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Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ endet mit Dankesfeier für Mitwirkende

91/2022
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Mit einer Dankesfeier im Thüringer Landtag für alle Mitwirkenden findet das Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ am Mittwoch, dem 29. Juni, um 19 Uhr seinen Abschluss.

Ministerpräsident und Schirmherr des Themenjahres, Bodo Ramelow, der bei dem Dankesempfang ein Grußwort sprechen wird, betont vorab: „Das Themenjahr ‚Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen‘ war in vielen Bereichen Anstoß für Projekte, die auch über das offizielle Ende des Themenjahres hinaus fortgeführt werden. Jüdisches Leben heute und dessen jahrhundertealte Traditionen mit großartigen Beiträgen aus Kultur, Wissenschaft und Geistesgeschichte zu erfahren und zu entdecken – das Themenjahr bot eine breite Plattform an Veranstaltungen und wichtigen Begegnungen zwischen Juden und Nichtjuden. Auch jahrelanges ehrenamtliches Engagement erfuhr durch die Dichte der thematischen Veranstaltungen eine verstärkte öffentliche Würdigung. Dies erfüllt mich mit großer Freude und genau so habe ich mir das für das Themenjahr erhofft“, so Bodo Ramelow.

Landtagspräsidentin Birgit Keller ergänzt: „Das Themenjahr ,Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen' hat mit seinen 320 Veranstaltungen in ganz Thüringen gezeigt, wie eng jüdische und deutsche Geschichte miteinander verwoben sind. Das gilt auch für unsere Verfassung. Mit Eduard Rosenthal hat sie einen jüdischen Vater. Viel zu lang wurde unsere Verfassung kaum gewürdigt. Wir haben sie im Landtag in Ausstellungen und einem Erinnerungsort für den Verfassungsvater sichtbar gemacht. Mein Dank gilt den vielen engagierten Menschen, die 900 Jahre jüdisches Leben in unsere Zeit geholt haben. Sie haben Verbindungen aufgezeigt, Werte vermittelt und den kulturellen Austausch befördert. Das Themenjahr war durch sie eine Bereicherung unserer Demokratie.“

Das facettenreiche Programm enthielt insgesamt rund 320 Veranstaltungen an 175 Veranstaltungsorten in 31 verschiedenen Städten und Regionen Thüringens. Eine Vielzahl von digitalen Veranstaltungen mit einer breiten Außenwirkung auch über die Grenzen des Freistaats hinaus konnte ebenso verzeichnet werden. Das Themenjahr war im Oktober 2020 unter erschwerten pandemischen Bedingungen gestartet und deshalb bis Ende Juni dieses Jahres verlängert worden. Den rund 50 Veranstaltenden aus den Bereichen der Wissenschaft, Bildung, Kultur, von Museen, Archiven, privaten und öffentlichen Institutionen gelang es auch unter erschwerten Voraussetzungen, ihre Projekte unter dem Motto des Themenjahres stattfinden zu lassen.

Die vier „Kern-Projekte“ des Themenjahres waren und sind:

  • das Menora-Portal https://www.juedisches-leben-thueringen.de/home/;
  • „Tora ist Leben“ – das Geschenk einer neuen Tora-Rolle der beiden christlichen Kirchen an die jüdische Landesgemeinde;
  • die virtuelle Rekonstruktion der Großen Synagoge Erfurt und ihre Erlebbarkeit mittels VR-Brillen;
  • die drei etablierten Thüringer Festivals Yiddish Summer Weimar, die Tage der jüdisch-israelischen Kultur und die Achava-Festspiele.

Die Idee des Themenjahres ging auf eine gemeinsame Initiative der jüdischen Landesgemeinde Thüringen und der beiden großen christlichen Kirchen zurück. „Dafür gebührt ihnen mein großer Dank.“ Ebenso sei allen zu danken, die sich für das Themenjahr engagierten, die kleinen und die großen Institutionen und Vereine, private und öffentliche Einrichtungen“, so Ramelow weiter.

Ein besonderer Schwerpunkt lag im Bildungsbereich: Universitäre Programme gingen in Forschung und Lehre gerade im Themenjahr speziell auf das jüdische Leben ein. Lehrerfortbildung und Schülerbildungsprogramme erfuhren durch das Themenjahr einen spürbaren Auftrieb. Im Bildungsprojekt „Jüdisches Leben erfahren“ in der Trägerschaft der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen (LKJ Thüringen e. V.) wurden in Zusammenarbeit mit dem Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e. V. im Rahmen des Themenjahres zwei Modellprojekte und weitere Vorhaben an Schulen in ganz Thüringen durchgeführt.

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