Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik an im Breitensport engagierte Bürgerin und Bürger

45/2019 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Elke Lackner aus Jena, Karl-Heinz Barth aus Rudolstadt, Dr. Gerd Busch aus Jena, Vico Köhler aus Kostitz, Thomas Röher aus Jena und Burkhardt Wartner aus Eisenberg werden kommenden Montag (18. März, 15 Uhr) für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die sechs zu Ehrenden setzen sich in herausragender Weise für den Breitensport in Thüringen ein und erhalten mit den Orden die höchsten Anerkennungen, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl verleiht. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrung in der Thüringer Staatskanzlei vornehmen.

Termin: Montag, 18. März 2019, 15 Uhr
Ort: Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei, Regierungsstraße 73 in 99084 Erfurt

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Veranstaltung herzlich eingeladen.
Bei Interesse an Fotos wenden Sie sich bitte an Bernd Edelmann, bernd.edelmann@tsk.thueringen.de oder 0361-57 3211410.

In den Laudationes auf die Ausgezeichneten heißt es unter anderem:

Karl-Heinz Barth aus Rudolstadt wird im Namen des Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Er engagiert sich bereits seit den 70-er Jahren als Übungsleiter – zunächst im Fußball und seit über 25 Jahren auch im Turnen. Seine Hauptaufgabe sieht er darin, junge Menschen für das koordinativ anspruchsvolle Turnen zu begeistern. Der Verein SV 1883 Schwarza, in dem Karl-Heinz Barth die Abteilung Turnen leitet, unterbreitet zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche, die Freude an Beweglichkeit und Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer haben. Dieses Engagement in der Jugendarbeit ist umso wichtiger, als viele junge Menschen den medialen Sportkonsum an Computer und Fernsehen mehr schätzen als die eigene körperliche Betätigung. Auch als zuverlässiger Organisator von Kindersportwettkämpfen hat Herr Barth viel bewegt. Mit großem Ideenreichtum initiierte er zahlreiche Sport- und Spielfeste für Kindergarten- und Grundschulkinder, die mittlerweile fest im Veranstaltungskalender der Region etabliert sind. Für Kinder mit Handicap, die sonst nie für Wettkämpfe ausgewählt werden, rief er ein Spielfest ins Leben, das sich großer Beliebtheit erfreut und ein wichtiges Zeichen für Inklusion im Sport setzt.

Sein Lebenselixier war und ist der Sport, er war mehr als vier Jahrzehnte mit Herz und Leidenschaft bei Training, Ausbildung und Betreuung. Er hat tragfähige Vereinsstrukturen aufgebaut und sich als Funktionär im Kreissportbund „Saale/Schwarza“ für die Verbesserung der Infrastruktur im Sport stark gemacht. Für diesen Einsatz ist ihm der Freistaat Thüringen zu großem Dank verpflichtet. „Der Thüringer Turnverband und der Landessportbund haben Sie bereits mit Medaillen und Ehrenplaketten für Ihr ehrenamtliches Wirken gewürdigt. Ich darf Ihnen heute die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland als Anerkennung Ihrer Leistung überreichen. Mit dem Orden verbunden sind meine besten Wünsche für Ihr Wohlergehen und Ihre weiteren Ziele“, sagt Ministerpräsident Ramelow laut Redemanuskript.

Dr. Gerd Busch aus Jena wird mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Breitensport kann sich nur dort entwickeln, wo Vereine bestehen und Trainerinnen und Trainer aktiv sind.Dr. Gerd Buschgehört zu den tüchtigen Vereinsmanagern und engagierten Übungsleitern, die entscheidende Impulse für den lokalen Breitensport geben. Ihm ist es zu verdanken, dass den Lobedaer Bürgerinnen und Bürgern seit über vier Jahrzehnten ein attraktives und wohnortnahes Sportangebot unterbreitet wird. Im Jahr 1977 gründete er mit einigen Mitstreitern die Wohnsportgemeinschaft Lobeda, die mittlerweile zu den mitgliederstärksten Vereinen der Stadt Jena zählt. Zum Verein gehören über acht Abteilungen – vom Basketball über das russische Wurfspiel Gorodki bis zum Wandern, in denen über 50 Übungsleiterinnen und -leiter tätig sind. Neben dem festen Trainingsprogramm organisiert der Verein auch Wettkämpfe und sportliche Großereignisse wie die 100 Kilometer-Wanderung um Jena, das Nikolaus-Volleyballturnier oder den traditionsreichen Lobdeburglauf. Darüber hinaus haben sich Herr Dr. Busch und die WSG Lobeda in besonderer Weise um die Integration von Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion verdient gemacht. Dank eines zielgruppenorientierten Angebots erklärte der Deutsche Olympische Sportbund den Verein zum „Anerkannten Stützpunkt für Integration im Sport“. Der Verein gibt uns ein ermutigendes Beispiel, wie wir mit einer offenen Willkommenskultur und niedrigschwelligen Angeboten Zuwanderer für den Sport begeistern und ihnen das Einleben in Thüringen erleichtern.

„Mit Ihrem Verein bieten Sie allen Menschen die Möglichkeit, Sport ohne Leistungsdruck zu betreiben und dabei sozialen Zusammenhalt in einem Verein zu erfahren. Auf diese Weise tragen Sie  in großem Maß zur Lebensqualität in Jena-Lobeda bei. Dafür darf ich Ihnen heute die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland überreichen. Mit dem Orden verbunden sind meine besten Wünsche für Sie und die Hoffnung, dass Sie sich auch weiterhin mit großer Schaffenskraft für den Breitensport in Jena einsetzen“, sagt Ministerpräsident Bodo Ramelow zur Ehrung von Dr. Busch.

Vico Köhler aus Kostitz hat sich um den Karatesport in Thüringen in besonderer Weise verdient gemacht und wird mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Ihm ist es in mehr als 25-jähriger ehrenamtlicher Arbeit gelungen, im Altenburger Land die Kampfkunst der waffenlosen Selbstverteidigung als breitensportliches Angebot zu verankern. Er war selbst viele Jahre als Athlet erfolgreich, bevor er durch eine Verletzung seine aktive Wettkampfzeit vorzeitig beenden musste. Seither widmet er sich verstärkt der Ausbildung und Betreuung von jungen Sportlerinnen und Sportlern, die in dem von ihm gegründeten Verein „Sakura Meuselwitz“ trainieren. Dank des Engagements von Vico Köhler hat sich der Verein zu einem der erfolgreichsten Karatevereine Thüringens entwickelt, der stolz auf eine hervorragende Leistungsbilanz mit vielen Landes- und Deutschen Meistertiteln verweisen kann. Wegen seiner kontinuierlichen Nachwuchsarbeit wurde der Verein zum Landesleistungsstützpunkt für Karate ernannt, in dem talentierte Kinder und Jugendliche auf eine leistungssportliche Karriere in dieser Disziplin vorbereitet werden. Schon sehr früh warb Vico Köhler dafür, Karate in den Kanon der Schulsportdisziplinen aufzunehmen. Es gelang ihm, die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass Karate einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leistet. In viele weitere Aktivitäten – zum Beispiel sein Engagement als Kampfrichter oder als Organisator des Französisch-Deutschen Karate-Jugendaustauschs – investiert er viel Zeit und Kraft. Dass Thüringen und vor allem das Altenburger Land heute so gut im Karatesport aufgestellt ist, ist ein Verdienst von Vico Köhler.

„Für diese Bemühungen um die Erweiterung des schulsportlichen Angebots bin ich Ihnen, sehr geehrter Herr Köhler, außerordentlich dankbar. Ich teile Ihre Auffassung, dass körper- und bewegungsbezogene Konzepte, die der Deeskalation und Gewaltprävention dienen, unserer Gesellschaft insgesamt zugutekommen. Ich unterstütze auch Ihren Einsatz, die polizeiliche Aus- und Fortbildung in Thüringen voranzutreiben und zu optimieren. Für all das danke ich Ihnen sehr herzlich und überreiche Ihnen als Zeichen der Anerkennung die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland“, würdigt Ministerpräsident Bodo Ramelow den Ausgezeichneten.

Elke Lackner aus Jena wird die Verdienstmedaille des Verdienstordensder Bundesrepublik Deutschland erhalten und damit für ihr Engagement für den Breiten- und Gesundheitssport in Jena geehrt. Für Elke Lackner ist der Sport Beruf und Berufung zugleich: Als Mitarbeiterin des städtischen Sportamtes wirkte sie daran mit, dass moderne Sportstätten zur Durchführung des Trainings- und Spielbetriebes zur Verfügung stehen. Im Ehrenamt kümmert sie sich seit vielen Jahren insbesondere um die Bedürfnisse von chronisch Kranken und Menschen mit Behinderungen. Diese Gruppe ist überdurchschnittlich häufig von Bewegungsmangel betroffen, was mit einer Vielzahl negativer Folgen für die Gesundheit verbunden ist. Vor diesem Hintergrund ist es Elke Lackners erklärtes Ziel, an Diabetes erkrankten Menschen niedrigschwellige Aktivitätsangebote zu unterbreiten. Schon 1994 rief sie eine Diabetiker-Sportgruppe ins Leben, 2001 kam eine Schwimmgruppe hinzu, die großen Zuspruch erfährt. Als erfahrene Übungsleiterin weiß sie zu motivieren, Spaß an der Bewegung zu vermitteln, Hemmungen ab- und Selbstvertrauen aufzubauen. Zugleich geht es ihr nicht nur um die zahlreichen gesundheitsfördernden Effekte der Wasserdisziplinen, sondern auch darum, die Lebensqualität von chronisch kranken Menschen durch Austausch und Geselligkeit zu stärken. Darüber hinaus hat sie in mehreren Vereinen und Verbänden leitende Funktionen inne, sei es als Schatzmeisterin des Jenaer Behindertensportverbandes oder als stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportbundes Jena.

„Für ihr Engagement ganz besonders im Bereich des Behindertensports bin ich Frau Lackner sehr  dankbar. Sie hilft, Hürden abzubauen, die Menschen mit Handicaps ein selbstverständliches Leben mitten in unserer Gesellschaft erschweren. Eine wunderbare Arbeit und ein lobenswerter Beitrag zur Teilhabegerechtigkeit in unserem Land“, freut sich Ministerpräsident Bodo Ramelow über die Ehrung von Elke Lackner.  Sie mache sich als kluge Brückenbauerin und Netzwerkerin dafür stark, die städtische Infrastruktur im Sport auszubauen und behindertengerecht weiterzuentwickeln. Im Namen der Thüringer Landesregierung danke er Elke Lackner für ihre Unermüdlichkeit, ihren Ideenreichtum und ihr Herz für den Sport. Er hoffe, dass diese Auszeichnung für sie ein Ansporn ist, ihren Einsatz für den Behinderten- und Gesundheitssport auch in Zukunft fortzusetzen. Elke Lackner werde in Jena weiterhin gebraucht als erfahrene Übungsleiterin und ideenreiche Sportfunktionärin.

Thomas Röher aus Jena wird für seine Verdienste um die Sportart Bogenschießen ausgezeichnet:  für sein Wirken als aktiver Sportler, engagierter Trainer, erfahrener Kampfrichter und vorausschauender Verbandsfunktionär mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Er setzt sich seit vielen Jahrzehnten dafür ein, dass diese komplexe Disziplin größere öffentliche Anerkennung erfährt. Seine Liebe zum Bogenschießen entdeckte er schon als Kind. Als Teenager wurde er Übungsleiter, wenige Jahre später hatte er seinen ersten Einsatz als Kampfrichter. Schon während seiner aktiven sportlichen Karriere wurde er zur treibenden Kraft –  sowohl in seinem Verein, dem SV Carl Zeiß Jena, als auch im Verband der Bogensportler. Im Jahr 1988 wurde Thomas Röher Vizepräsident des Bogensport-Verbands der DDR, wo er sich für die gleichberechtigte Förderung aller Bogensportarten als Breiten- und Leistungssport starkmachte. Nach der Wiedervereinigung schloss sich dieser Verband nicht dem Deutschen Schützenbund an, in dem die westdeutschen Vereine organisiert waren. Thomas Röher favorisierte einen gleichberechtigten Zusammenschluss der Bogenschützen aus Ost und West in einem eigenständigen Verband. Für dieser Idee fand er viele Anhänger und Unterstützer, so dass sich 13 Landesverbände zu einem nationalen Dachverband zusammen schlossen. Auch gegenüber dem Deutschen Sportbund, dem heutigen DOSB, konnten sich die Bogenschützen durchsetzen und ihre Anerkennung als eigenständiger Sportverband erreichen. Mit der Verbandsgründung hat er ein wichtiges Kapitel der deutsch-deutschen Sportgeschichte geschrieben und für eine Vereinigung der Bogensportler auf Augenhöhe gesorgt.

„Dafür gilt Ihnen, sehr geehrter Herr Röher, mein herzlicher Dank“, sagt Bodo Ramelow und würdigt seine Lebensleistung als Trainer, Betreuer, Kampfrichter und Sportfunktionär. „In den vergangenen  Jahren haben Sie sich besonderes dafür starkgemacht, die Ziele der Inklusion auch im Bogenschießen voranzubringen. Ich wünsche mir, dass noch mehr Verantwortliche in den Vereinen und Verbänden Ihrem Beispiel folgen und Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am Sport ermöglichen. Weil Ehrenämter immer zeit- und arbeitsintensiv sind, möchte ich an dieser Stelle auch Ihrer Familie herzlich dafür danken, die sie Sie so tatkräftig in Ihrer Tätigkeit unterstützt. Ich wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin eine große Schaffenskraft.“

Burkhardt Wartner aus Eisenberg wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Mit diesem Orden wird er zum einen geehrt für sein Engagement als Sportfunktionär im Thüringer Turnverband, zum anderen aber auch für seine Verdienste als Eisenberger Bürgermeister in der Nachwendezeit. Seit mehr als 15 Jahren ist Burkhardt Wartner Präsident des Thüringer Turnverbandes, dem zweitgrößten Sportfachverband des Landes mit mehr als zehn Wettkampfsportarten und vielen Sportangeboten innerhalb der Vereine. In diesem Ehrenamt kämpft er insbesondere gegen den allgemeinen Bewegungsmangel, der zu einer Zivilisationskrankheit geworden ist. Er setzt sich hartnäckig dafür ein, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen niedrigschwellige Sportangebote zu unterbreiten. Burkhardt Wartner wird nicht müde zu betonen, dass Turnen und Gymnastik besonders gesundheitsfördernde Bewegungsformen für alle Altersgruppen sind.

Nicht zuletzt diesem Engagement ist es zu verdanken, dass sich die Thüringer Turnvereine eines großen Zuspruchs erfreuen. Im Gegensatz zu anderen Verbänden, die mit rückläufigen Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, kann sich das Turnen erfolgreich behaupten – trotz wachsender kommerzieller Konkurrenz, besonders im Bereich Fitness-und Gesundheitssport. Erstmals überhaupt erreichte der Thüringer Turnverband im vergangenen Jahr die 45.000 Mitglieder-Marke. Für seine neue Amtsperiode hat sich Burkhardt Wartner vorgenommen, 50.000 Frauen und Männer für das Turnen zu begeistern. Darüber hinaus hat er sich auch um seine Heimatstadt als Austragungsort für nationale Wettkämpfe verdient gemacht. So rief er mit dem Aerobic Turnverein den „Pokal der Stadt Eisenberg“ ins Leben. Dieser Wettkampf gilt als kleine Deutsche Meisterschaft in der Sportaerobic und bringt alljährlich mehrere hundert aktive Turnerinnen und Turner in die Stadt.
Auch als Eisenberger Bürgermeister in den Jahren von 1990 bis 2000 konnte er viel bewegen. Er gestaltete den demokratischen Neuaufbau der Stadtverwaltung aktiv mit und setzte sich insbesondere für die denkmalgerechte Sanierung der Innenstadt und der Schlosskirche ein.

„Angesichts dieser Verdienste können Sie, sehr geehrter Herr Wartner, voller Stolz auf Ihre Lebensleistung blicken. Nicht zuletzt auf Grund Ihres Engagements erfreut sich unser Land eines guten Rufs in der Turnszene: Breitensport und Nachwuchsförderung sind hervorragend aufgestellt. Der Spitzensport kann einige Talente vorweisen. Für Ihr langes Wirken und Ihren unermüdlichen Einsatz für den Sport und die Stadt Eisenberg übergebe ich Ihnen heute das Verdienstkreuz am Bande - verbunden mit dem Dank der Landesregierung“, sagt Ministerpräsident Bodo Ramelow.

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