe durch Ministerpräsident Bodo Ramelow am 11. Januar

3/2023
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Heinrich von Berlepsch aus Meiningen, Jürgen Dawo aus Hörselberg-Hainich, Elke Holzapfel aus Mühlhausen, Gottfried Hunold aus Breitenworbis und Thomas Seidel aus Weimar werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrung am kommenden Mittwoch, den 11. Januar 2023, ab 14 Uhr im Augustinerkloster zu Erfurt vornehmen.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen, von der Veranstaltung zu berichten. Anmeldungen bitte an: medieninformation@tsk.thueringen.de.

Zudem stellen wir zeitnah nach der Veranstaltung Fotos unter dem folgenden Link zur Verfügung: https://www.dropbox.com/sh/w5rmrmxof74uo4n/AADKcbAqDGubIP5by8_eEw6Za?dl=0.

Heinrich von Berlepsch aus Meiningen OT Walldorf hat sich in besonderem Maße um den Wiederaufbau der Kirchburg in Walldorf verdient gemacht und wird daher mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt.

Heinrich von Berlepsch war von 1987 bis 2019 für 32 Jahre Pfarrer in der Gemeinde Walldorf. Im Jahr 2012 fiel die charakteristische Kirchenburg einem verheerenden Brand zum Opfer und brannte bis auf die Mauern nieder.

Vernichtet wurden damals auch 25 Jahre Engagement des Pfarrers, der sich bereits zuvor tiefgehend mit den örtlichen Restaurierungsarbeiten beschäftigt und diese auch den Menschen vor Ort näher gebracht hatte.

Er machte den Wiederaufbau der Walldorfer Kirchenburg zu seinem Herzensprojekt und zeigte im Zuge der siebenjährigen Wiederaufbauarbeiten überaus großes Engagement weit über seine dienstlichen Pflichten hinaus.

Unter seinem maßgeblichen Einfluss entstand eine multifunktionale Kirche, die nicht nur ihren historischen Bauwert mit der Moderne verbindet sondern – den Visionen ihres Pfarrers folgend – eine Biotop-, Erlebnis- und Radfahrerkirche unter einem Dach vereint.

Heinrich von Berlepsch konnte während des Wiederaufbauprozesses außerdem unzählige Menschen mit seinen Ideen begeistern und bezog auch Kinder und Jugendliche aktiv in die Umsetzung seines Kirchenkonzeptes mit ein.

Im Mai 2019 konnte die Kirche schlussendlich erneut eingeweiht werden. Heinrich von Berlepsch war nicht nur Pfarrer – in den letzten Jahren trat er auch als Manager, Kommunikator und nicht zuletzt Werbeträger für Kirche und Religion erfolgreich in Erscheinung.

„Eins ist klar. Ohne den unermüdlichen Einsatz von Herrn von Berlepsch würde es die markante Kirchenburg in Walldorf nicht mehr geben. Den Wiederaufbau eines solchen Denkmals auf diese unvergleichliche Weise nicht nur jahrelang begleitet, sondern maßgeblich geprägt zu haben, nötigt mir den größten Respekt ab. Dieser, in vielen Teilen ehrenamtliche, Einsatz verdient es mit der Verdienstmedaille geehrt zu werden“, so Ministerpräsident Ramelow.

Jürgen Dawo aus Hörselberg-Hainich wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Der Gründer des Franchise-Systems „Town & Country Haus“ ist seit über zwei Jahrzehnten einer der wichtigsten Unterstützer des UNESCO-Weltnaturerbes Nationalpark Hainich. Als Mitinitiator vielfältiger Projekte trug er dazu bei, diesen zu beleben und wirtschaftlich zu etablieren. So hat er das Hotel Herrenhaus in Hütschenroda zu einer Qualitätsunterkunft und zum Partnerbetrieb des Nationalparks ausgebaut.

Der Baumkronenpfad ist ein besonderes Anliegen von Jürgen Dawo. Ihm und drei weiteren Privatpersonen ist es zu verdanken, dass dieser am 26. August 2005 eröffnet werden konnte. Der Touristenmagnet hat seither mehr als 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher angezogen und trägt wesentlich zur touristischen Wertschöpfung in der Region bei.

Das besondere Erlebnis, Wildkatzen zu beobachten, ist seit der Eröffnung des Freigeheges in Hütschenroda im Jahr 2012 möglich – auch dank des Engagements von Jürgen Dawo. Schon vor der Eröffnung wurde durch die Nationalparkverwaltung der „Wildkatzenpfad“ angelegt, ein Rundwanderweg mit Ausgangspunkt in Hütschenroda sowie einem Aussichtsturm, um dessen Finanzierung sich Jürgen Dawo bemüht hat.

