Hoff: „Bundesratsbeschluss zu Konversionsbehandlungen wichtiger Schritt gegen Diskriminierung“

63/2020
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Thüringens Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, begrüßt den heutigen Bundesratsbeschluss zum Verbot von Konversionsbehandlungen. Damit werden sogenannte „Heilungsversuche“ von Homosexualität ab sofort unter Strafe gestellt werden.

„Das Verbot ist ein wichtiger Schritt gegen Diskriminierung. Bedauerlich ist die Inkonsequenz des Gesetzes. Wenn klar ist, dass der Versuch der Beeinflussung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität die Menschenrechte der Betroffenen verletzt und sogenannte ‚Behandlungen‘ traumatisierend wirken, hätte man auf den Begriff der ‚Behandlung‘ verzichten müssen. Diese finden in der Regel in medizinischen oder therapeutischen Zusammenhängen statt und sind als Begriff positiv konnotiert. Gefährliche Maßnahmen, die auf die Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind, sollten auch als solche bezeichnet werden. Auch die Altersgrenze von 18 Jahren ist eine fragwürdige Einschränkung. Mit Blick auf den Schutz junger Volljähriger sollte die Altersgrenze angehoben werden“, so Hoff. Um Akzeptanz und Wertschätzung von Vielfalt im gesellschaftlichen Miteinander zu fördern, der Pathologisierung und homo- und transfeindlicher Diskriminierung und Gewalt entgegenzuwirken, sei das neue Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider kein Sprung, erklärt der Minister.

Nach dem Bundestag hatte am Freitag auch der Bundesrat seine Zustimmung für ein Gesetz gegeben. Bei Missachtung des Verbots droht bis zu einem Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe.

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