Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Hoff: „Thüringer Europapool als Zugpferd unserer Europakompetenz“ / Kabinett verabschiedet Konzept zur Steigerung der Europafähigkeit der Landesverwaltung

43/2022
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Das Kabinett hat in seiner heutigen Sitzung ein Konzept zur Steigerung der Europafähigkeit der Thüringer Landesregierung beschlossen und sich damit für die Etablierung eines Thüringer Europapools ausgesprochen. Zentraler Bestandteil ist die Entsendung von Bediensteten der Thüringer Landesverwaltung grundsätzlich für mindestens zwei Jahre in das direkte Arbeitsumfeld der europäischen Institutionen sowie in die Landesvertretung in Brüssel. Entsprechende Stellenangebote sollen mittelfristig über das neue Karriere- und Bewerbungsportal des Freistaates, das ebenfalls heutiges Kabinettsthema war, angeboten werden und richten sich an alle Bediensteten des öffentlichen Dienstes der Landesverwaltung.

Europaminister und Chef der Staatskanzlei Prof. Benjamin-Immanuel Hoff erklärt: „Europa, geboren aus dem Wunsch nach Frieden und Kooperation, ist mittlerweile allgegenwärtig. Das Leben in Deutschland und auch in Thüringen ist geprägt von europäischen Werten, seiner Politik und ihren Ergebnissen. Die öffentliche Verwaltung stellt keine Ausnahme dar und bedarf daher einer stetig wachsenden Europakompetenz – institutionell wie personell. Dieser Anforderung, die sich in den Augen eines Europaministers auch als eine Herzensangelegenheit darstellt, wollen wir durch die Etablierung des Thüringer Europapools Rechnung tragen. Als Chef der Staatskanzlei ist es mir darüber hinaus ebenso ein Anliegen, Landesbediensteten internationale Praxiserfahrungen zu ermöglichen und somit auch die Attraktivität der öffentlichen Verwaltung als moderner Arbeitgeber zu steigern.“

Die Landesregierung verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Das Thema Europakompetenz ist ein stetiges Anliegen und soll bereits angehende Landesbedienstete kontinuierlich begleiten. Deshalb wird angestrebt, einschlägige Kenntnisse schon im Rahmen der verschiedenen Ausbildungswege zu positionieren. Das Angebot soll hier, perspektivisch auch in Kooperation mit den Thüringer Hochschulen, deutlich ausgebaut werden.

Unabhängig davon werden im Vorfeld eines Auslandsaufenthaltes umfassende und vielfältige, individuelle Fortbildungs- und Vorbereitungsmöglichkeiten angeboten.
„Da die Europäische Union durch verschiedenste Kulturen und Ethnien geprägt ist, stellt die Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen neben der zentralen Vermittlung von Sprach- und europabezogenen Fachkenntnissen einen Teil dieser Vorbereitung dar“, so der Minister weiter. Speziell für die Entsendung an die Landesvertretung in Brüssel soll ein Traineeprogramm in den jeweiligen Ressorts vorgeschaltet werden, das zentrale Verwaltungs- und Entscheidungsvorgänge sowie Ansprechpartner vermittelt und die Bediensteten somit befähigt, die Ressortinteressen umfassend in Brüssel spiegeln zu können.

Um die Europafähigkeit der Landesverwaltung nachhaltig zu stärken, sollen die dienstlichen Aufgaben nach der Rückkehr in den Freistaat einen verstärkten Bezug zu den gesammelten Erfahrungen sicherstellen. Dazu erfolgt ein intensiver Austausch mit den jeweils zuständigen Fach- und Personalführungen.

„Nach Abschluss der Entsendung werden die Bediensteten in einen ‚Alumni-Pool‘ aufgenommen. Somit wird über die Zeit ein Expertennetzwerk aufgebaut, von dem die Thüringer Fachverwaltungen insbesondere durch projektbezogene Expertentätigkeit der Alumni profitieren können, während die Bediensteten gleichzeitig eine entsprechende Wertschätzung erfahren“, so der Chef der Staatskanzlei.

Für die allgemeine Information über das Konzept wird eine Webpräsenz unter www.europapool-thueringen.de eingerichtet. Dort werden Hintergründe zum Europapool, zu seiner Aufbau- und Arbeitsweise, eine Übersicht der aktuellen Stellenangebote sowie ausgewählte Erfahrungsberichte und ein beispielhafter Ablaufplan veröffentlicht.

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: