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Sommertour Kulturstaatssekretärin Tina Beer: Besuch der Veste Heldburg


Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

„Heute geht es um einen Teil der Geschichte dieser Burg, der auch erzählt werden muss“, so die Staatssekretärin Tina Beer am Mittwoch, den 4. August, im Rahmen ihrer Sommertour beim Besuch der Veste Heldburg.

Staatssekretärin Tina Beer beim Besuch der Veste Heldburg

„Hier stand das Radio, dort der Geburtstagstisch. Zu Ostern und Weihnachten habe die sich was einfallen lassen. Und hier hat es den ersten sexuellen Missbrauch gegeben. Die Vergewaltigung durch den Lehrer war ein Tabu-Thema. Darüber durfte nicht gesprochen werden.“ Eindrücklich und beeindruckend erzählt Birgit Eisenacher von ihrer Zeit in den Jahren 1969 bis 1975 im DDR-Kinderheim auf der Veste Heldburg. Anlass dafür war die Sommertour von Staatssekretärin Tina Beer. Im Mittelpunkt standen am Mittwoch, den 4. August, aber nicht die mittelalterliche Geschichte der Anlage, die Fortschritte bei der Sanierung oder das Deutsche Burgenmuseum. „Heute geht es um einen Teil der Geschichte dieser Burg, der auch erzählt werden muss“, so die Staatssekretärin. Dazu enthüllte sie zusammen mit Birgit Eisenacher und Andreas Ilse eine Plakette, welche die Veste nun auch als DENKort markiert. Nicht nur in den städtischen Zentren der DDR waren Menschen der Verfolgung durch das SED-Regime ausgesetzt und haben sich dagegen gewehrt. Auch im ländlichen Raum und kleinstädtischen Bereich gab es Orte des Widerstands. Diese Orte, die bislang als Ort der Repression, Opposition und Zivilcourage in der DDR weitestgehend unbekannt sind, möchte das Bildungs- und Forschungsprojekt „DENKOrte in Thüringen“ aufspüren und kenntlich machen. Das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ als Projektträger entwickelt mit Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei und ortsbezogenen Kooperationspartnern solche Orte langfristig und nachhaltig zu kulturellen Begegnungs- und außerschulischen Lernorten, zu DENKOrten, die das Geschehen in der SED-Diktatur für Jung und Alt, für Interessierte aus allen Bereichen sowohl vor Ort als auch digital erlebbar machen, um so zum Demokratieverständnis beizutragen. Die Veste Heldburg wurde im letzten Jahr als ein erster, solchermaßen zu entwickelnder DENKOrt ausgewählt, an dem die Geschichte der Burg in den Jahren 1954 bis 1982 als DDR-Kinder- und späteres Sonderschulheim aufgearbeitet werden soll.

Über den Stand des Projekts informierten Stefanie Falkenberg, Projektkoordinatorin des Bildungs- und Forschungsprojekts DENKOrte, Manfred May als Initiator des DENKOrtes Veste Heldburg und Mitglied im wissenschaftlichen Beitrat des Projekts DENKOrte, sowie Birgit Eisenacher und Andreas Ilse vom Trägerverein des Domasck-Archivs.

Der Enthüllung der Plakette ging ein Rundgang durch die Schlafräume und die Küche des ehemaligen Kinderheims, bei dem Jana Schmidt-Danisch von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten über den Stand der Restaurierung der Räume informierte.

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