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„Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“: Kuratorium appelliert an Landesregierung

45/2021
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Diese Woche tagte das Kuratorium zum Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ mit Ministerpräsident Bodo Ramelow. Zentrales Thema der Beratung war der Umgang mit Veranstaltungen und Projekten im Zeichen der Corona-Situation. Nach der Eröffnung im Oktober 2020 traf die Pandemie praktisch alle Vorhaben: Sie wurden in digitale Formate umgewandelt, mussten zum Teil ganz ausfallen oder sollen nach Möglichkeit nachgeholt werden.

„Auch wenn dadurch die Digitalisierung von Veranstaltungsformaten einen Quantensprung nach vorn getan hat und wir so ein Publikum erreicht haben, das auf anderem Weg vielleicht nichts vom Themenjahr erfahren hätte – wir vermissen das Zusammenkommen, Musik, Kultur, Lesungen, Diskussionen. All dies hat Corona uns momentan genommen. Es wird aber wieder möglich sein!“, zeigte sich Ministerpräsident Bodo Ramelow im Rahmen der Sitzung zuversichtlich. So sollen Projekte des Themenjahres, die bislang aufgrund der pandemischen Lage zurückgestellt wurden, zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können, sobald die Hygieneregeln dies wieder erlauben.

Das Kuratorium appelliert daher an die Landesregierung, die finanzielle Förderung von Projekten, die aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2021 nicht stattfinden konnten oder können, auch über den ursprünglich geplanten Zeitpunkt der Veranstaltung hinaus zu unterstützen. Projekten, die der Sichtbarmachung des jüdischen Lebens im Freistaat dienen, soll so eine nachhaltige Wirkung ermöglicht werden. Drüber hinaus empfahl das Kuratorium der Landesregierung, auch nach dem Ende des Themenjahres Vorhaben rund um das jüdische Leben in Thüringen wie die drei Festivals Yiddish Summer Weimar, die Achava-Festspiele und die Jüdisch-Israelischen Kulturtage in Thüringen, aktiv zu fördern. Ministerpräsident Ramelow bekräftigte: „Jüdisches Leben gehört unumstößlich zu unserem Freistaat. Wir sind froh und stolz darauf, dass es heute wieder existiert und erstarkt!“ Aus diesem Grund sei es bereits jetzt möglich, bewilligte Fördergelder bis zum 30.06.2022 zu verwenden.

Das Kuratorium war ins Leben gerufen worden, um die Landesregierung während des laufenden Themenjahres zu beraten und um das Themenjahr zu bewerben. Neben Prof. Dr. Reinhard Schramm, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, sowie Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof des Bistums Erfurt, sind Thüringer Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Museumsarbeit mit Bezug zu jüdischen Lebenswelten im Kuratorium vertreten.

Das Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ sollte ursprünglich am 30. September 2021 mit dem feierlichen Einbringen der neuen Tora-Rolle in die Erfurter Synagoge, einem Geschenk der beiden christlichen Kirchen an die jüdische Landesgemeinde, enden. Nun wird es bis zum Ende des Kalenderjahres verlängert.

 

Weitere Informationen finden Sie auf www.juedisches-leben-thueringen.de.

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