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Kulturstaatssekretärin verleiht Thüringischen Denkmalschutzpreis 2022 Beer: „Kulturdenkmale sind Zeugnisse unserer bewegten Vergangenheit “

97/2022
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Am kommenden Mittwoch, dem 6. Juli 2022, findet ab 14 Uhr die Verleihung des Thüringischen Denkmalschutzpreises 2022 in der Peterskirche auf dem Petersberg in Erfurt statt. Die Verleihung des Preises ist eine Kooperation zwischen der Thüringer Staatskanzlei und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die beide jeweils 20.000 Euro als Preisgeld zur Verfügung stellen, so dass insgesamt ein Betrag in Höhe von 40.000 Euro verteilt werden kann.

Dazu sagt Kulturstaatssekretärin Tina Beer im Vorfeld der Preisverleihung: „Als Zeugnisse unserer bewegten Vergangenheit tragen Kulturdenkmale zur Identität der Menschen sowie zu hoher nationaler wie internationaler Anziehung bei. Sie vereinen vielschichtige Geschichts-, Kultur- und Wissensressourcen und sind nicht nur wichtiger ökonomischer und ökologischer Standortfaktor, sondern auch Wohlfühl- und Sympathieträger.“

Der Thüringische Denkmalschutzpreis wird seit 1994 für herausragende Leistungen sowie für den Einsatz beim Erhalt und der Bewahrung von Kulturgut vom Freistaat Thüringen gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen vergeben. Eine Fachjury wählt in den Kategorien Gruppenpreis, Einzeldenkmal, ArchäologischeDenkmalpflege, TechnischesDenkmal, Denkmalensemble, Kirche und BesondereAnerkennung aus. Für die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger sind Kriterien wie ein hohes Maß an persönlichem Engagement, die Zusammenarbeit mit der Denkmalschutz-/Denkmalfachbehörde, die denkmalgerechte und zeitgemäße Nutzung historischer Bausubstanz, die Art der Finanzierung oder die denkmalpflegerische Gesamtqualität des Vorhabens entscheidend. Von 1994 bis heute sind rund 217 Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet wurden. Sie präsentieren das breite Spektrum der Denkmalpflege bzw. des Denkmalschutzes Thüringens und sind regional breit gestreut.

„Denkmalschutz allein durch den Staat ist nicht denkbar. Es bedarf eines breiten bürgerschaftlichen Engagements. Daher gilt mein Dank allen jenen, die sich in ehrenamtlichem Engagement im Denkmalschutz einbringen und deren Wirken keineswegs selbstverständlich ist“, so Staatssekretärin Beer abschließend.

 

Aus der Jurybegründung zu den einzelnen Auszeichnungen heißt es u. a.:

Die Auszeichnung in der Kategorie Gruppenpreis, verbunden mit einem Preisgeld von 10.000 Euro, erhält der Förderverein Renaissanceschloss Ponitz e. V., dem ein bemerkenswertes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement um den Erhalt eines schwer nachnutzbaren Kulturdenkmals gelungen ist. Während andere Schlösser nach Nutzungsänderungen ab 1990 dem Verfall oder Spekulationen preisgegeben wurden und zuweilen sogar in ihrer Existenz bedroht sind, bewies und beweist der Verein, dass mit guten Ideen und klugen Konzepten, insbesondere aber mit viel Engagement und der richtigen Beratung, auch komplizierte und komplexe Herausforderungen gemeistert und auch bei ehemaligen Schlossanlagen neue Nutzungen denkmalgerecht integriert werden können.

 

Auszeichnungen in der Kategorie Einzeldenkmal verbunden mit einem Preisgeld von jeweils 5.000 Euro gehen an Andrea Hannemann und Ulrich Krause für die Erhaltung und denkmalgerechte Sanierung eines Wohnhauskomplexes in Erfurt sowie an Guido Eckardt aus Mühlhausen für die hervorragende Umsetzung der Sanierung eines schon fast aufgegebenen Mühlengebäudes zum attraktiven Wohnhaus.

 

Der Preis für ein Technisches Denkmal – verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro – geht an die Bauherrengemeinschaft HeizCraftWerk Erfurt GbR, vertretend durch Professor Ulf Hestermann. Die Bauherrengemeinschaft hat mit Engagement die Erhaltung und denkmalgerechte Sanierung des ehemaligen Heizwerkes im Brühl in Erfurt vorangetrieben und mit der Revitalisierung des Gebäudes erfolgreichen Abschluss gebracht.

