Bodo Ramelow: Der 17. Juni 1953 ist ein großer Tag in der Freiheits- und Demokratiegeschichte – Wir gedenken der Opfer von staatlicher Willkür

66/2020
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des SED-Unrechts am 17. Juni sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Der 17. Juni 1953 ist ein großer Tag in der Freiheits- und Demokratiegeschichte Deutschlands. Vor 67 Jahren erhoben sich mutige Frauen und Männer erstmals laut und entschieden gegen das diktatorische SED-Regime. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, doch die Sehnsucht nach Freiheit und der Wunsch, die Geschicke des eigenen Lebens selbst in die Hand zu nehmen, blieb immer stark.“

Ramelow wird zur Gedenkveranstaltung des Thüringer Landtages am 16. Juni ein Grußwort sprechen und sagt vorab: „Wir  gedenken all jener, die am 17. Juni 1953 für Freiheit, Demokratie und die deutsche Einheit auf die Straße gegangen sind und ihr Leben riskiert oder gar verloren haben. Wir gedenken der Opfer von staatlicher Willkür – hier in der in der Andreasstraße, die für Repression, aber auch für Mut und Widerstand steht.“

Der Ministerpräsident sagt weiter: „Für einen kurzen Moment schien der Traum von Freiheit und Demokratie Realität werden zu können. Doch schon kurze Zeit später wurde diese Hoffnung von sowjetischen Panzern niedergewalzt. Wir gedenken heute all der Menschen, die durch den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 ihr Leben verloren haben.“

Der 17. Juni 1953 zeige eindrucksvoll, dass sich der Freiheitswille eines Volkes nicht unterdrücken lasse. Er sei zum Vorläufer des Ungarnaufstands von 1956, des Prager Frühlings von 1968 und der Solidarnocz-Bewegung – und schließlich zum Wegbereiter für die Friedliche Revolution geworden. Aus der Erfahrung der gewaltsamen Niederschlagung des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 sei der Ruf: „Keine Gewalt!“ als das Credo der Friedlichen Revolution erwachsen.

Die Gedenkveranstaltung für die Opfer des SED-Unrechts „17. Juni 1953 – Ein Volksaufstand und seine Vorgeschichte“ findet am Dienstag, 16. Juni 2020, von 14:00 bis 15:30 Uhr in Erfurt, in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße statt. Vor dem Zeitzeugenbericht von Norbert Sommer aus Heusenstamm wird es Redebeiträge von Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Keller und Ministerpräsident Bodo Ramelow sowie von Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Ettersberg, und Dr. Peter Wurschi, Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen zur Aufarbeit der SED-Diktatur, geben.

An der Veranstaltung nimmt für die Thüringer Staatskanzlei auch Kulturstaatssekretärin Tina Beer teil.

 

Zeit: Dienstag, 16. Juni 2020, 14 bis 15:30 Uhr   
Ort: Erfurt, Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße.

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