Im Jahr 2017 wurde das „Waldresort am Nationalpark Hainich“ eröffnet. Als Investor und Geschäftsführer erhielt Jürgen Dawo im Jahr 2018 den Thüringer Tourismuspreis in der Kategorie ‚Angebot Qualität‘.

Des Weiteren ist Jürgen Dawo Vorsitzender des gemeinnützigen Fördervereins „Gesellschaft zur Entwicklung des Nationalparks Hainich (GEN)“, 1. Vorsitzender der Europäischen Kommunikationsakademie, Ehrenmitglied des Deutschen Franchiseverbandes in Berlin und Nationalparkführer im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich.

Im Jahr 2009 wurde die Town & Country Stiftung von Gabriele und Jürgen Dawo, errichtet – um Menschen in Notsituationen zur Seite zu stehen, wenn diese ihr selbstgenutztes Eigenheim zu verlieren drohen. Die Stiftung kann heute ein breitgefächertes Aufgabenspektrum bedienen: Kinder- und Jugendhilfe, Volks- und Berufsbildung, Bauherrenhilfe, Förderung von Kunst und Kultur und Förderung bürgerschaftlichen Engagements.

„Ich danke Jürgen Dawo für sein unermüdliches Engagement und seine vielen wegweisenden Ideen. Er hat mit dazu beigetragen, dass der Nationalpark heute so erfolgreich und in ganz Deutschland bekannt ist. Unternehmer wie Jürgen Dawo, die unternehmerische Fähigkeit mit ehrenamtlichem Engagement kombinieren, sind wichtig für unser Land und unbedingtes Vorbild für die Gesellschaft“, so der Ministerpräsident.

Elke Holzapfel aus Mühlhausen wird das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihren jahrzehntelangen Einsatz bei der Volksolidarität, dem Zweckverband Mühlhäuser Museen sowie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge überreicht.

Die gelernte Stenotypistin und Wirtschaftskauffrau ist seit den 1990er Jahren sowohl politisch als auch gesellschaftlich vielfältig engagiert. Seit ihrem Eintritt in die CDU im Jahre 1990 bekleidete Elke Holzapfel unterschiedliche politische Ämter. Die langjährige Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Mühlhausen, gehört bis heute dem Stadtrat sowie dem Kreistag des Unstrut-Hainich-Kreises an. Außerdem setzte sich die ehemalige Bundestags- und Landtagsabgeordnete in ihrer Funktion als stellvertretende Bundesvorsitzende der Frauenunion 16 Jahre lang dezidiert für die politischen Belange von Frauen ein.

Elke Holzapfel ist außerdem für ihr jahrzehntelanges außerordentliches, ehrenamtliches Engagement im Mühlhäuser Vereinsleben bekannt und geschätzt.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist sie unter anderem aktives Mitglied im Regionalverband Mühlhausen der Volksolidarität. Nicht zuletzt ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass im November des Jahres 2009 ein neues barrierefreies Senioren-Begegnungszentrum in ihrer Heimatstadt eröffnet werden konnte. Im gleichen Jahr erhielt sie die „Bronzene Solidaritätsnadel“ der Volkssolidarität.

Elke Holzapfel ist auch für ihre engagierte Organisationstätigkeit in verschiedenen Bereichen bekannt. Als Mitglied im Zweckverband Mühlhäuser Museen drückte sie beispielsweise mehreren mehrsprachigen Sonderausstellungen ihren Stempel auf. Diese waren nicht nur in Mühlhausen, sondern auch in Königsberg zu sehen.

Im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisierte sie Bildungsreisen ins Kaliningrader Gebiet und hatte einen beträchtlichen Anteil an der Entstehung sowie dem jahrelangen Bestand der Städtepartnerschaft zwischen Mühlhausen und Kaliningrad. Stets hatte sie den Deutsch-Russischen Ausgleich und das gegenseitige Verständnis fest im Blick.

„Elke Holzapfel ist ein Musterbeispiel regionaler Verwurzelung und gleichzeitigem Engagement, das seinesgleichen sucht. Die Art und Weise, wie sie ihren Heimatort über ihr politisches Engagement hinaus geprägt und bereichert hat, beeindruckt mich außerordentlich. Für diesen Dienst an der Gemeinschaft überreiche ich gern das Verdienstkreuz am Bande“, so Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Gottfried Hunold aus Breitenworbis OT Bernterode wird für sein uneigennütziges und alle Bereiche seines dörflichen Umfeldes umfassendes Wirken das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland übergeben.

Gottfried Hunold leistet durch sein vielfältiges Engagement und insbesondere aktives „Hand anlegen“ seit nunmehr über 30 Jahren einen unermesslichen Beitrag in Bernterode.

Auch in der Kommunalpolitik ist Gottfried Hunold kein Unbekannter. Seit 1994 ist er Mitglied im Gemeinderat Bernterode und unterstützt insbesondere im sportlichen Bereich eine Vielzahl an Projekten – nicht nur politisch, sondern auch mit vollem körperlichem Einsatz.