In der Kategorie Denkmalensemblepreis wird die Wohnungsbau GmbH der Stadt Schmalkalden mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet. Mit der Revitalisierung der Gebäude Hoffnung 38 „LutherLoft“ mit historischer Mikwe wurde der Fortbestand eines für Schmalkalden bedeutenden Kulturdenkmals gesichert. Die Rettung der Mikwe ist von besonderer Bedeutung, da hierbei ein für die Stadt einzigartiges Zeugnis jüdischer Kultur und Stadtgeschichte der Öffentlichkeit als Ausstellungsraum mit historischen Funden zugänglich gemacht wurde.

Mit dem Archäologischen Denkmalpflegepreis in Höhe von 5.000 Euro wird Brigitte Zech aus Schmalkalden für die ehrenamtliche Leitung des Arbeitskreises Bodendenkmalpflege im „Altkreis Schmalkalden“ im Verein für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde e. V. von 1990 bis 2019 ausgezeichnet. Ihre Arbeit umfasste dabei u. a. die Koordination und Schwerpunktbestimmung der ehrenamtlichen Arbeit von 15 bis 20 Bodendenkmalpflegerinnen und -pflegern, die Mitwirkung bei der Erfassung und Pflege von archäologischen Denkmalen des Thüringer Waldgewerbes, Wüstungen, Altstraßen, Burgen, Landwehren, Grabhügeln und Wallanlagen. Als erfahrene Bodendenkmalpflegerin ist sie eine gefragte Referentin und als engagierte Heimatforscherin setzt sie sich für die Ausbildung des Nachwuchses ein.

Der Preis in der Kategorie Kirche in Höhe von 5.000 Euro geht an den Verein zur Erhaltung und Förderung der St. Mauritiuskirche zu Bottendorf e. V. für die auszeichnungswürdigen und beispielgebenden, langjährigen Bemühungen eines überregional agierenden Personenkreises zur Pflege, Erhaltung und Vitalisierung des gesamten Kirchhofes mit Kirche und umfassenden Nebenanlagen für die Dorfgemeinschaft, die Kirchgemeinde und zur Entlastung der überalterten Kirchgemeinde. Besonders bemerkenswert ist die Verknüpfung mit aktiver Kulturarbeit („Theaterscheune“).

Mit der undotierten Anerkennung wird die besondere Leistung öffentlicher Körperschaften auf dem Gebiet der Denkmalpflege hervorgehoben. In diesem Jahr erhält der Zweckverband Brehm-Gedenkstätte eine Anerkennung für die beispielhafte denkmalpflegerische Generalsanierung des Brehm-Hauses in Renthendorf und die weitere Entwicklung dieses Denkmals zu einem modernen interaktiven Museum bei gleichzeitig maximaler Berücksichtigung des Denkmalsschutzes.

Übersicht der Auszeichnungen und Preisträgerinnen und Preisträger 2022:

 

Kategorie

Preisträger:in

Objekt / Leistung

Preisgeld

Gruppenpreis

Förderverein Renaissanceschloss Ponitz e. V.

 

Renaissanceschloss u. a.

Gößnitzer Straße 2

04639 Ponitz

 

10.000,00 Euro

 

Einzeldenkmal

Epinay Immobilien GbR

Andrea Hannemann

Ulrich Krause

Wohnhauskomplex

Friedrich-List-Straße 29,

Windthorststraße 43, 43a

99096 Erfurt

 

5.000,00 Euro

 

 

Guido Eckardt

 

Historisches Mühlengebäude

„Kugelleichsmühle“

Hinterm Neuen Brunnen 38

99974 Mühlhausen

 

 

5.000,00 Euro

 

Technisches Denkmal

Bauherrengemeinschaft

HeizCraftWerk Erfurt GbR i. V.

Prof. Ulf Hestermann

 

Heizwerk Erfurt

Maximilian-Welsch-Straße 6

99084 Erfurt

 

5.000,00 Euro

Denkmal-ensemble

Wohnungsbau GmbH

Stadt Schmalkalden

Stefan Barwinek

Historische Kellermikwe und

ehem. Druckerei

– LUTHERLOFT

Hoffnung 38

98574 Schmalkalden

 

5.000,00 Euro

Archäologische Denkmalpflege

 

Brigitte Zech

Lebensleistung als ehrenamtliche Bodendenkmalpflegerin

 

5.000,00 Euro

 

Kirche

Verein zur Erhaltung und Förderung der

St. Mauritiuskirche zu Bottendorf e. V.

Kirche St. Mauritius zu Bottendorf

Schenkenplatz 8

06571 Roßleben-Wiehe OT Bottendorf

 

 

5.000,00 Euro

 

Anerkennung

BREHMS WELT – Tiere und Menschen
c/o Zweckverband Brehm-Gedenkstätte

 

„BREHM – Haus“

Dorfstraße 21–22

07646 Renthendorf

 

undotiert

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