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Schriftliches Kulturgut bewahren - Richtlinie zur Erhaltung schriftlichen Kulturguts verabschiedet

132/2022
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Unzählige historische Handschriften und Bücher in den Thüringer Archiven und Bibliotheken sind durch Feuchtigkeit, Säurefraß oder Schimmel oder Katastrophen, wie dem Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004, gefährdet. Dieses wertvolle Erbe soll für künftige Generationen bewahrt werden. Dafür stellt die Landesregierung mit Hilfe einer neuen Richtlinie zur Förderung der Bestandserhaltung schriftlichen Kulturgutes Fördermittel bereit.

„Die Bedeutung des Kulturgutschutzes ist angesichts der multiplen Krisen, ob Krieg oder Naturereignisse oder aufgrund des Klimawandels ins Bewusstsein gerückt. Sowohl große als auch kleine Einrichtungen stehen vor großen Herausforderungen beim Kulturgutschutz, die sie nur mit öffentlicher Unterstützung bewältigen können. Dafür setzen wir Landesmittel ein. Gleichzeitig braucht es für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe auch die Hilfe sowohl des Bundes als auch privater Stiftungen und Mäzen:innen“, erklärt Thüringens Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff.

Das 2017 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aufgelegte Sonderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts kommt Projekten von Bundes-, Landes-, kommunalen und kirchlichen Einrichtungen sowie sonstigen Trägern wie Stiftungen und Vereinen zugute. Der Bund unterstützt deren Vorhaben zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts grundsätzlich mit bis zu 50 %. Weitere 50% werden durch Eigen- oder Landesmittel aufgebracht, was nun neu auch in der Thüringer Richtlinie umgesetzt wird. Es sollen vor allem Mengenverfahren wie Massenentsäuerung, Reinigung und Verpackung sowie konkrete bestandsbezogene Vorbereitungsmaßnahmen wie z. B. Schadenserfassung gefördert werden. Förderfähig ist zudem die konservatorisch-restauratorische Vorbereitung für Digitalisierungsvorhaben.

Bei der Auswahl der Förderprojekte werden für das zu behandelnde schriftliche Kulturgut folgende Kriterien gleichrangig herangezogen:
-           Gefährdungsgrad
-           historische oder wissenschaftliche Bedeutung
-           Nutzungshäufigkeit

Unter anderem folgende Projekte, die aktuell im Rahmen des Sonderprogramms gefördert werden, sind:
Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena    Schutzversorgung der historischen Bibliothek Christian Gottlieb Buders (1693–1763) in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) Jena mit säurefreien Archivkartons (Fortsetzung)
Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Meiningen    Reinigung und Verpackung von Amtsbüchern (Rechnungsbücherprojekt)
Förderkreis Brehm e.V.    Dritter Antrag und Abschluss der Maßnahme: Konservierung und Restaurierung der historischen Hausbibliothek und der Autographen der Familie Brehm
Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar    Mengenentsäuerung und Konservierung der Archivgutbestände „Thüringisches Justizministerium“ (1920–1935) und „Land Thüringen – Ministerium der Justiz“ (1945–1952)

Die Richtlinie wurde am 24.08.2022 unterzeichnet und trat am 25.08.2022 in Kraft. Die Veröffentlichung im Thüringer Staatsanzeiger ist für nächste Woche vorgesehen. Antragsberechtigt sind Archive, Bibliotheken und Museen in Trägerschaft von Gebietskörperschaften, eingetragene Vereine, Gesellschaften oder Stiftungen, die Thüringer Hochschulen sowie Kirchen mit Beständen von landesweiter Bedeutung.

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