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Verleihung des „Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur“ in Pößneck

87/2022
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Hoff: „Die Industriegeschichte Thüringens ist untrennbar mit der kulturellen und der politischen Geschichte verbunden“. Am heutigen Montagabend, dem 20. Juni 2022, um 19 Uhr, wird der landesgeschichtliche Forschungspreis für wissenschaftliche Arbeiten zur Industriekultur Thüringens durch die Historische Kommission Thüringen verliehen. Er wird zum dritten und vierten Mal vergeben. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen mussten die Preisverleihungen der vergangenen zwei Jahre verschoben werden – daher ist diese Verleihung eine gemeinsame Würdigung der Preisträger:innen der Jahre 2020 und 2021. Der „Landesgeschichtliche Preis für Industriekultur“ wird in drei Kategorien verliehen: neben den zwei Hauptpreisen gibt es pro Jahr drei Nebenpreise.

Der Forschungspreis ist vor dem Hintergrund des Themenjahres 2018 „Industrialisierung in Thüringen“ auf Anregung der Thüringer Staatskanzlei entstanden und wird durch diese gefördert. 

"Die Industriegeschichte Thüringens ist untrennbar mit der kulturellen und der politischen Geschichte verbunden. Daher wollen wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und nicht zuletzt den akademischen Nachwuchs für innovative und qualitativ hochwertige Arbeiten zur Industriekultur vor dem Hintergrund des Aufbruchs Thüringen in die Moderne wertschätzen und auch zu neuen Arbeiten zu dem genannten Themengebiet anregen. Der Preis dient auch der Vernetzung innerhalb der akademischen Aufarbeitung des Themas“, betont der Thüringer Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, der zur Verleihung des Preises ein Grußwort sprechen wird, vorab. 

Die Preisverleihung findet in der Shedhalle in Pößneck statt, die 2018 zum Themenjahr „Industrialisierung und soziale Bewegungen in Thüringen“ Ort der zentralen Ausstellung „Erlebnis Industriekultur“ war.

 

Hintergrund:

Obwohl es in Thüringen Mitte des 19. Jahrhunderts durch technische Neuerungen und Veränderungen der Produktionsweise zu einem fundamentalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft kam, der sich auch auf die Lebenswelt der Menschen auswirkte und von einer zunehmenden Demokratisierung des politischen Systems begleitet war, hat sich die Forschung mit dem Industrialisierungsprozess Thüringens und seinen Auswirkungen bisher nur am Rande beschäftigt. Deshalb hat die Thüringer Staatskanzlei gemeinsam mit der „Historischen Kommission für Thüringen“ dazu aufgerufen, Industrialisierung, Industriekultur und soziale Bewegungen zu untersuchen. 

 

Mit dem „Landesgeschichtlichen Preis für Industriekultur“ 2020 und 2021 werden geehrt:

KATEGORIE I (Preisgeld 3.000 Euro)

2020: Birgitt Hellmann (Hg.), Porzellan-Manufaktur Burgau, Jena 2020. 

2021: Philipp Meyer, Kartographie und Weltanschauung. Visuelle Wissensproduktion im Verlag Justus Perthes 1890-1945, Dissertation Erfurt, 2019.

KATEGORIE II (Preisgeld 1.500 Euro)

2020: Annegret Schüle, Stefan Weise sowie Thomas Schäfer, Forschungsarbeit über Paul Schäfer, Erfurter Kommunist und Schuhfabrikant, ermordet im Stalinismus, Erfurt 2019.

2021: Johanna Steinfeld, Unternehmen ohne Eigentümer: Die Optische Werkstätte Carl Zeiss 1889-1933, Dissertation Goethe-Universität Frankfurt, 2020.

KATEGORIE III (PREISGELD 500 Euro)

2020:

-           Jenaer Jahrbuch zur Technik- und Industriegeschichte/Verein für Technikgeschichte   Jena e. V.

-           Axmann/Rindelhardt/Wenzel: Hochspannung im Rodachtal – „Die Gemeinden sind also  Erbauer, Unternehmer und Erhalter“, Arbeitskreis „Stromgeschichte Thüringens“.

-           „ON.LINE-Magazin“, Thüringer Museum für Elektrotechnik e. V. 

2021:

-           Karin Hartewig, Mauxion, Rotstern und Stollwerck. Die bewegte Geschichte der Schokoladenfabrik in Saalfeld;

-           Lothar Wagner, Apollo-Werke, Pöhl-Werke, Stahlgusswerk – aus 150 Jahren Gößnitzer Industriegeschichte; 

-           Bauhaus Universität Weimar, Lehrstuhl für Denkmalpflege und Baugeschichte, Semesterprojektarbeit „Industrie-Erbe im ländlichen Raum. Orte der DDR-Moderne in Thüringen“.

 

Weitere Informationen zum Preis und den bisher Ausgezeichneten 
 

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