Ausstellungseröffnung „StipVisite“ in Erfurt

75/2018 Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

In gewohnter Weise werden auch in diesem Jahr die Arbeitsergebnisse der Kunststipendiaten von 2017 des Freistaats Thüringen und der Kulturförderung der SparkassenVersicherung ausgestellt.Die beiden Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar, Sebastian Jung und Adam Noack, konnten 2016 die zehnköpfige Fachjury aus Kunstexpertinnen und Kunstexperten mit ihren Zeichnungen, Malereien und Installationen von sich überzeugen.

Die Jahresstipendien sind mit je 10.000 Euro dotiert. Ziel der Stipendienvergabe ist es, einerseits bisherige künstlerische Leistungen zu würdigen, andererseits die Künstlerinnen und Künstler darin zu ermutigen, neue Ausdrucksformen oder Gestaltungstechniken zu erproben. Neben der Projektförderung ist die Stipendienvergabe auch eine Form individueller Förderung von Künstlerinnen und Künstlern.

Der Freistaat vergibt seit 1997 in der Sparte Bildende Kunst Arbeitsstipendien an Künstlerinnen und Künstler. Seit 2003 unterstützt die Kulturförderung der SparkassenVersicherung dieses Stipendienprogramm. Bislang gab es 81 Stipendiaten. 43 Künstlerinnen und 38 Künstler erhielten das Stipendium als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung ihrer Arbeit sowie zur Ermutigung, weiter an ihrem Talent zu arbeiten.

Aus der Jurybegründung über die Künstler:

Sebastian Jung

„Hier ist das Paradies“ – In Jena, 365 Tage. Sebastian Jung, geboren 1987 in Jena, konnte die Jury, mit seinem Arbeitsvorhaben sich seiner Heimatstadt ein Jahr lang, Tag für Tag zeichnerisch zu nähern, überzeugen. Jung, der sich bereits in früheren Arbeiten der intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit seiner Geburtsstadt widmete, zeichnet, illustriert und poetisiert mit Nachdruck die vermeintlich verborgene Schönheit Jenas. Einer Stadt, in der überraschende und unbemerkte Situationen, abseits der urbanen Turbulenz ruhen mögen, die Jung in einer künstlerischen Spurensuche untersuchen möchte.

Sebastian Jung überzeugt in seinem Werk, das Zeichnung, Installation, Text, Fotografie und Objekt einbezieht, durch eine erzählerische Gabe, die im Bild manchmal fast kindlich scheint, doch nie naiv wirkt. Die vage Strichführung, die durch seine Zeichnungen lenkt, ist hier und dort nur angedeutet und doch bewusst gesetzt. Das künstlerische Narrativ ist geprägt von der eigenen Erinnerung, einer konzentrierten Beobachtung, die eine augenblickliche Wahrheit offenbart und sich mit sympathischem Witz nicht immer allzu ernst nimmt.

http://www.jungjungjung.com/

 

Adam Noack

Adam Noack, geboren 1984 in Duisburg, wendet sich bewusst im hochtechnisierten Informationszeitalter, in dem die virtuelle Welt mit der realen zu verschmelzen beginnt, in dem die meisten Bilder digital generiert werden, die uns in ihrer kaum überschaubaren Flut permanent entgegentreten und unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, einem klassischen Medium in klassischer Technik zu. Dennoch gelingt es seinen Bildern, sich in der malerischen Traditionslinie durch Frische und Intensität zu behaupten.

Adam Noacks zumeist figurative Malerei überzeugt durch ihren kraftvoll expressiven Gestus und ihre Konzentration auf das Ureigene des Mediums – den Umgang mit Farbe und Pinsel. Wild und selbstbewusst tritt sie dem Betrachter in einer fast haptisch wahrnehmbaren Lebendigkeit entgegen und wird so an den Erfahrungsraum des menschlichen Körpers zurückgebunden. Sein Interesse gilt dem Unspektakulären unserer Alltagswelt: Büros, Tankstellen, Lauben, urbane Landschaften, die freie Natur und Versatzstücke des Landlebens werden zu bildwürdigen Motiven. Oft sind diese eingebettet in eine nicht verortenbare räumliche Situation und damit herausgelöst aus einem erklärenden Kontext.

Laut Jury möchte Noack nach den unentdeckten, verborgenen Orten abseits der Kulturmetropolen im Thüringer Land suchen, das Besondere am Unbeachteten herausarbeiten.

http://www.adamnoack.de/

 

Der Jury, die am 10. November 2016 die Stipendiaten für 2017 auswählte, gehörten an:

Frau Hannemann (Bauhaus-Universität Weimar)
Frau Leisner (Kunstverein Apolda Avantgarde)
Herr Staemmler (Museumsverband Thüringen (Mühlhäuser Museen)
Herr Wiegand (Museumsverband Thüringen, Museum Schloß Elisabethenburg Meiningen)
Frau Knorr (Kunstverein Erfurt)
Frau Voigt (Galerie Eigenheim Weimar)
Frau Dr. Steinmetz-Oppelland (Verband Bildender Künstler Thüringens)
Herr Sachs (Thüringer Sezession D 206)
Herr Prof. Nerlich (Verband Bildender Künstler Thüringens)
Frau Dr. Tietze-Winter (Kulturförderung ArtRegio, SV SparkassenVersicherung)

Termin: Samstag, 17. März 2017, 19:00 Uhr
Ort: 99084 Erfurt, Michaelisstraße 10, Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

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