Nicht zuletzt seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Gemeinde über ein vielseitiges und gut ausgestattetes Sportgelände, einen Sportplatz sowie eine Socceranlage mit Kunstrasen verfügt. Auch der Neubau eines Kinderspielplatzes geht auf seine Anregung zurück und wurde mit Hilfe unzähliger eigener Arbeitsstunden verwirklicht.

Sport und insbesondere der örtliche Vereinssport stellt eine besondere Herzensangelegenheit Gottfried Hunolds dar. Nachdem er im Jahr 1987 die sportliche Leitung der Kinder- und Jugendfußballmannschaft übernahm und seine Kompetenz als sportlicher Leiter sowie Vertrauensperson unter Beweis stellte, trainierte er außerdem über viele Jahre hinweg die I. und II. Männermannschaft.

Der gelernte Straßenbauarbeiter setzte seinen Sachverstand sowie seine positive Wesensart auch im Zuge mehrerer Baumaßnahmen vor Ort für die Dorfgemeinschaft ein. Kirchenvorplatz, Schulsportanlage sowie der örtliche Friedhof sind nur einige der Umbauprojekte, die Gottfried Hunold maßgeblich aktiv unterstützte. Dieses unvergleichliche Engagement brachte ihm bereits mehrere Ehrungen auf Gemeinde-, Landkreis- und Landesebene ein.

Auch Projekte, die den Zusammenhalt des Dorfes stärken, sind Teil seines ehrenamtlichen Engagements. Als Vorsitzender des Festausschusskomitees unterstützt er tatkräftig bei der Organisation von Vereinsfesten der Dorfgemeinschaft.

„Menschen wie Gottfried Hunold sind das Salz der Erde für einen lebenswerten, lebendigen ländlichen Raum und nicht zuletzt ein leuchtendes Beispiel für bürgerliches Engagement“, so Ministerpräsident Ramelow. „Es ist mir eine Freude, diese allgemeinwohlorientierte Lebensleistung persönlich ehren zu dürfen.“

Dr. Thomas Seidel aus Weimar wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein vielfältiges und außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement gewürdigt.

Der studierte Theologe und aktuelle Leiter des ‚Diakonischen Bildungsinstituts Johannes Falk‘ setzte sich bereits in den 1970er Jahren für die Demokratisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der damaligen DDR ein und nahm dabei bewusst persönliche Einschränkungen durch den staatlichen Machtapparat in Kauf. Zu erwähnen sind hier nicht nur Seidels langjährige Mitwirkung im Rahmen des Vorbereitungskreises des Christlichen Friedensseminars Königswalde, sondern auch seine aktive Mitarbeit in verschiedenen Oppositionsgruppen – v.a. im ‚Arbeitskreis Solidarische Kirche‘ sowie dem ‚Neuen Forum‘.

Das Ende der DDR bedeutete nicht gleichzeitig das Ende seines gesellschaftlichen Engagements. Im Jahre 1990 gründete er mit einigen Mitstreitern einen Verein zur Erhaltung des Schlosses Ettersburg/Weimar. Ihm ist der Erhalt bzw. die Sanierung des Schlosses, dessen Kuratorium er außerdem geschäftsführend leitete, maßgeblich zu verdanken.

Der ehemalige Beauftragte der Landesregierung zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums ‚Luther 2017‘ war und ist auf seinem bisherigen Lebensweg vielfältig ehrenamtlich engagiert. In der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte und dem Kuratorium der Evangelischen Erwachsenenbildung in Thüringen ist er ebenso aktiv wie in der Internationalen Martin-Luther-Stiftung, in der er sich große Verdienste um die Bewahrung und Weiterentwicklung wichtiger Reformationserfahrungen erworben hat.

In der jüngeren Vergangenheit widmet sich Dr. Thomas Seidel verstärkt Fragen des demographischen Wandels sowie neuen, generationenübergreifenden Wohn- und Lebensformen. In diesem Zusammenhang entwickelte er einige Projektideen so u.a. für die Bildung einer geistlichen Gemeinschaft für den Petersberg/Erfurt oder für eine Collegiatsgemeinschaft in den ehemaligen Klosteranlagen von Ichtershausen

„Herr Dr. Seidel hat sich weit über das erforderliche Maß an ungewöhnlich vielen Stellen engagiert und damit Verknüpfungen in unserer Gesellschaft geschaffen, die es zu bewahren und auszubauen gilt. Dabei ist er Ideengeber und aktive Kraft in einer Person. Die Fülle und die Frucht seines ehrenamtlichen Engagements verdient hohen Respekt und eine besondere Würdigung“, so Ministerpräsident Ramelow.

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