Der Gang nach Buchenwald – Ministerpräsident Bodo Ramelow bei Gedenkspaziergang anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald

96/2020
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Das Kunstfest Weimar, die ACHAVA-Festspiele Thüringen und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora laden am Sonntag (13. September 2020, 11 Uhr) zu einem Gedenkspaziergang ein, der vom Bahnhofsvorplatz in Weimar zum ehemaligen Konzentrationslager auf dem Ettersberg führt. Anlass für den „Gang nach Buchenwald“ ist der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers. Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow wird unter den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sein.

Der Regierungschef sagt vorab: „Die Geschichte der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora führt uns eindrücklich vor Augen: Die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten war weder das mörderische Werk einiger weniger Fanatiker, noch fand das Massenmorden nur an der Peripherie Deutschlands statt. Der Terror entfaltete sich mitten in Deutschland – unter den Augen und mit Hilfe der Bevölkerung.“ Das Andenken an die Verfolgten aus ganz Europa und die Würdigung ihres Leidens und Sterbens sei zentraler Auftrag des Landes Thüringen.

„Wir bleiben den Menschen verbunden, denen Buchenwald und Mittelbau-Dora zum furchtbaren Schicksal wurde“, sagt Ramelow weiter und erinnert an die im April dieses Jahres geplante Gedenkveranstaltung in Weimar aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung. „Diese wollten wir den Überlebenden und den Toten der Konzentrationslager widmen; mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus aller Welt wollten wir den Sieg über nationalsozialistischen Terror und Barbarei feiern.“ Dass die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, sei eine schmerzliche Entscheidung gewesen.

„Umso dankbarer bin ich den Initiatoren des Gedenkspaziergangs. Dieser ist ein ganz besonderes Projekt, um die Erinnerung an die Verbrechen des teuflischen NS-Terrorregimes wachzuhalten und zu mahnen, dass das Schreckliche von damals nie verjähren darf und dass Friedfertigkeit und Toleranz die vordringlichsten Aufgaben sind“, so der Ministerpräsident. „Und ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Eva Pusztai, Zahava  Stessel und Naftali Fürst – auch wenn dieses nur per Live-Stream möglich ist. Die Begegnungen mit Buchenwald-Überlebenden gehörten und gehören zu den bewegenden Momenten in meinem Leben.“

Hintergrund: Kern des Projektes ist ein gemeinschaftlicher Spaziergang zum Eingangstor des KZ Buchenwald. Der Weg soll vom Bahnhofsvorplatz über die Ost-Unterführung der Bahngleise, über die Ettersburger Straße und die Blutstraße durch den Ettersberger Wald hinauf führen bis zum Carachoweg. Dieser Weg hat eine doppelte Bewandtnis: Einerseits mussten diesen Weg bis Oktober 1939 die Buchenwaldhäftlinge nehmen (danach kamen die Häftlinge bis zur Inbetriebnahme der Buchenwald-Bahn 1943 überwiegend am Güterbahnhof an), andererseits war dies auch der Weg, den rund 1000 Weimarer Bürger*innen am 16. April 1945 nahmen, als sie von US-amerikanischen Besatzungstruppen befehligt wurden, sich das Grauen von Buchenwald mit eigenen Augen anzuschauen. (Quelle: ACHAVA Festspiele Thüringen)

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